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Riester-Rente wird abgeschafft: Sparer verlieren 43.000 Euro

⏱ 5 Min. Lesezeit · Stand: 24.06.2026

Die Riester-Rente, seit 2002 eine zentrale Säule der Altersvorsorge in Deutschland, wird zum 1. Januar 2027 abgeschafft. Viele Sparer haben seit ihrer Einführung erhebliche Verluste erlitten.

Das Wichtigste in Kürze

  • Riester-Rente wird 2027 abgeschafft.
  • Sparer haben im Schnitt 43.000 Euro verloren.
  • Neues Altersvorsorgedepot bietet bessere Renditechancen.

Die Riester-Rente, die seit ihrer Einführung im Jahr 2002 als eine der zentralen Säulen der privaten Altersvorsorge in Deutschland galt, wird zum 1. Januar 2027 abgeschafft. Diese Entscheidung kommt nicht überraschend, da die Riester-Rente in den letzten Jahren zunehmend in der Kritik stand. Viele Sparer haben seit 2002 erhebliche Verluste erlitten, die sich auf bis zu 43.000 Euro summieren können. Diese Zahlen werfen ein Schlaglicht auf die Herausforderungen, vor denen die Altersvorsorge in Deutschland steht.

Was geschah mit der Riester-Rente?

Zukunft der Altersvorsorge in Deutschland
Symbolbild: Zukunft der Altersvorsorge in Deutschland · Foto: AI25.Studio Studio / Pexels

Die Riester-Rente wurde 2002 eingeführt, um den Bürgern eine staatlich geförderte Möglichkeit zur privaten Altersvorsorge zu bieten. Ziel war es, die Rentenlücke zu schließen, die durch die demografische Entwicklung und die sinkenden gesetzlichen Rentenansprüche entstanden ist. Doch die Realität sieht anders aus: Viele Sparer haben in den letzten Jahren festgestellt, dass die Renditen ihrer Riester-Verträge oft hinter den Erwartungen zurückbleiben. Eine detaillierte Analyse zeigt, dass Sparer, die 2002 mit der Riester-Rente begonnen haben, im Vergleich zu einem alternativen Altersvorsorgedepot, das auf den MSCI-World-ETF setzt, im Schnitt 43.000 Euro weniger im Depot haben.

Diese Zahl verdeutlicht die enormen finanziellen Einbußen, die viele Sparer erlitten haben, ohne sich dessen bewusst zu sein. Die Berechnungen basieren auf der Annahme, dass das Altersvorsorgedepot bereits 2002 verfügbar gewesen wäre und die Sparer von den höheren Renditen des Aktienmarktes profitiert hätten. Die hohen Kosten von durchschnittlich 1,7 Prozent Effektivkosten trugen ebenfalls dazu bei, dass die Erträge stark geschmälert wurden.

Die Gründe für die Abschaffung

Die Riester-Rente war gut gemeint, aber schlecht umgesetzt. Die Beitragsgarantie, die Anleger schützen sollte, hat ihnen die Rendite geraubt. Die hohen Kosten waren eine zusätzliche Bürde. Das Altersvorsorgedepot, das ab 2027 eingeführt wird, soll diese Schwächen ausgleichen und bietet eine Kombination aus staatlicher Förderung und Kapitalmarktrenditen. Ein wesentlicher Punkt ist der Kostendeckel, der auf 1 Prozent der Effektivkosten festgelegt wurde. Dies ist ein Kompromiss zwischen den Forderungen der Verbraucherschützer und der Versicherungsbranche.

Wer selbst günstige ETFs auswählt, kann ohnehin nur mit 0,1 bis 0,2 Prozent rechnen. Die Reform fällt in praktisch jedem Punkt besser aus als der erste Entwurf. Für Sparer, die sich schon mit dem ursprünglichen Entwurf anfreunden konnten, ist das Altersvorsorgedepot jetzt ein klares Upgrade.

Die Vorteile des neuen Altersvorsorgedepots

Fakten auf einen Blick

  • Abschaffung der Riester-Rente: 1. Januar 2027
  • Durchschnittlicher Verlust für Sparer seit 2002: 43.000 Euro
  • Einführung des Altersvorsorgedepots: 1. Januar 2027

Das neue Altersvorsorgedepot bietet zahlreiche Vorteile gegenüber der Riester-Rente. Die Grundzulage steigt von den ursprünglich geplanten 30 Cent auf 50 Cent pro eingezahltem Euro. Für die ersten 360 Euro im Jahr gibt es 50 Cent pro Euro, für jeden weiteren Euro bis 1.800 Euro noch 25 Cent statt der ursprünglichen 20 Cent. Die maximale Grundzulage beträgt somit 540 Euro pro Jahr. Was das konkret bedeutet: Wer monatlich 100 Euro einzahlt, bekommt 390 Euro Förderung obendrauf.

Ein weiterer Vorteil ist die volle Kinderzulage, die jetzt schon ab 25 Euro monatlich erreicht wird. Der Staat legt bis zu dieser Grenze für jedes Kind pro Euro einen weiteren Euro drauf. Eine Familie mit zwei Kindern und 25 Euro Eigenanteil im Monat hat 1.050 Euro im Depot – bei nur 300 Euro Eigenbeitrag im Jahr. Die Förderquote beträgt somit 250 Prozent.

