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Reiche will Gaskraftwerke im Norden und Osten fördern

⏱ 3 Min. Lesezeit · Stand: 06.07.2026

Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche plant, die Benachteiligung des Nordens und Ostens beim Bau neuer Gaskraftwerke zu beseitigen. Ein neuer Änderungsantrag könnte die Verteilung der Kraftwerkskapazitäten gerechter gestalten.

Das Wichtigste in Kürze

  • Reiche will Südbonus anpassen
  • Ein Drittel der Gaskraftwerke für den Norden und Osten
  • Energieunternehmen fordern Gleichbehandlung

Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) hat angekündigt, im Streit um die Benachteiligung des Nordens und Ostens beim Bau neuer Gaskraftwerke einlenken zu wollen. Die aktuellen Gesetzespläne zur Sicherung der Stromversorgung sehen vor, dass der sogenannte Südbonus, der bisher vorrangig für südliche Bundesländer galt, in seiner bisherigen Form nicht mehr gelten soll. Dies könnte weitreichende Auswirkungen auf die Energiepolitik in Deutschland haben.

Was sind die Hintergründe der Gaskraftwerkspläne?

Gaskraftwerke in Deutschland
Symbolbild: Gaskraftwerke in Deutschland · Foto: Ani Elisa Geigenmüller / Pexels

Der Südbonus sieht vor, dass bis zu zwei Drittel der ausgeschriebenen Kraftwerkskapazitäten in den „netztechnischen Süden“ Deutschlands gehen. Dies umfasst die Bundesländer Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Saarland. Diese Regelung wurde von vielen als ungerecht empfunden, da sie den Norden und Osten Deutschlands benachteiligt. Die Energieunternehmen Leag in Brandenburg und Mibrag in Sachsen und Sachsen-Anhalt sowie die Industriegewerkschaft BCE hatten die Bundesregierung aufgefordert, den Gesetzentwurf nachzubessern, um eine gerechtere Verteilung der Gaskraftwerke zu gewährleisten.

Welche Änderungen sind geplant?

Nach dem neuen Vorschlag soll der Südbonus erst greifen, wenn ein Drittel der Zuschläge in den Norden und Osten gegangen sind. Dies bedeutet, dass die Bundesregierung plant, die Verteilung der Gaskraftwerke gerechter zu gestalten und den Bedürfnissen der Regionen Rechnung zu tragen, die nach dem Kohleausstieg auf neue Energiequellen angewiesen sind. Ein Änderungsantrag der schwarz-roten Koalition deutet darauf hin, dass die Bundesregierung bereit ist, auf die Bedenken der betroffenen Bundesländer einzugehen.

Warum sind neue Gaskraftwerke wichtig für die Wirtschaft?

Fakten auf einen Blick

  • Änderungsantrag der schwarz-roten Koalition
  • Ziel: ein Drittel der Zuschläge für Norden und Osten
  • Südbonus wird modifiziert

Neue Gaskraftwerke sind entscheidend für die Sicherstellung der Stromversorgung in Deutschland, insbesondere im Zuge des bis 2038 geplanten schrittweisen Kohleausstiegs. Diese Kraftwerke sollen als eine Art Reserve dienen, die einspringt, wenn erneuerbare Energien wie Wind- und Solarenergie nicht ausreichend Strom liefern können. In Zeiten von „Dunkelflauten“, wenn die Erzeugung aus erneuerbaren Quellen gering ist, sind Gaskraftwerke unverzichtbar, um die Stabilität des Stromnetzes zu gewährleisten.

Wie reagieren die betroffenen Bundesländer?

Die betroffenen Bundesländer, insbesondere Brandenburg und Sachsen, haben die Bundesregierung aufgefordert, die Rahmenbedingungen für den Bau neuer Gaskraftwerke zu verbessern. Brandenburgs Wirtschaftsministerin Martina Klement (CSU) sieht noch Chancen, dass beim Gesetz zum Bau neuer Gaskraftwerke Nachbesserungen erzielt werden können. Sie betont, dass es wichtig sei, die Versorgungssicherheit in allen Teilen Deutschlands zu gewährleisten und die wirtschaftlichen Interessen der Regionen zu berücksichtigen.

