⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 22.07.2026
Der Silberpreis hat in den letzten Wochen einen dramatischen Rückgang erlebt. Die UBS hat ihre Kaufempfehlung für das Edelmetall angepasst und sieht Einstiegsmöglichkeiten für Anleger.
- Silberpreis fiel stark, Kaufzone gesenkt
- Geopolitische Spannungen und steigende Ölpreise belasten den Markt
- UBS bleibt optimistisch für mittelfristige Preisentwicklung
Der Silberpreis hat in den letzten Wochen einen dramatischen Rückgang erlebt und kämpft nun um Stabilität. Die Schweizer Großbank UBS hat auf diese Entwicklung reagiert und ihre Kaufempfehlung für das Edelmetall angepasst. Analyst Dominic Schnider senkte die als attraktiv geltende Kaufzone von zuvor 55 US-Dollar auf einen Korridor von 48 bis 50 US-Dollar je Feinunze. Diese Anpassung spiegelt die aktuellen Marktbedingungen wider, die durch geopolitische Spannungen und wirtschaftliche Unsicherheiten geprägt sind.
Was geschah mit dem Silberpreis?

Der Silberpreis fiel innerhalb weniger Wochen von rund 76 US-Dollar Anfang Juni auf etwa 56 US-Dollar Mitte Juli. Dieser steile Kursrutsch wurde durch mehrere Faktoren beeinflusst, darunter die eskalierenden Spannungen im Nahen Osten und die damit verbundenen steigenden Ölpreise. Diese Entwicklungen haben die Sorgen über eine mögliche Erhöhung der Zinssätze verstärkt, was sich negativ auf die Nachfrage nach Edelmetallen wie Silber ausgewirkt hat.
Die UBS bleibt trotz der gesenkten Kaufzone optimistisch hinsichtlich der mittelfristigen Preisentwicklung von Silber. Schnider prognostiziert, dass die Preise bis Mitte 2027 auf bis zu 75 US-Dollar je Feinunze steigen könnten. Diese positive Einschätzung basiert auf der Annahme, dass die aktuellen tiefen Preise nur von kurzer Dauer sein werden.
Warum senkt die UBS die Kaufzone?
Die Entscheidung der UBS, die Kaufzone für Silber zu senken, ist vor allem auf eine schwächer als erwartete Investorennachfrage zurückzuführen. Die geopolitische Lage im Nahen Osten hat nicht nur die Ölpreise in die Höhe getrieben, sondern auch die allgemeine Unsicherheit auf den Märkten verstärkt. Diese Unsicherheit hat dazu geführt, dass viele Anleger vorsichtiger geworden sind und ihre Investitionen in Edelmetalle überdenken.
Zusätzlich belastet ein fester US-Dollar den Silberpreis, da er das Edelmetall für Käufer außerhalb des Dollarraums verteuert. Die Erwartung, dass die US-Notenbank Fed an ihrem restriktiven Kurs festhält, verstärkt die Unsicherheit weiter. Schnider rechnet nicht vor Dezember 2026 oder dem ersten Quartal 2027 mit einer ersten Zinssenkung, was die Marktbedingungen für Silber weiterhin herausfordernd gestaltet.
Marktsignale: ETF-Bestände und Terminmarkt
- Silberpreis fiel von 76 auf 56 USD je Feinunze
- UBS senkt Kaufzone von 55 auf 48-50 USD
- Erwartung: Silberpreise könnten bis Mitte 2027 auf 75 USD steigen
Ein wichtiger Gradmesser für die Investorenstimmung sind die weltweiten Silber-ETF-Bestände. Diese Bestände sind seit Jahresbeginn um mehr als 38 Millionen Feinunzen auf rund 784 Millionen Feinunzen gesunken. Dies deutet darauf hin, dass viele Anleger in den letzten Monaten ihre Positionen reduziert haben. Dennoch zeigt der aktuelle Monat einen Anstieg der Bestände um 1,86 Millionen Feinunzen, was als Hinweis gewertet wird, dass einige Anleger den Kursrückgang gezielt zum Nachkauf nutzen.
Die Terminmarktpositionierung bleibt weitgehend stabil, was darauf hindeutet, dass spekulative Anleger bislang nicht in größerem Stil aus dem Markt geflüchtet sind. Diese Stabilität könnte ein positives Signal für die zukünftige Entwicklung des Silberpreises darstellen, insbesondere wenn sich die geopolitischen Spannungen entspannen und die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sich verbessern.
Das Verhältnis von Gold zu Silber als Bewertungsmaßstab
Ein weiterer Aspekt, den die UBS bei der Bewertung der Kaufzone berücksichtigt, ist das Verhältnis von Gold- zu Silberpreis. Dieses Verhältnis misst, wie viele Feinunzen Silber dem Wert einer Feinunze Gold entsprechen. Aktuell liegt dieses Verhältnis knapp unter 70, nachdem es sich von einem Tiefpunkt bei rund 43 im Jahresverlauf wieder ausgeweitet hat. Die UBS bewertet diesen Stand als wichtiges Kriterium für die Einordnung der Kaufzone.
Ein höheres Verhältnis kann darauf hindeuten, dass Silber im Vergleich zu Gold unterbewertet ist, was für Anleger, die auf eine Erholung des Silberpreises setzen, von Bedeutung sein könnte. Die Analyse dieses Verhältnisses kann helfen, fundierte Entscheidungen über den Zeitpunkt des Einstiegs in den Silbermarkt zu treffen.
Fazit: Chancen und Risiken für Anleger

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Silberpreis derzeit unter Druck steht, aber die UBS sieht in den gesenkten Kaufzonen von 48 bis 50 US-Dollar eine potenzielle Einstiegsmöglichkeit für Anleger. Die geopolitischen Spannungen und die Unsicherheit über die Zinspolitik der US-Notenbank bleiben jedoch zentrale Risiken, die die Preisentwicklung von Silber beeinflussen können. Anleger sollten die Marktentwicklung genau beobachten und ihre Entscheidungen auf fundierte Analysen stützen, um von den möglichen zukünftigen Preissteigerungen zu profitieren.
Häufige Fragen
Warum ist der Silberpreis gefallen?
Was empfiehlt die UBS für den Silberkauf?
Wie haben sich die Silber-ETF-Bestände entwickelt?
Wann könnte die US-Notenbank die Zinsen senken?
Wie wird das Verhältnis von Gold zu Silber bewertet?
Quellen: finanzen.net
Symbolbild: Investoren analysieren den Silberpreis · Foto: merwak. raw / Pexels


