StartWirtschaft & KonjunkturPrognos: Nur 0,9 Prozent Wachstum bis 2045 – Was Anleger

Prognos: Nur 0,9 Prozent Wachstum bis 2045 – Was Anleger

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⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 01.08.2026

Die aktuelle Prognos-Studie zeigt, dass die deutsche Wirtschaft bis 2045 nur um 0,9 Prozent pro Jahr wachsen wird. Diese Entwicklung hat weitreichende Auswirkungen auf Anleger und die gesamte Finanzlandschaft.

Das Wichtigste in Kürze

  • Langsame Wachstumsprognose bis 2045
  • Technologischer Fortschritt als einzige Wachstumsquelle
  • Auswirkungen auf Aktienmärkte und Zinsen

Die aktuelle Studie des Forschungsinstituts Prognos, die exklusiv der Süddeutschen Zeitung vorliegt, prognostiziert für die deutsche Wirtschaft bis zum Jahr 2045 ein durchschnittliches Wachstum von lediglich 0,9 Prozent pro Jahr. Diese bescheidene Wachstumsrate wirft Fragen auf, insbesondere für Anleger und die Finanzmärkte, die sich auf eine stagnierende Wirtschaft einstellen müssen.

Was ist die Wachstumsprognose für Deutschland bis 2045?

Wachstumsprognose und ihre Auswirkungen
Symbolbild: Wachstumsprognose und ihre Auswirkungen · Foto: Pixabay / Pexels

Die Prognos-Studie hebt hervor, dass das prognostizierte Wachstum von 0,9 Prozent nicht einfach eine Fortsetzung vergangener Trends darstellt. Vielmehr basiert diese Schätzung auf der Annahme, dass sowohl technologische Fortschritte als auch politische Maßnahmen zur Bewältigung zentraler struktureller Herausforderungen notwendig sind. Dazu zählen unter anderem die Schaffung von Arbeitsanreizen für Frauen und Rentner, um den Rückgang der Erwerbsbevölkerung zu verlangsamen.

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Die Studie betont, dass ohne signifikante Investitionen in Digitalisierung, Künstliche Intelligenz (KI) und andere technologische Innovationen die deutsche Volkswirtschaft in den kommenden Jahrzehnten schrumpfen könnte. Dies bedeutet, dass Unternehmen gezwungen sind, ihre Produktionsprozesse zu modernisieren, um wettbewerbsfähig zu bleiben.

Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt

Im Jahr 2025 waren in Deutschland rund 46 Millionen Menschen erwerbstätig, was leicht unter dem Rekordniveau des Vorjahres liegt. Gleichzeitig stieg die Zahl der Erwerbslosen auf 1,7 Millionen, was die Herausforderungen auf dem Arbeitsmarkt verdeutlicht. Die Prognos-Studie zeigt, dass der Arbeitsmarkt perspektivisch vor allem durch Fachkräfteengpässe geprägt sein wird, da aufgrund des demografischen Wandels immer weniger junge Arbeitskräfte nachrücken.

Die Veränderungen in der Wirtschaftsstruktur werden auch die Art der Beschäftigung beeinflussen. In Zukunft werden andere Waren und Dienstleistungen erstellt als heute, und die Menschen werden in anderen Bereichen arbeiten müssen. Dies erfordert eine Anpassung der Bildungs- und Ausbildungssysteme, um den neuen Anforderungen gerecht zu werden.

Technologischer Fortschritt als einzige Wachstumsquelle

Fakten auf einen Blick

  • Wachstumsprognose: 0,9 Prozent bis 2045
  • Erwerbstätige 2025: 46 Millionen
  • Erwerbslose 2025: 1,7 Millionen

Die Prognos-Studie identifiziert den technischen Fortschritt als die zentrale Wachstumsquelle für die deutsche Wirtschaft. Die Forscher betonen, dass die Unternehmen sehr viel stärker als bisher digitale Lösungen, KI und weitere technologische Innovationen in ihre Produktion einbauen müssen. Ohne diese Fortschritte wird es schwierig sein, die stagnierenden Wachstumsraten zu überwinden.

Die Umstellung auf Elektromobilität und die damit verbundenen Veränderungen in der Automobilindustrie sind nur ein Beispiel für die tiefgreifenden Umbrüche, die durch den Klimawandel und die Notwendigkeit der Dekarbonisierung der Wirtschaft ausgelöst werden. Branchen wie die Chemie-, Zement- und Automobilindustrie stehen unter Druck, ihre Produktionsmethoden zu überdenken und sich an neue Technologien anzupassen.