Welche wirtschaftlichen Auswirkungen sind zu erwarten?

Die geplanten Änderungen könnten nicht nur die Energieversorgung in den betroffenen Regionen verbessern, sondern auch positive wirtschaftliche Effekte mit sich bringen. Der Bau neuer Gaskraftwerke könnte Arbeitsplätze schaffen und die wirtschaftliche Entwicklung in den Regionen fördern, die nach dem Kohleausstieg vor großen Herausforderungen stehen. Die Energieunternehmen Leag und Mibrag haben bereits angekündigt, neue Gaskraftwerke zu errichten, die später auf Wasserstoffkraftwerke umgerüstet werden können, um den Beschäftigten eine Perspektive nach dem Kohleausstieg zu bieten.

Fazit

Gaskraftwerke in Deutschland
Symbolbild: Gaskraftwerke in Deutschland · Foto: Kindel Media / Pexels

Die Ankündigung von Katherina Reiche, beim Bau neuer Gaskraftwerke auf den Norden und Osten zuzugehen, könnte einen Wendepunkt in der deutschen Energiepolitik darstellen. Die geplanten Änderungen zur Modifikation des Südbonus könnten dazu beitragen, die Benachteiligung dieser Regionen zu beseitigen und die Versorgungssicherheit in Deutschland zu gewährleisten. In einer Zeit, in der die Energiewende vor großen Herausforderungen steht, sind solche Maßnahmen von entscheidender Bedeutung für die wirtschaftliche Stabilität und die Schaffung neuer Arbeitsplätze.

Häufige Fragen

Was ist der Südbonus?
Der Südbonus ist eine Regelung, die vorsieht, dass bis zu zwei Drittel der neuen Gaskraftwerke in den südlichen Bundesländern Deutschlands gebaut werden. Dies wurde als Benachteiligung für den Norden und Osten kritisiert.
Welche Änderungen plant Katherina Reiche?
Katherina Reiche plant, den Südbonus zu modifizieren, sodass ein Drittel der Kraftwerkskapazitäten in den Norden und Osten Deutschlands vergeben werden. Dies soll durch einen Änderungsantrag der schwarz-roten Koalition geschehen.
Warum sind neue Gaskraftwerke wichtig?
Neue Gaskraftwerke sind entscheidend für die Sicherstellung der Stromversorgung, insbesondere im Zuge des Kohleausstiegs bis 2038. Sie sollen als Reserve dienen, wenn erneuerbare Energien nicht ausreichend Strom liefern.
Welche Regionen profitieren von den Änderungen?
Von den geplanten Änderungen profitieren Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen.
Wie reagieren die Energieunternehmen auf die Pläne?
Energieunternehmen wie Leag und Mibrag haben die Bundesregierung aufgefordert, den Gesetzentwurf nachzubessern, um eine gerechtere Verteilung der Gaskraftwerke zu gewährleisten.

Quellen: finanzen.net

Symbolbild: Gaskraftwerke in Deutschland · Foto: Joseph Russo / Pexels

Sebastian Stehle
Sebastian Stehlehttps://finanz-echo.de
Sebastian Stehle beschäftigt sich seit über zehn Jahren mit den Aktien- und Kapitalmärkten. Bei Finanz-Echo schreibt er über Börsentrends, Unternehmenszahlen und wirtschaftliche Entwicklungen und legt dabei Wert darauf, komplexe Zusammenhänge verständlich aufzubereiten. Sein Ziel ist es, Leserinnen und Lesern eine solide Grundlage für eigene Entscheidungen zu geben – ohne reißerische Versprechen.
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