⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 13.08.2026
Das geplante Unterseekabel zur Verbindung der Stromnetze von Griechenland, Zypern und Israel macht Fortschritte. Ein Investitionsantrag wurde nun eingereicht.
- Griechischer Netzbetreiber ADMIE reicht Investitionsantrag ein
- EU unterstützt das Projekt mit 657 Millionen Euro
- Meridiam wird Mehrheitsaktionär und stärkt die Finanzierung
Das geplante gigantische Unterseekabel zur Verbindung der Stromnetze von Griechenland, Zypern und Israel kommt einen weiteren Schritt voran. Der griechische Netzbetreiber ADMIE hat den Investitionsantrag für den Abschnitt zwischen Zypern und Israel bei den zuständigen Regulierungsbehörden beider Länder eingereicht. Dies teilte der Netzbetreiber in Athen mit. Der sogenannte Great Sea Interconnector (GSI) ist eine rund 1.200 Kilometer lange Stromverbindung unter dem Mittelmeer, die Griechenland über Kreta mit Zypern und anschließend Zypern mit Israel verbinden soll. Ziel ist es, Zypern und Israel erstmals an das europäische Stromnetz anzuschließen.
Der jetzt eingereichte Antrag betrifft den Abschnitt Zypern-Israel. Das geplante Unterseekabel soll rund 324 Kilometer lang sein und zunächst eine Übertragungskapazität von 1.000 Megawatt haben. Diese Kapazität ist entscheidend, um die Energieversorgung in der Region zu stabilisieren und die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu verringern. Die EU unterstützt dieses strategische Energieprojekt, was die Bedeutung des Vorhabens unterstreicht.
Finanzielle Unterstützung und strategische Bedeutung

Die Kosten des Projekts belaufen sich auf rund 1,9 Milliarden Euro. Die Europäische Union hat bereits 657 Millionen Euro aus der Connecting Europe Facility bereitgestellt, um den Bau des Abschnitts zwischen Griechenland und Zypern zu fördern. Diese finanzielle Unterstützung ist nicht nur ein Zeichen des Vertrauens in das Projekt, sondern auch ein wichtiger Schritt zur Sicherstellung der langfristigen Energieversorgung in der Region.
Der neue Schritt folgt auf den Einstieg der französischen Infrastruktur-Investmentgesellschaft Meridiam, die vergangene Woche Mehrheitsaktionär der GSI-Projektgesellschaft geworden ist. Mit dieser Beteiligung erhält das seit Jahren verzögerte Projekt zusätzlichen finanziellen Rückenwind. Meridiam bringt nicht nur Kapital, sondern auch internationale Expertise in das Projekt ein, was die Umsetzungskapazität erheblich verbessert.
Politische Dimensionen des Projekts
Das GSI-Projekt hat nicht nur wirtschaftliche, sondern auch politische Dimensionen. Griechenland, Zypern und Israel betrachten die Stromverbindung nicht nur als ein Energieprojekt, sondern auch als strategisches Infrastrukturprojekt im östlichen Mittelmeer. Die geopolitischen Spannungen in der Region, insbesondere zwischen Griechenland und der Türkei, haben die Umsetzung des Projekts in der Vergangenheit behindert. Dennoch zeigt die aktuelle Entwicklung, dass die beteiligten Länder entschlossen sind, die Herausforderungen zu überwinden.
Zuletzt hatten sich auch US-Abgeordnete für eine stärkere Unterstützung des Projekts ausgesprochen, was die internationale Dimension und die strategische Bedeutung des GSI weiter unterstreicht. Diese Unterstützung könnte dazu beitragen, die notwendigen politischen und finanziellen Rahmenbedingungen zu schaffen, um das Projekt erfolgreich umzusetzen.
Technische Herausforderungen und Fortschritte
- Projektname: Great Sea Interconnector
- Länge: 1.200 Kilometer
- Kosten: 1,9 Milliarden Euro
- EU-Förderung: 657 Millionen Euro
- Neuer Abschnitt: Zypern-Israel
Die technischen Herausforderungen beim Bau eines der größten Unterseekabel der Welt sind erheblich. Die Planung und Durchführung der notwendigen Vermessungsarbeiten sind entscheidend, um die optimale Route für das Kabel zu bestimmen. Diese Arbeiten sind bereits im Gange, und die Fortschritte werden regelmäßig überwacht. Die Genehmigungen für den Bau müssen ebenfalls eingeholt werden, was Zeit in Anspruch nehmen kann.
Die Übertragungskapazität von 1.000 Megawatt ist ein wichtiger Aspekt des Projekts, da sie es ermöglicht, überschüssige Energie, insbesondere aus erneuerbaren Quellen wie Solarenergie, effizient zu transportieren. Dies könnte nicht nur die Energiepreise in der Region stabilisieren, sondern auch die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen verringern und somit zur Bekämpfung des Klimawandels beitragen.
Auswirkungen auf die Energiepreise und die Wirtschaft
Die Verbindung von Zypern und Israel mit dem europäischen Stromnetz könnte erhebliche Auswirkungen auf die Energiepreise in der Region haben. Durch die Schaffung eines stabilen und zuverlässigen Stromnetzes könnten die Preise für Endverbraucher gesenkt werden. Dies wäre besonders vorteilhaft für die Wirtschaft beider Länder, die stark von stabilen Energiepreisen abhängt.
Darüber hinaus könnte das Projekt auch als Katalysator für weitere Investitionen in die Infrastruktur und die Energieerzeugung in der Region dienen. Die Schaffung eines stabilen Stromnetzes könnte das Vertrauen von Investoren stärken und zu einer erhöhten wirtschaftlichen Aktivität führen. Dies könnte sich positiv auf die Aktienmärkte auswirken, insbesondere auf Unternehmen, die im Energiesektor tätig sind.
Fazit

Das Unterseekabelprojekt zwischen Griechenland, Zypern und Israel, der Great Sea Interconnector, macht bedeutende Fortschritte. Mit der Einreichung des Investitionsantrags und der Unterstützung durch die EU sowie der Beteiligung von Meridiam wird das Projekt nicht nur als strategisches Energieprojekt, sondern auch als wichtiger Schritt zur Stabilisierung der Energieversorgung im östlichen Mittelmeer angesehen. Die kommenden Monate werden entscheidend sein, um die technischen und politischen Herausforderungen zu bewältigen und das Projekt erfolgreich umzusetzen.
Häufige Fragen
Was ist der Great Sea Interconnector?
Wie viel kostet das Projekt?
Wer ist Meridiam?
Wann wird das Kabel in Betrieb genommen?
Welche Bedeutung hat das Projekt für die Region?
Quellen: finanzen.net
Symbolbild: Fortschritt beim Untersee-Stromkabel im Mittelmeer · Foto: Magda Ehlers / Pexels