Einfluss auf die Finanzmärkte

Die langsame Wachstumsprognose hat direkte Auswirkungen auf die Finanzmärkte. Ein moderates Wachstum könnte dazu führen, dass die Unternehmensgewinne stagnieren oder nur langsam steigen, was sich negativ auf die Aktienkurse auswirken könnte. Anleger müssen sich darauf einstellen, dass die Volatilität an den Märkten zunehmen könnte, da Investoren auf die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen reagieren.

Ein weiterer Aspekt ist die mögliche Niedrigzinsphase, die durch die langsame wirtschaftliche Entwicklung bedingt sein könnte. Zentralbanken könnten gezwungen sein, die Zinsen niedrig zu halten, um die Wirtschaft zu stimulieren. Dies könnte sowohl für Sparer als auch für Investoren Herausforderungen mit sich bringen, da Sparer weiterhin mit niedrigen Renditen auf ihre Einlagen rechnen müssen.

Marktchancen in Zukunftsfeldern

Trotz der Herausforderungen, die die Prognos-Studie aufzeigt, gibt es auch erhebliche Marktchancen in Zukunftsfeldern wie grünen Technologien, klimafreundlichen Materialien und neuen Mobilitätsdiensten. Diese Bereiche könnten langfristig neue Wachstumsquellen erschließen, wenn Unternehmen bereit sind, in Innovationen zu investieren und sich an die sich verändernden Marktbedingungen anzupassen.

Die Dynamik in diesen Zukunftsfeldern findet derzeit vor allem in Ländern wie China und den USA statt. Europa muss alles daransetzen, in diesen Bereichen wieder Anschluss zu finden. Eine deutliche Verbesserung der Standortbedingungen und eine Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit sind notwendig, um im globalen Wettbewerb bestehen zu können.

Fazit

Wachstumsprognose und ihre Auswirkungen
Symbolbild: Wachstumsprognose und ihre Auswirkungen · Foto: Markus Winkler / Pexels

Die Prognos-Studie zeigt, dass die deutsche Wirtschaft bis 2045 nur sehr verhalten wachsen wird, mit einer durchschnittlichen Wachstumsrate von 0,9 Prozent pro Jahr. Diese Entwicklung hat weitreichende Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt, die Finanzmärkte und die gesamte Wirtschaft. Technologischer Fortschritt wird zur einzigen Wachstumsquelle, und Unternehmen müssen bereit sein, in Innovationen zu investieren, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Anleger sollten sich auf stagnierende Unternehmensgewinne einstellen und nach alternativen Anlagemöglichkeiten suchen, während die Herausforderungen des demografischen Wandels und der Klimawandel weiterhin im Fokus stehen.

Häufige Fragen

Was ist die Wachstumsprognose für Deutschland bis 2045?
Die Prognos-Studie schätzt ein durchschnittliches Wachstum von nur 0,9 Prozent pro Jahr bis 2045.
Welche Branchen sind besonders betroffen?
Besonders betroffen sind die Chemie-, Zement- und Automobilindustrie, die sich an neue Technologien anpassen müssen.
Wie beeinflusst das Wachstum die Zinsen?
Ein langsames Wachstum könnte die Zentralbanken dazu zwingen, die Zinsen niedrig zu halten, um die Wirtschaft zu stimulieren.
Was bedeutet das für Anleger?
Anleger müssen sich auf stagnierende Unternehmensgewinne einstellen und nach alternativen Anlagemöglichkeiten suchen.
Welche Rolle spielt der technische Fortschritt?
Ohne signifikante Investitionen in Digitalisierung und KI könnte die deutsche Volkswirtschaft in den kommenden Jahrzehnten schrumpfen.

Quellen: Google News

Symbolbild: Wachstumsprognose und ihre Auswirkungen · Foto: RDNE Stock project / Pexels

Markus Brandt
Markus Brandt
Markus Brandt verfolgt die Entwicklungen rund um Digitalisierung, Fintech und Kryptowährungen. Er ordnet neue Trends ein und erklärt, was hinter aktuellen Schlagworten wirklich steckt – mit einem gesunden Maß an Skepsis. Sein Anspruch ist es, Chancen und Risiken gleichermaßen darzustellen, statt einseitig zu begeistern oder zu warnen.
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