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Riester-Rente wird abgeschafft: Sparer verlieren Milliarden

⏱ 5 Min. Lesezeit · Stand: 06.06.2026

Die Riester-Rente, ein zentraler Bestandteil der deutschen Altersvorsorge, wird zum 1. Januar 2027 abgeschafft. Sparer haben seit der Einführung im Jahr 2002 Milliarden Euro verloren, was die Notwendigkeit einer Reform verdeutlicht.

Das Wichtigste in Kürze

  • Riester-Rente wird 2027 abgeschafft.
  • Sparer haben seit 2002 bis zu 43.000 Euro verloren.
  • Neues Altersvorsorgedepot bietet bessere Renditechancen.

Die Riester-Rente, die seit ihrer Einführung im Jahr 2002 als ein zentraler Bestandteil der deutschen Altersvorsorge gilt, wird zum 1. Januar 2027 abgeschafft. Diese Entscheidung kommt nicht überraschend, da die Riester-Rente in den letzten Jahren stark in der Kritik steht. Viele Sparer haben durch diese Form der Altersvorsorge erhebliche finanzielle Einbußen erlitten. Laut aktuellen Berechnungen haben Sparer seit 2002 bis zu 43.000 Euro verloren, was die Notwendigkeit einer Reform deutlich macht.

Was geschah mit der Riester-Rente?

Riester-Rente Abschaffung und Altersvorsorge
Symbolbild: Riester-Rente Abschaffung und Altersvorsorge · Foto: AI25.Studio Studio / Pexels

Die Riester-Rente wurde ursprünglich als Antwort auf die sinkenden Rentenniveaus in Deutschland eingeführt. Sie sollte den Bürgern helfen, ihre Altersvorsorge zu verbessern und die Lücke zwischen gesetzlicher Rente und dem tatsächlichen Lebensstandard zu schließen. Doch die Realität sieht anders aus: Viele Sparer haben festgestellt, dass die Renditen ihrer Riester-Verträge oft unter den Erwartungen liegen. Eine Untersuchung zeigt, dass 65 Prozent aller Riester-Produkte nicht einmal eine Bruttorendite von 2 Prozent erreichen. Nach Abzug der Kosten bleibt oft kaum etwas übrig.

Die hohen Kosten für Riester-Verträge, die typischerweise zwischen 1,5 und 2,5 Prozent pro Jahr liegen, haben die Rendite zusätzlich geschmälert. Zudem zwingt die Beitragsgarantie die Anbieter dazu, in weniger renditestarke Anlagen zu investieren, was die Situation weiter verschärft. Viele Sparer haben daher die Riester-Rente als unattraktiv empfunden und kündigen ihre Verträge.

Die Reform: Einführung des Altersvorsorgedepots

Mit der Abschaffung der Riester-Rente wird das neue Altersvorsorgedepot (AVD) eingeführt. Dieses Modell soll einfacher, kostengünstiger und renditestärker sein. Ab dem 1. Januar 2027 können Sparer in ein Altersvorsorgedepot einzahlen, das eine Grundzulage von bis zu 540 Euro jährlich bietet. Diese Zulage ist eine erhebliche Verbesserung im Vergleich zur bisherigen Riester-Grundzulage von 175 Euro.

Das neue System wird auch Selbstständigen den Zugang zur staatlichen Förderung ermöglichen, was zuvor nicht der Fall war. Die staatliche Förderung wird umgestaltet: Für jeden gesparten Euro gibt es künftig 50 Cent vom Staat bis zu einer Einzahlung von 360 Euro pro Jahr, darüber hinaus bis 1.800 Euro sind es 25 Cent. Dies soll insbesondere Familien zugutekommen, die bereits bei einem geringen Eigenbeitrag von 25 Euro monatlich die volle Kinderzulage von 300 Euro erhalten können.

Die finanziellen Verluste der Riester-Sparer

Fakten auf einen Blick

  • Abschaffung der Riester-Rente ab 1. Januar 2027
  • Sparer haben seit 2002 bis zu 43.000 Euro verloren
  • Neue Grundzulage von bis zu 540 Euro jährlich

Die finanziellen Verluste, die Sparer seit 2002 erlitten haben, sind alarmierend. Wer 2002 mit einem Riester-Vertrag begann, hat im Vergleich zu einem hypothetischen Altersvorsorgedepot, das es damals nicht gab, bis zu 43.000 Euro weniger angespart. Diese Differenz verdeutlicht die Schwächen des Riester-Systems. Die hohen Produktkosten und die verpflichtende Beitragsgarantie haben viele Sparer in eine Kostenfalle geführt, die ihre Altersvorsorge erheblich belastet hat.

