⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 07.08.2026
Der Spezialchemiekonzern Lanxess hat im zweiten Quartal 2026 seine Jahresziele bestätigt, trotz eines herausfordernden Geschäftsumfelds, das durch geopolitische Spannungen geprägt ist.
- Lanxess profitiert von Schwierigkeiten asiatischer Konkurrenz.
- Umsatz im zweiten Quartal um 6,5 Prozent gestiegen.
- Keine nachhaltige Nachfrageerholung in Sicht.
Der Spezialchemiekonzern Lanxess hat im zweiten Quartal 2026 seine Jahresziele bestätigt, trotz eines herausfordernden Geschäftsumfelds, das durch geopolitische Spannungen geprägt ist. Die Sperrung der Straße von Hormus, die die Öl- und Gasversorgung in Teilen Asiens beeinträchtigt, hat den Wettbewerb für Lanxess begünstigt. Asiatische Chemieunternehmen mussten ihre Produktion drosseln, was zu einem Anstieg der Preise für viele Grundchemikalien führte. Diese Situation hat Lanxess, mit seinen Produktionsstätten in Europa, in die Karten gespielt.
Was sind die aktuellen Geschäftszahlen von Lanxess?

Im Zeitraum bis Ende Juni 2026 steigerte Lanxess seinen Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 6,5 Prozent auf 1,56 Milliarden Euro. Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) lag bei 152 Millionen Euro, was einen Anstieg von über 1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr darstellt. Diese Zahlen zeigen, dass Lanxess trotz der schwierigen Marktbedingungen in der Lage ist, seine Umsätze zu steigern und die Kosten im Griff zu behalten.
Die Prognose für das gesamte Jahr 2026 bleibt unverändert. Lanxess peilt ein EBITDA zwischen 450 und 550 Millionen Euro an. CEO Matthias Zachert betonte, dass die Kostensenkungsprogramme des Unternehmens voraussichtlich höhere Beiträge leisten werden als im ersten Halbjahr, was die finanzielle Stabilität des Unternehmens unterstützen sollte.
Wie beeinflusst der Iran-Krieg Lanxess?
Der Iran-Krieg hat erhebliche Auswirkungen auf die globalen Lieferketten, insbesondere in der Chemiebranche. Die Sperrung der Straße von Hormus hat die Öl- und Gasversorgung in Asien stark beeinträchtigt, was zu Produktionsengpässen bei asiatischen Chemieunternehmen führte. Diese Unternehmen sahen sich gezwungen, ihre Produktion zu drosseln, was Lanxess in die Lage versetzte, von höheren Preisen für chemische Produkte zu profitieren.
Die geopolitischen Spannungen haben somit nicht nur die Wettbewerbsbedingungen verändert, sondern auch die Marktpreise für viele chemische Grundstoffe erhöht. Lanxess konnte in diesem Umfeld seine Marktposition stärken, auch wenn die langfristigen Auswirkungen der geopolitischen Lage noch ungewiss sind.
Welche Sparte von Lanxess hat im zweiten Quartal am besten abgeschnitten?
- Umsatz Q2 2026: 1,56 Milliarden Euro
- EBITDA Q2 2026: 152 Millionen Euro
- Jahresziel EBITDA: 450 bis 550 Millionen Euro
Besonders erfolgreich war im zweiten Quartal die Sparte Specialty Additives, die Spezialchemikalien für verschiedene Industrien, darunter die Reifenindustrie und die Elektronik, herstellt. Diese Sparte verzeichnete einen operativen Gewinnanstieg von rund einem Drittel. Die Nachfrage nach diesen Produkten bleibt stabil, was Lanxess in die Lage versetzt, von den höheren Preisen zu profitieren.
Im Gegensatz dazu musste die Sparte Advanced Intermediates, die industrielle Zwischenprodukte herstellt, einen deutlichen Gewinnrückgang hinnehmen. Hohe Energiekosten und der Abbau von Vorräten belasteten die Ergebnisse dieser Sparte, was zeigt, dass nicht alle Bereiche des Unternehmens gleichermaßen von den aktuellen Marktbedingungen profitieren.
Wie sieht die Marktentwicklung für Lanxess aus?
Trotz der positiven Entwicklung im zweiten Quartal bleibt das Geschäftsumfeld für Lanxess herausfordernd. CEO Zachert warnte, dass kein nachhaltiger Aufschwung der Nachfrage in den Kernmärkten in Sicht sei. Die Marktbedingungen bleiben anspruchsvoll, und es gibt voraussichtlich bis Ende des Jahres keine weiteren konjunkturellen Impulse.
Die anhaltende Nachfrageschwäche in bestimmten Bereichen, insbesondere in der Agrarchemie, belastet die Geschäftsentwicklung. Lanxess hat bereits Maßnahmen zur Restrukturierung seiner Tochtergesellschaft Saltigo eingeleitet, um die Effizienz zu steigern und die Kosten zu senken.
Fazit

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Lanxess trotz eines herausfordernden Umfelds auf Kurs zu seinen Jahreszielen bleibt. Die Umsatzsteigerungen im zweiten Quartal und die Bestätigung der EBITDA-Prognose zeigen, dass das Unternehmen in der Lage ist, sich an die sich verändernden Marktbedingungen anzupassen. Dennoch bleibt die Unsicherheit aufgrund geopolitischer Spannungen und einer schwachen Nachfrage in bestimmten Segmenten bestehen. Die kommenden Monate werden entscheidend sein, um zu sehen, wie Lanxess auf diese Herausforderungen reagiert und ob das Unternehmen seine positive Entwicklung fortsetzen kann.
Häufige Fragen
Was sind die aktuellen Geschäftszahlen von Lanxess?
Wie beeinflusst der Iran-Krieg Lanxess?
Was sind die Prognosen für Lanxess im Jahr 2026?
Welche Sparte von Lanxess hat im zweiten Quartal am besten abgeschnitten?
Wie sieht die Marktentwicklung für Lanxess aus?
Quellen: finanzen.net
Symbolbild: Lanxess: Chemieunternehmen im Fokus · Foto: Tom Fisk / Pexels


