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Quantencomputer als Bitcoin-Killer? Coinbase warnt vor Milliardenrisiko

⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 29.06.2026

Coinbase warnt vor einer potenziellen Bedrohung für Bitcoin durch Quantencomputer, die Millionen von BTC angreifbar machen könnten. Dies könnte weitreichende Folgen für die Krypto- und Finanzmärkte haben.

Das Wichtigste in Kürze

  • Quantencomputer könnten Bitcoin-Kryptografie gefährden.
  • Coinbase hat einen Beirat zur Risikobewertung gegründet.
  • Die Migration zu quantenresistenter Kryptografie wird dringend empfohlen.

Die Welt der Kryptowährungen steht vor einer neuen Herausforderung: Quantencomputer könnten die Sicherheit von Bitcoin und anderen digitalen Währungen gefährden. In einem aktuellen Bericht warnt Coinbase, eines der führenden Unternehmen im Kryptobereich, dass Millionen von Bitcoin durch diese Technologie angreifbar sein könnten. Diese Warnung hat nicht nur Auswirkungen auf die Krypto-Community, sondern könnte auch weitreichende Folgen für die Finanzmärkte insgesamt haben.

Was ist die Bedrohung durch Quantencomputer?

Quantencomputer und Bitcoin: Eine gefährliche Verbindung
Symbolbild: Quantencomputer und Bitcoin: Eine gefährliche Verbindung · Foto: www.kaboompics.com / Pexels

Quantencomputer nutzen die Prinzipien der Quantenmechanik, um Berechnungen durchzuführen, die für klassische Computer unvorstellbar lange dauern würden. Diese Technologie könnte in der Lage sein, die Kryptografie, die Bitcoin schützt, zu brechen. Der entscheidende Punkt ist der Elliptic Curve Digital Signature Algorithm (ECDSA), der für die Sicherheit von Bitcoin-Adressen verantwortlich ist. Ein leistungsstarker Quantencomputer könnte mit Shors Algorithmus die mathematischen Probleme, die dieser Kryptografie zugrunde liegen, in polynomialer Zeit lösen.

Ein kürzlich veröffentlichtes Whitepaper von Google und anderen Forschern hat die Schätzungen zur Anzahl der benötigten Qubits zur Brechung der Bitcoin-Kryptografie erheblich nach unten revidiert. Statt Millionen physischer Qubits könnten bereits unter 500.000 Qubits ausreichen, um die secp256k1-Kurve von Bitcoin anzugreifen. Dies stellt eine Reduktion um den Faktor 20 im Vergleich zu früheren Schätzungen dar und verdeutlicht die Dringlichkeit, sich mit dieser Bedrohung auseinanderzusetzen.

Wie viele Bitcoin sind gefährdet?

Coinbase hat in seinem Jahresausblick festgestellt, dass nicht alle Bitcoin gleich exponiert sind. Die Gefährdung teilt sich in zwei Hauptkategorien: Zum einen sind dies sogenannte Pay-to-Public-Key-Adressen (P2PK), bei denen der öffentliche Schlüssel direkt in der Blockchain sichtbar ist. Zum anderen sind es Wallets, deren Besitzer wiederholt dieselbe Adresse verwendet haben, wodurch ihr öffentlicher Schlüssel bei jeder Transaktion offengelegt wurde. Insgesamt könnten etwa 6,51 bis 6,9 Millionen BTC in diese Kategorien fallen, was etwa 32,7 Prozent des Gesamtangebots entspricht.

Diese Zahlen sind alarmierend, da sie die potenzielle Angriffsfläche für Quantencomputer verdeutlichen. Bitcoin-Adressen, die nie verwendet wurden oder deren Schlüssel durch einen Hash-Wert verborgen bleiben, sind dagegen weniger direkt gefährdet. Dies zeigt, dass die Art und Weise, wie Bitcoin-Adressen verwendet werden, einen erheblichen Einfluss auf die Sicherheit hat.

Coinbase und die Reaktion der Branche

Fakten auf einen Blick

  • Bis zu 6,9 Millionen BTC könnten durch Quantencomputer angreifbar sein.
  • Coinbase hat einen Quantum Computing Advisory Board gegründet.
  • Google schätzt, dass unter 500.000 physische Qubits ausreichen könnten, um Bitcoin-Kryptografie zu brechen.

