⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 05.08.2026
Russlands Präsident Wladimir Putin hat ein wegweisendes Gesetz zur Legalisierung von Kryptowährungen unterzeichnet, das am 1. September 2026 in Kraft tritt. Dieses Gesetz schafft einen klaren rechtlichen Rahmen für den Umgang mit digitalen Währungen und könnte weitreichende Auswirkungen auf den Finanzmarkt haben.
- Erstmals umfassende Regulierung von Kryptowährungen in Russland.
- Kryptowährungen bleiben als Zahlungsmittel verboten.
- Privatanleger dürfen unter bestimmten Bedingungen investieren.
Am 1. September 2026 tritt ein neues Gesetz in Kraft, das von Russlands Präsident Wladimir Putin unterzeichnet wurde und die Regulierung von Kryptowährungen in Russland umfassend regelt. Dieses Gesetz, das den Titel „Über digitale Währungen und digitale Rechte“ trägt, stellt einen bedeutenden Schritt in der Integration digitaler Währungen in das russische Finanzsystem dar. Die Staatsduma hatte die Vorlage bereits am 21. Juli 2026 in zweiter und dritter Lesung verabschiedet, gefolgt von der Zustimmung des Föderationsrats am 24. Juli 2026.
Was ist das neue Gesetz zur Regulierung von Kryptowährungen?

Das Gesetz schafft einen klaren rechtlichen Rahmen für den Umgang mit Kryptowährungen und digitalen Vermögenswerten in Russland. Es legt fest, dass nur Organisationen, die in einem speziellen Register eingetragen sind, Kryptowährungshandelsaktivitäten durchführen dürfen. Diese Regelung zielt darauf ab, einen regulierten Markt zu schaffen, in dem Transaktionen mit digitalen Währungen über zugelassene Börsen abgewickelt werden. Die russische Zentralbank wird die Aufsicht über diesen neuen Markt übernehmen und die Anforderungen an die Infrastruktur festlegen.
Ein zentraler Bestandteil des Gesetzes ist die Schaffung einer neuen Kategorie von Finanzdienstleistern, den digitalen Depotstellen, die für die Aufbewahrung und Buchführung der digitalen Vermögenswerte verantwortlich sind. Bestehende Depotbanken können diese Funktion übernehmen, sofern sie die Anforderungen an Software, Informationssicherheit und technische Standards erfüllen und in das Register der russischen Zentralbank aufgenommen werden.
Regulierung und Anforderungen für Kryptobörsen
Die neuen Regelungen sehen vor, dass Kryptobörsen und andere Anbieter bis zum 1. Juli 2027 ohne Registrierung tätig sein dürfen. Danach ist eine offizielle Registrierung erforderlich. Die Mindestkapitalanforderung für diese Organisationen wurde auf 15 Millionen Rubel festgelegt, was etwa 187.000 US-Dollar entspricht. Zudem sind diese Organisationen verpflichtet, einer Selbstregulierungsorganisation für Finanzmärkte (SRO) beizutreten, um die Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben sicherzustellen.
Die Regulierung zielt darauf ab, die Sicherheit der Investoren zu gewährleisten und die Integrität des Marktes zu schützen. Banken sind verpflichtet, verdächtige Transaktionen zu blockieren, wenn sie den Verdacht haben, dass diese von nicht autorisierten Anbietern durchgeführt werden. Dies soll dazu beitragen, Geldwäsche und andere illegale Aktivitäten zu verhindern.
Rechte der Investoren und Nutzung von Kryptowährungen
- Gesetz unterzeichnet am: 1. September 2026
- Mindestkapital für Kryptobörsen: 15 Millionen Rubel
- Kauflimit für Privatanleger: 300.000 Rubel pro Jahr
Das Gesetz bietet auch Rechtsschutz für die Rechte von Kryptowährungsbesitzern, unabhängig davon, ob diese Vermögenswerte zuvor deklariert wurden. Dies ist ein wichtiger Schritt, um das Vertrauen der Investoren in den Markt zu stärken. Allerdings bleibt die Verwendung von Kryptowährungen als Zahlungsmittel in Russland weiterhin verboten. Das Gesetz hält fest, dass die Verbreitung von Informationen über die Bezahlung von Waren oder Dienstleistungen mit Kryptowährungen ebenfalls untersagt ist.
Privatanleger dürfen jedoch unter bestimmten Bedingungen in Kryptowährungen investieren. Sie können die liquidesten Kryptowährungen über Intermediäre erwerben, wobei ein jährliches Kauflimit von 300.000 Rubel (etwa 3.800 US-Dollar) pro Anbieter gilt. Qualifizierte Investoren hingegen dürfen ohne diese Beschränkung in sämtliche Kryptowährungen investieren.
Auswirkungen auf den Finanzmarkt und die Wirtschaft
Die Einführung dieses Gesetzes könnte weitreichende Auswirkungen auf den russischen Finanzmarkt haben. Durch die Schaffung eines regulierten Marktes für Kryptowährungen wird erwartet, dass mehr Investoren, sowohl institutionelle als auch private, in den Markt eintreten. Dies könnte zu einer Stabilisierung der Preise und einer erhöhten Liquidität führen, was für die gesamte Wirtschaft von Vorteil sein könnte.
Die Regulierung könnte auch dazu beitragen, das Vertrauen in digitale Vermögenswerte zu stärken und die Akzeptanz von Kryptowährungen im internationalen Handel zu fördern. Russland hat bereits die Verwendung von Kryptowährungen im Außenhandel legalisiert, was darauf hindeutet, dass das Land bestrebt ist, eine führende Rolle im globalen Kryptowährungsmarkt zu übernehmen.
Fazit

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das neue Gesetz zur Regulierung von Kryptowährungen in Russland einen bedeutenden Schritt in Richtung einer kontrollierten Öffnung des Marktes darstellt. Während die Verwendung von Kryptowährungen als Zahlungsmittel weiterhin verboten bleibt, schafft das Gesetz einen klaren rechtlichen Rahmen für Investoren und Anbieter. Die kommenden Monate werden zeigen, wie sich diese Regelungen auf den Finanzmarkt und die Wirtschaft auswirken werden.
Häufige Fragen
Was regelt das neue Gesetz zur Kryptowährung in Russland?
Wann tritt das Gesetz in Kraft?
Was sind die Mindestanforderungen für Kryptobörsen?
Dürfen Privatanleger in Kryptowährungen investieren?
Bleibt die Verwendung von Kryptowährungen als Zahlungsmittel verboten?
Quellen: Google News
Symbolbild: Regulierung von Kryptowährungen in Russland · Foto: Melvin Silva / Pexels


