⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 05.07.2026
Die Riester-Rente wird ab 2027 abgeschafft, was für Millionen von Sparerinnen und Sparern erhebliche finanzielle Verluste bedeutet. Eine aktuelle Analyse zeigt, dass viele von ihnen seit 2002 im Durchschnitt 43.000 Euro verloren haben.
- Riester-Rente wird ab 2027 durch neues Modell ersetzt.
- Sparer haben seit 2002 im Durchschnitt 43.000 Euro verloren.
- Neues Altersvorsorgedepot verspricht höhere Renditen.
Die Riester-Rente, ein zentrales Element der deutschen Altersvorsorge, wird ab 2027 abgeschafft. Diese Entscheidung hat weitreichende Konsequenzen für Millionen von Sparerinnen und Sparern, die seit 2002 in diese Form der Altersvorsorge investiert haben. Eine aktuelle Analyse zeigt, dass viele von ihnen im Durchschnitt rund 43.000 Euro verloren haben, wenn man die Riester-Rente mit alternativen Anlageformen vergleicht.
Was geschah mit der Riester-Rente?

Die Riester-Rente wurde 2002 eingeführt, um die private Altersvorsorge in Deutschland zu fördern. Sie bot staatliche Zulagen und Steuervorteile, die jedoch durch hohe Kosten und eine komplizierte Struktur oft zunichtegemacht wurden. Viele Sparer, die 2002 mit einem monatlichen Beitrag von 100 Euro starteten, mussten feststellen, dass ihre Rendite nach Kosten bei lediglich 2,5 Prozent pro Jahr lag. In der Realität erreichen sogar 65 Prozent der Riester-Produkte nicht einmal 2 Prozent Bruttorendite.
Die Abschaffung der Riester-Rente markiert einen Wendepunkt in der deutschen Altersvorsorge. Die Bundesregierung hat die Reform beschlossen, um die private Vorsorge einfacher, günstiger und flexibler zu gestalten. Ab 2027 wird ein Standardprodukt eingeführt, das von allen Banken und Versicherungen angeboten werden muss. Dieses neue Modell wird die starren Beitragsgarantien der Riester-Rente aufbrechen und stattdessen verschiedene Optionen anbieten, darunter auch Produkte ohne Garantie.
Warum haben Sparer so viel Geld verloren?
Die hohen Verluste der Riester-Sparer sind auf mehrere Faktoren zurückzuführen. Erstens sind die Kosten für Riester-Produkte mit 1,5 bis 2,5 Prozent pro Jahr erheblich. Diese Kosten schmälern die Rendite und machen es schwierig, ein signifikantes Vermögen aufzubauen. Zweitens zwingt die verpflichtende 100-Prozent-Beitragsgarantie die Anbieter dazu, in Anleihen und Garantiefonds zu investieren, die in der Niedrigzinsphase kaum Rendite abwerfen.
Ein Vergleich zeigt, dass ein hypothetisches Altersvorsorgedepot, das in einen MSCI-World-ETF investiert hätte, eine Nettorendite von 6,2 Prozent pro Jahr erzielt hätte. Dies verdeutlicht die enormen Verluste, die Riester-Sparer erlitten haben, insbesondere in Zeiten von Niedrigzinsen und Marktvolatilität.
Was ändert sich mit der neuen Altersvorsorge?
- Durchschnittlicher Verlust pro Riester-Sparer: 43.000 Euro
- Einführung des neuen Altersvorsorgedepots: 1. Januar 2027
- Nettorendite eines MSCI-World-ETFs: 6,2 Prozent pro Jahr
Mit der Reform wird die maximale Förderung auf 540 Euro pro Jahr angehoben. Künftig gibt es für jeden eingezahlten Euro der Sparerinnen und Sparer 50 Cent vom Staat dazu, bis zu einer Höhe von jährlich 360 Euro. Für jeden eingezahlten Euro zwischen 360 Euro bis 1.800 Euro gibt es dann 25 Cent. Dies bedeutet, dass vor allem Sparer, die monatlich nur bis zu 30 Euro zurücklegen können, von der Reform profitieren werden.
Die neue Altersvorsorge wird auch für Selbstständige geöffnet, die bisher von der Riester-Rente ausgeschlossen waren. Dies soll deren schwieriger Situation bei der Altersvorsorge entgegenwirken und mehr Menschen ermuntern, Geld für den Ruhestand zurückzulegen.
Wie können Sparer mit alten Riester-Verträgen umgehen?
Bestehende Riester-Verträge bleiben bestehen und genießen Bestandsschutz. Sparer können entscheiden, ob sie ihren Vertrag beibehalten oder in das neue Modell wechseln möchten. Es ist jedoch wichtig, die Vor- und Nachteile eines Wechsels abzuwägen. Wer sich nicht entscheiden kann, dem soll künftig ein Standardprodukt angeboten werden, bei dem die Effektivkosten auf 1,0 Prozent begrenzt sind.
Ein Tipp für Sparer: Es ist ratsam, sich frühzeitig um die Eröffnung eines neuen Depots zu kümmern, um Verzögerungen zu vermeiden. Am 1. Januar 2027 wird erwartet, dass viele Sparer gleichzeitig versuchen werden, ein neues Depot zu eröffnen, was zu überlasteten Systemen und langen Wartezeiten führen könnte.
Fazit

Die Abschaffung der Riester-Rente stellt einen bedeutenden Wandel in der deutschen Altersvorsorge dar. Die hohen Verluste, die Sparer seit 2002 erlitten haben, sind alarmierend und verdeutlichen die Notwendigkeit einer Reform. Mit der Einführung des neuen Altersvorsorgedepots ab 2027 wird ein Schritt in Richtung einer flexibleren und renditestärkeren Altersvorsorge gemacht. Es bleibt abzuwarten, wie die Umstellung verlaufen wird und welche Herausforderungen dabei auftreten werden.
Häufige Fragen
Was passiert mit bestehenden Riester-Verträgen?
Wie hoch sind die Verluste der Riester-Sparer?
Wann tritt die Reform der Riester-Rente in Kraft?
Was sind die Hauptgründe für die hohen Verluste?
Wie wird die neue Altersvorsorge gefördert?
Quellen: Google News
Symbolbild: Die Zukunft der Altersvorsorge in Deutschland · Foto: Picas Joe / Pexels