Um auf die Bedrohung durch Quantencomputer zu reagieren, hat Coinbase einen Quantum Computing Advisory Board gegründet. Dieser Beirat besteht aus namhaften Experten, darunter Kryptografen und Quanteninformatiker, die Risikoeinschätzungen vornehmen und eine Migrationsstrategie hin zu quantenresistenter Kryptografie entwickeln sollen. Coinbase-CEO Brian Armstrong bezeichnete das Quantencomputing-Risiko in einem Interview als „lösbares Problem“ und betonte, dass die Branche genügend Zeit für geordnete Gegenmaßnahmen habe.

Die Lösung, die Coinbase-Forscher vorschlagen, liegt in der Migration zu quantenresistenter Kryptografie, bevor ein kryptografisch relevanter Quantencomputer Realität wird. Das US-Standardisierungsinstitut NIST hat bereits im August 2024 drei finale Post-Quanten-Kryptografie-Standards veröffentlicht, die als Grundlage für zukünftige quantensichere Signaturschemata dienen können.

Die Diskussion um die Migration

Die Bitcoin-Community diskutiert derzeit, wie gefährdete Adressen behandelt werden sollen. Die Meinungen reichen von freiwilliger Migration über protokollbasierte Fristen bis hin zu einem Einfrieren nicht migrierter Bestände. Jede dieser Optionen berührt grundlegende Fragen über Eigentumsrechte und die Unveränderlichkeit des Protokolls. Ein Konsens über den richtigen Weg ist bisher nicht in Sicht, was die Unsicherheit in der Community verstärkt.

Die kurzfristige technische Priorität aus dem Coinbase-Beiratsbericht gilt als Leitlinie für die gesamte Branche. Die Diskussion über die Migration zu quantenresistenter Kryptografie wird in den kommenden Jahren an Bedeutung gewinnen, da die Bedrohung durch Quantencomputer immer greifbarer wird.

Fazit

Quantencomputer und Bitcoin: Eine gefährliche Verbindung
Symbolbild: Quantencomputer und Bitcoin: Eine gefährliche Verbindung · Foto: Alex Luna / Pexels

Die Warnung von Coinbase vor der Bedrohung durch Quantencomputer ist ein Weckruf für die gesamte Krypto- und Finanzwelt. Mit bis zu 6,9 Millionen BTC, die potenziell angreifbar sind, ist es entscheidend, dass die Branche proaktive Maßnahmen ergreift, um die Sicherheit der digitalen Währungen zu gewährleisten. Die Entwicklung quantenresistenter Kryptografie und die Diskussion über die Migration gefährdeter Adressen sind dabei zentrale Themen, die in den kommenden Jahren an Bedeutung gewinnen werden.

Häufige Fragen

Was sind Quantencomputer?
Quantencomputer sind leistungsstarke Rechner, die auf den Prinzipien der Quantenmechanik basieren. Sie können komplexe Probleme viel schneller lösen als klassische Computer.
Wie gefährden Quantencomputer Bitcoin?
Quantencomputer könnten die Kryptografie, die Bitcoin schützt, durch Algorithmen wie Shors Algorithmus brechen, was den Besitz von Bitcoin gefährden würde.
Was plant Coinbase gegen diese Bedrohung?
Coinbase hat einen Quantum Computing Advisory Board gegründet, um Strategien zur Migration auf quantenresistente Kryptografie zu entwickeln und die Branche zu beraten.
Wie viele Bitcoin sind gefährdet?
Laut Coinbase könnten bis zu 6,9 Millionen BTC in Adressen mit exponiertem öffentlichem Schlüssel durch Quantencomputer angreifbar sein.
Wann könnte die Bedrohung durch Quantencomputer akut werden?
Experten schätzen, dass die akute Gefahr durch Quantencomputer frühestens in einem Jahrzehnt zu erwarten ist, was Zeit für Gegenmaßnahmen lässt.

Quellen: finanzen.net

Symbolbild: Quantencomputer und Bitcoin: Eine gefährliche Verbindung · Foto: Markus Winkler / Pexels

Carolin Berger
Carolin Berger
Carolin Berger schreibt über alles rund um die persönliche Finanzplanung: Sparen, Budgetieren und der Umgang mit dem eigenen Geld im Alltag. Ihr ist wichtig, dass Finanzthemen niemanden überfordern, sondern praktisch und nachvollziehbar bleiben. In ihren Beiträgen verbindet sie konkrete Tipps mit einem realistischen Blick auf das, was im Alltag tatsächlich umsetzbar ist.
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