⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 27.06.2026
Vor den Zinsentscheidungen der US-Notenbank zeigt sich ein bemerkenswertes Muster: Aktienmärkte steigen häufig im Vorfeld, während die Volatilität abnimmt.
- Pre-FOMC Drift beschreibt das Ansteigen von Aktien vor Fed-Sitzungen.
- Marktteilnehmer positionieren sich aufgrund von Erwartungen.
- Nach der Entscheidung bleibt die Kursreaktion oft begrenzt.
Vor den Zinsentscheidungen der US-Notenbank, die regelmäßig vom Federal Open Market Committee (FOMC) getroffen werden, zeigt sich ein bemerkenswertes Muster an den Aktienmärkten. Dieses Phänomen, bekannt als Pre-FOMC Drift, beschreibt die Tendenz, dass Aktienkurse in den 24 Stunden vor einer Zinsentscheidung steigen, während die Volatilität gleichzeitig abnimmt. Diese Dynamik hat in den letzten Jahrzehnten an Bedeutung gewonnen und ist für viele Anleger von großem Interesse.
Was ist der Pre-FOMC Drift?

Der Pre-FOMC Drift ist ein beobachtbares Muster, das sich an den Finanzmärkten zeigt, insbesondere im US-Aktienmarkt. Studien der Federal Reserve Bank of New York haben ergeben, dass der S&P 500 im Durchschnitt um etwa 49 Basispunkte in den 24 Stunden vor einer Zinsentscheidung steigt. Diese Renditen sind signifikant und machen einen erheblichen Teil der jährlichen Aktienrenditen aus. Nach der Bekanntgabe der Zinsentscheidung hingegen zeigen die Märkte oft eine begrenzte Reaktion, was darauf hindeutet, dass die Bewegungen vor der Entscheidung nicht auf die tatsächlichen Informationen, sondern auf die Erwartungen der Marktteilnehmer zurückzuführen sind.
Die Gründe für diesen Drift sind vielfältig. Zum einen gibt es in den Tagen vor einer Fed-Sitzung eine sogenannte „Blackout-Periode“, in der Notenbankvertreter keine öffentlichen Kommentare zur Geldpolitik abgeben. Dies führt dazu, dass sich die Erwartungen der Marktteilnehmer bündeln und verstärken, was zu einem Anstieg der Aktienkurse führt. Zudem neigen viele Anleger dazu, ihre Positionen vor der Entscheidung abzusichern, was die Volatilität verringert und die Märkte stabiler macht.
Die Rolle der Erwartungen
Die Erwartungen der Marktteilnehmer spielen eine entscheidende Rolle im Zusammenhang mit dem Pre-FOMC Drift. In der Zeit vor einer Zinsentscheidung sammeln sich viele Meinungen und Einschätzungen, die schließlich in die Preisbildung der Aktien einfließen. Anleger versuchen, sich auf die wahrscheinlichsten Szenarien zu positionieren, um nicht „auf der falschen Seite“ zu stehen, wenn die Entscheidung bekannt gegeben wird. Diese Taktik führt dazu, dass die Kurse vor der Bekanntgabe steigen, während nach der Entscheidung oft keine signifikanten Bewegungen mehr stattfinden.
Ein weiteres wichtiges Element ist die Börsenweisheit „Buy the Rumor, Sell the News“. Diese Strategie beschreibt das Verhalten von Anlegern, die vor einer wichtigen Ankündigung kaufen, in der Erwartung, dass die Kurse steigen werden. Sobald die Nachricht dann veröffentlicht wird, nutzen viele Anleger die Gelegenheit, um Gewinne mitzunehmen, was zu einem Rückgang der Kurse führen kann. Dieses Muster ist besonders ausgeprägt rund um die Fed-Sitzungen.
Marktanalyse und Volatilität
- Der S&P 500 steigt im Schnitt um 49 Basispunkte in den 24 Stunden vor einer Fed-Entscheidung.
- Nach der Bekanntgabe der Zinsentscheidung liegen die Renditen im Durchschnitt nahe null.
- Der Pre-FOMC Drift ist ein bekanntes Muster, das seit den 1980er Jahren beobachtet wird.
Die Analyse des Pre-FOMC Drifts zeigt, dass die Volatilität vor den Zinsentscheidungen der Fed tendenziell abnimmt. Dies geschieht, weil viele institutionelle Anleger ihre Risiken reduzieren und sich absichern, bevor die Unsicherheit einer Zinsentscheidung auf den Märkten spürbar wird. Diese Verhaltensänderung führt zu einem Rückgang des Handelsvolumens und einer stabileren Marktumgebung, was die Kurse weiter ansteigen lässt.
Nach der Bekanntgabe der Zinsentscheidung kommt es häufig zu einem Anstieg des Handelsvolumens, da viele Marktteilnehmer ihre Positionen anpassen. Diese Anpassungen können zu stärkeren Kursbewegungen führen, jedoch sind die tatsächlichen Kursveränderungen oft begrenzt, da die Märkte bereits auf die Erwartungen reagiert haben. Dies zeigt, dass die Reaktion der Märkte nicht unbedingt auf die Entscheidung selbst, sondern auf die vorangegangenen Erwartungen zurückzuführen ist.
Strategien für Anleger
Anleger, die vom Pre-FOMC Drift profitieren möchten, sollten ihre Strategien entsprechend anpassen. Historisch gesehen haben viele Anleger durch den Kauf von Aktien in den 24 Stunden vor den Zinsentscheidungen signifikante Gewinne erzielt. Diese Strategie erfordert jedoch ein gewisses Maß an Risikobereitschaft, da die Märkte auch unvorhersehbar reagieren können.
Ein Tipp für Anleger ist, sich vor der Fed-Sitzung über die aktuellen Marktbedingungen und die allgemeine wirtschaftliche Lage zu informieren. Faktoren wie Inflation, Zinsen und die allgemeine wirtschaftliche Stabilität können die Erwartungen der Marktteilnehmer beeinflussen und somit auch den Pre-FOMC Drift. Eine fundierte Analyse kann helfen, die richtigen Entscheidungen zu treffen und potenzielle Gewinne zu maximieren.
Fazit

Der Pre-FOMC Drift ist ein faszinierendes Phänomen, das zeigt, wie stark die Erwartungen der Marktteilnehmer die Aktienmärkte beeinflussen können. Vor den Zinsentscheidungen der US-Notenbank steigen die Kurse häufig, während die Volatilität abnimmt. Anleger sollten sich dieser Dynamik bewusst sein und ihre Strategien entsprechend anpassen, um von den Marktbewegungen zu profitieren. Letztlich bleibt der Pre-FOMC Drift ein wichtiges Muster, das für Investoren von Bedeutung ist, insbesondere in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit.
Häufige Fragen
Was ist der Pre-FOMC Drift?
Warum steigen Aktien vor Fed-Sitzungen?
Wie beeinflusst der Pre-FOMC Drift die Volatilität?
Was passiert nach der Bekanntgabe der Zinsentscheidung?
Wie können Anleger vom Pre-FOMC Drift profitieren?
Quellen: finanzen.net
Symbolbild: Aktienmärkte und der Pre-FOMC Drift · Foto: Pixabay / Pexels


