⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 08.07.2026
Die Riester-Rente wird abgeschafft, was für Millionen von Sparerinnen und Sparern erhebliche finanzielle Konsequenzen hat. Eine aktuelle Analyse zeigt, dass viele von ihnen seit 2002 im Durchschnitt 43.000 Euro verloren haben.
- Die Riester-Rente wird 2027 abgeschafft.
- Sparer haben seit 2002 im Schnitt 43.000 Euro verloren.
- Das neue Altersvorsorgedepot verspricht höhere Renditen.
- Hohe Kosten und niedrige Renditen waren die Hauptprobleme der Riester-Rente.
- Ein MSCI-World-ETF könnte eine attraktive Alternative darstellen.
Die Riester-Rente, ein zentrales Element der deutschen Altersvorsorge, wird zum 1. Januar 2027 abgeschafft. Diese Entscheidung hat weitreichende Konsequenzen für Millionen von Sparerinnen und Sparern, die seit der Einführung im Jahr 2002 im Durchschnitt 43.000 Euro verloren haben. Die Abschaffung der Riester-Rente ist Teil einer umfassenden Reform der Altersvorsorge, die darauf abzielt, private Vorsorge einfacher, günstiger und flexibler zu gestalten.
Was geschah mit der Riester-Rente?

Die Riester-Rente wurde 2002 eingeführt, um die private Altersvorsorge zu fördern. Sie sollte insbesondere für Geringverdiener und Familien attraktiv sein, indem sie staatliche Zulagen und Steuervergünstigungen bot. Doch die Realität sieht anders aus: Eine aktuelle Analyse zeigt, dass die Riester-Sparer im Durchschnitt 43.000 Euro verloren haben, wenn man die Rendite mit alternativen Altersvorsorgeprodukten vergleicht. Der Depotwert der Riester-Rente wird bis Ende 2026 auf etwa 46.845 Euro geschätzt, während das neue Altersvorsorgedepot, das ab 2027 verfügbar sein wird, einen Depotwert von etwa 89.732 Euro erreichen könnte.
Die Gründe für die Verluste
Die hohen Verluste der Riester-Sparer sind auf mehrere Faktoren zurückzuführen. Erstens sind die Kosten für Riester-Produkte mit 1,5 bis 2,5 Prozent pro Jahr erheblich. Diese hohen Kosten schmälern die Rendite und machen es schwierig, ein signifikantes Vermögen anzusparen. Zweitens zwingt die verpflichtende 100-Prozent-Beitragsgarantie die Anbieter dazu, in renditeschwache Anlagen wie Anleihen und Garantiefonds zu investieren, was in der Niedrigzinsphase zu einer nahezu null Rendite auf den Großteil des Portfolios führte.
Zusätzlich haben viele Riester-Produkte nicht einmal eine Bruttorendite von 2 Prozent erreicht. Laut Finanzwende e. V. ist dies der Fall bei etwa 65 Prozent aller Riester-Produkte. Die Kombination aus hohen Kosten und niedrigen Renditen hat dazu geführt, dass viele Sparer nicht die erhofften Erträge erzielen konnten.
Das neue Altersvorsorgedepot
- Durchschnittlicher Verlust pro Riester-Sparer: 43.000 Euro
- Depotwert der Riester-Rente bis Ende 2026: ca. 46.845 Euro
- Depotwert des neuen Altersvorsorgedepots: ca. 89.732 Euro
- Einführung des neuen Altersvorsorgedepots: 1. Januar 2027
- Nettorendite eines MSCI-World-ETFs: 6,2 Prozent pro Jahr
Mit der Abschaffung der Riester-Rente wird ein neues Altersvorsorgedepot eingeführt, das ab dem 1. Januar 2027 verfügbar sein wird. Dieses Depot verspricht eine Nettorendite von etwa 6,2 Prozent pro Jahr, basierend auf der historischen Entwicklung des MSCI World seit 1972. Im Gegensatz zur Riester-Rente gibt es keine verpflichtende Beitragsgarantie, was bedeutet, dass Anleger in renditestärkere, kapitalmarktnahe Anlagen investieren können.
Das neue Modell sieht vor, dass für jeden eingezahlten Euro 50 Cent vom Staat als Zulage gewährt werden, bis zu einer Höhe von jährlich 360 Euro. Dies könnte insbesondere für jüngere Sparer und solche mit höheren Eigenbeiträgen attraktiv sein, da sie von den höheren Zulagen profitieren können.
Vergleich zwischen Riester-Rente und Altersvorsorgedepot
| Aspekt | Riester-Rente | Altersvorsorgedepot |
|---|---|---|
| Eigenbeiträge gesamt | 30.000 € | 30.000 € |
| Zulagen gesamt | 4.375 € | 9.750 € |
| Steuerersparnis gesamt | 5.229 € | 1.281 € |
| Nettorendite (p.a.) | ~2,5 % | ~6,2 % |
| Depotwert Ende 2026 | ~46.845 € | ~89.732 € |
Der Vergleich zeigt deutlich, dass das neue Altersvorsorgedepot eine weitaus attraktivere Option für Sparer darstellt. Die Möglichkeit, in renditestärkere Anlagen zu investieren, könnte dazu führen, dass Anleger deutlich mehr Vermögen für ihre Altersvorsorge ansparen können.
Die Auswirkungen auf die Finanzmärkte
Die Abschaffung der Riester-Rente und die Einführung des neuen Altersvorsorgedepots könnten auch Auswirkungen auf die Finanzmärkte haben. Anleger, die in den MSCI World ETF investieren, könnten von der höheren Nachfrage profitieren, da immer mehr Sparer auf renditestärkere Anlagen umsteigen möchten. Dies könnte zu einer Stabilisierung und möglicherweise sogar zu einem Anstieg der Aktienkurse führen, insbesondere in einem Umfeld, in dem die Zinsen niedrig bleiben und die Inflation steigt.
Darüber hinaus könnte die Reform der Altersvorsorge auch die Banken und Finanzdienstleister dazu anregen, neue Produkte zu entwickeln, die besser auf die Bedürfnisse der Sparer zugeschnitten sind. Die Flexibilität und die höheren Renditechancen könnten dazu führen, dass mehr Menschen bereit sind, in Aktien und andere kapitalmarktnahe Anlagen zu investieren, was wiederum die Märkte beleben könnte.
Fazit

Die Abschaffung der Riester-Rente ist ein bedeutender Schritt in der Reform der deutschen Altersvorsorge. Die hohen Verluste, die Sparer seit 2002 erlitten haben, machen deutlich, dass es an der Zeit war, ein neues, flexibleres und renditestärkeres Modell einzuführen. Das neue Altersvorsorgedepot, das ab 2027 verfügbar sein wird, bietet eine vielversprechende Alternative, die es Sparerinnen und Sparern ermöglichen könnte, ihre Altersvorsorge deutlich zu verbessern. Die Reform könnte nicht nur den Einzelnen zugutekommen, sondern auch positive Auswirkungen auf die Finanzmärkte haben, indem sie die Nachfrage nach Aktien und anderen renditestarken Anlagen erhöht.
Häufige Fragen
Was passiert mit bestehenden Riester-Verträgen?
Wie hoch sind die Verluste für Riester-Sparer?
Was sind die Hauptgründe für die Verluste?
Wie funktioniert das neue Altersvorsorgedepot?
Welche Alternativen gibt es zur Riester-Rente?
Quellen: Google News
Symbolbild: Finanzplanung für die Altersvorsorge · Foto: Pavel Danilyuk / Pexels