Die Auswirkungen auf die Sparer

Die Abschaffung der Riester-Rente markiert einen Wendepunkt in der deutschen Altersvorsorge. Sparer, die seit 2002 auf die Riester-Rente gesetzt haben, müssen sich mit den Verlusten von bis zu 43.000 Euro auseinandersetzen. Doch mit dem neuen Altersvorsorgedepot, das ab 2027 verfügbar sein wird, gibt es die Chance auf eine bessere finanzielle Zukunft. Die Reform bietet nicht nur höhere Zulagen und niedrigere Kosten, sondern auch die Möglichkeit, von den Kapitalmärkten zu profitieren.

Die Berechnungen zeigen, dass die Nettorendite des Altersvorsorgedepots bei 6,2 Prozent liegen könnte, basierend auf der historischen Entwicklung des MSCI World seit 1972. Dies steht im krassen Gegensatz zu den oft enttäuschenden Renditen der Riester-Rente, die in vielen Fällen nicht einmal 2 Prozent Bruttorendite erreichen.

Praktische Hinweise für Sparer

Tipp: Wer 2002 mit Riester startete, hat den schlechtmöglichsten Zeitpunkt erwischt und wurde dafür doppelt bestraft. Der MSCI World crashte zwar zunächst (Dotcom-Blase, 9/11), erholte sich dann stark, brach 2008 (Subprime-Krise, Euro-Krise) erneut ein und legte anschließend die längste Rallye der Börsengeschichte hin. Riester-Sparer machten nichts davon mit, weil die Beitragsgarantie ihre Anbieter in Anleihen zwang.

Wenn das Altersvorsorgedepot am 1. Januar 2027 startet, werden hunderttausende Sparer gleichzeitig versuchen, ein Depot zu eröffnen. Die Folge: überlastete Systeme, lange Wartezeiten bei der Identitätsprüfung und verzögerte Freischaltungen. Jeder Tag Verzögerung ist ein Tag ohne Förderung, denn die Zulagen fließen nicht rückwirkend. Wer jetzt bei finanzen.net ZERO ein kostenloses Depot eröffnet, hat die Identitätsprüfung bereits erledigt und kann am 1. Januar direkt loslegen – ohne Warteschlange, ohne verpasste Förderung.

Fazit

Zukunft der Altersvorsorge in Deutschland
Symbolbild: Zukunft der Altersvorsorge in Deutschland · Foto: RDNE Stock project / Pexels

Die Riester-Rente wird zum 1. Januar 2027 abgeschafft, was für viele Sparer erhebliche finanzielle Verluste bedeutet. Die durchschnittlichen Verluste von 43.000 Euro verdeutlichen die Notwendigkeit einer Reform. Mit dem neuen Altersvorsorgedepot gibt es jedoch die Chance auf eine bessere finanzielle Zukunft, die höhere Zulagen und niedrigere Kosten bietet. Sparer sollten sich frühzeitig informieren und gegebenenfalls jetzt schon ein Depot eröffnen, um von den neuen Möglichkeiten zu profitieren.

Häufige Fragen

Was passiert mit bestehenden Riester-Verträgen?
Bestehende Riester-Verträge können bis zur Abschaffung im Jahr 2027 weitergeführt werden. Ab 2027 können Sparer in das neue Altersvorsorgedepot wechseln.
Wie hoch sind die Verluste für Riester-Sparer?
Riester-Sparer haben seit 2002 im Durchschnitt 43.000 Euro weniger angespart, als sie mit einem alternativen Altersvorsorgedepot hätten erreichen können.
Was ist das Altersvorsorgedepot?
Das Altersvorsorgedepot ist ein neues Modell, das ab 2027 verfügbar sein wird und staatliche Förderung mit Kapitalmarktrenditen kombiniert, um höhere Renditen zu ermöglichen.
Wie unterscheiden sich die Kosten zwischen Riester und dem neuen Modell?
Die Effektivkosten für das Altersvorsorgedepot werden auf 1 Prozent festgelegt, während Riester-Verträge oft Kosten von 1,5 bis 2,5 Prozent aufweisen.
Welche Vorteile bietet das neue Altersvorsorgedepot?
Das neue Modell bietet höhere Zulagen, niedrigere Kosten und die Möglichkeit, in Aktien-ETFs zu investieren, was historisch gesehen zu höheren Renditen führt.

Quellen: finanzen.net

Symbolbild: Zukunft der Altersvorsorge in Deutschland · Foto: Picas Joe / Pexels

Stefan Wagner
Stefan Wagner
Stefan Wagner widmet sich den Themen Altersvorsorge und Versicherungen. Er erklärt verständlich, welche Vorsorgemodelle es gibt und worauf man bei langfristigen Entscheidungen achten sollte. Bei Finanz-Echo möchte er dazu beitragen, dass auch trockene Themen wie Renten- und Absicherungsfragen greifbar werden.
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