Ein Beispiel verdeutlicht dies: Ein Sparer, der 2002 monatlich 100 Euro in einen Riester-Vertrag investierte, hätte mit der Riester-Rente einen Depotwert von etwa 46.845 Euro erreicht. Hätte er jedoch in ein Altersvorsorgedepot investiert, wäre sein Depotwert auf etwa 89.732 Euro gestiegen. Dies zeigt, dass die Riester-Rente nicht nur unattraktiv war, sondern auch zu erheblichen finanziellen Nachteilen führte.

Die Reaktionen auf die Reform

Die Entscheidung, die Riester-Rente abzuschaffen, wurde von vielen Seiten begrüßt. Verbraucherschützer und Finanzexperten haben die Reform als längst überfällig bezeichnet. Die neue Regelung soll den Sparerinnen und Sparern ein transparenteres und kostengünstigeres Produkt bieten, das auf die Bedürfnisse der heutigen Zeit zugeschnitten ist. Die Reform wird als ein Schritt in die richtige Richtung angesehen, um das Vertrauen in die private Altersvorsorge wiederherzustellen.

Allerdings gibt es auch kritische Stimmen. Einige Experten warnen davor, dass die neuen Regelungen nicht ausreichen, um die strukturellen Probleme der Altersvorsorge in Deutschland zu lösen. Insbesondere die Frage, wie die Rentenlücke langfristig geschlossen werden kann, bleibt offen. Die Reform könnte zwar kurzfristig Verbesserungen bringen, doch die grundlegenden Herausforderungen der Altersvorsorge müssen weiterhin angegangen werden.

Was bedeutet das für Sparer?

Für Sparer, die bereits einen Riester-Vertrag haben, stellt sich die Frage, wie sie mit der bevorstehenden Reform umgehen sollen. Es wird empfohlen, die bestehenden Verträge kritisch zu prüfen, bevor Entscheidungen getroffen werden. Eine Kündigung kann teuer werden, da alle staatlichen Zulagen und Steuervorteile zurückgezahlt werden müssen. Stattdessen könnte eine Beitragsfreistellung eine sinnvolle Option sein, um das angesparte Kapital zu sichern und gleichzeitig die Möglichkeit zu haben, in das neue Altersvorsorgedepot zu wechseln.

Für neue Sparer bietet das Altersvorsorgedepot eine Chance, von den verbesserten Konditionen zu profitieren. Es ist jedoch wichtig, sich über die neuen Regelungen und die damit verbundenen Möglichkeiten zu informieren, um die bestmögliche Entscheidung für die eigene Altersvorsorge zu treffen.

Fazit

Riester-Rente Abschaffung und Altersvorsorge
Symbolbild: Riester-Rente Abschaffung und Altersvorsorge · Foto: Kampus Production / Pexels

Die Abschaffung der Riester-Rente und die Einführung des Altersvorsorgedepots markieren einen Wendepunkt in der deutschen Altersvorsorge. Sparer haben seit 2002 erhebliche finanzielle Verluste erlitten, die durch hohe Kosten und unzureichende Renditen verursacht wurden. Die Reform bietet die Chance auf ein transparenteres und renditestärkeres System, das den Bedürfnissen der heutigen Sparer besser gerecht wird. Es bleibt jedoch abzuwarten, ob die neuen Regelungen tatsächlich die gewünschten Verbesserungen bringen und ob sie ausreichen, um die Herausforderungen der Altersvorsorge in Deutschland nachhaltig zu lösen.

Häufige Fragen

Was passiert mit bestehenden Riester-Verträgen?
Bestehende Riester-Verträge laufen mit Bestandsschutz weiter, können aber in das neue Altersvorsorgedepot überführt werden.
Wie viel haben Sparer seit 2002 verloren?
Sparer haben seit 2002 bis zu 43.000 Euro verloren, je nach Zeitpunkt des Vertragsabschlusses und den gewählten Produkten.
Was ist das Altersvorsorgedepot?
Das Altersvorsorgedepot ersetzt die Riester-Rente und ermöglicht eine bessere Rendite durch Investitionen in Fonds und ETFs.
Wie hoch ist die neue Grundzulage?
Die neue Grundzulage beträgt bis zu 540 Euro jährlich, was eine erhebliche Erhöhung im Vergleich zur bisherigen Riester-Grundzulage von 175 Euro darstellt.
Wer ist förderberechtigt für das neue System?
Förderberechtigt sind Pflichtversicherte in der gesetzlichen Rentenversicherung, Beamte und Selbstständige, die ab 2027 ebenfalls Zugang haben.

Quellen: Google News

Symbolbild: Riester-Rente Abschaffung und Altersvorsorge · Foto: Picas Joe / Pexels

Julia Hoffmann
Julia Hoffmann
Julia Hoffmann ist bei Finanz-Echo für die Themen Immobilien und Baufinanzierung zuständig. Sie erklärt, worauf es bei Kauf, Finanzierung und Vermietung ankommt, und behält dabei aktuelle Entwicklungen am Markt im Blick. Ihre Artikel richten sich sowohl an angehende Eigentümer als auch an alle, die ihre Immobilie als Geldanlage betrachten.
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