⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 20.08.2026
Die Stiftung Warentest hat in ihrer aktuellen Untersuchung von 2026 herausgefunden, dass nur 12 Girokonten in Deutschland wirklich kostenlos sind. Dies wirft Fragen zur Preisgestaltung und den Bedingungen der Banken auf.
- Nur 12 Girokonten sind ohne Bedingungen kostenlos.
- Durchschnittliche Kontoführungsgebühren liegen bei 125 Euro jährlich.
- Günstige Konten sind oft für junge Erwachsene verfügbar.
Die Stiftung Warentest hat in ihrer aktuellen Untersuchung von 2026 festgestellt, dass nur 12 Girokonten in Deutschland wirklich kostenlos sind. Diese Erkenntnis ist besonders relevant für Verbraucher, die auf der Suche nach einem kostengünstigen Konto sind, insbesondere in Zeiten steigender Lebenshaltungskosten und Inflation. Die durchschnittlichen Kosten für ein Girokonto belaufen sich auf 125 Euro pro Jahr, was viele als zu hoch empfinden. Die Untersuchung umfasst 758 Girokonten von 190 Banken und Sparkassen, was einen umfassenden Überblick über die aktuelle Marktsituation bietet.
Was sind die Ergebnisse der Untersuchung?

Die Stiftung Warentest hat festgestellt, dass von den 758 getesteten Girokonten nur 12 tatsächlich ohne Bedingungen kostenlos sind. Diese Konten sind vor allem für Online-Kunden gedacht und bieten eine einfache Kontoführung ohne versteckte Gebühren. Die Testergebnisse zeigen, dass mehr als die Hälfte der Konten über 100 Euro pro Jahr kosten, was die Suche nach einem günstigen Konto erschwert. Im schlechtesten Fall können die Kosten sogar bis zu 720 Euro pro Jahr betragen, was für viele Verbraucher untragbar ist.
Die Untersuchung hat auch ergeben, dass ein Kontoführungspreis von 60 Euro pro Jahr als angemessen gilt. Wer mehr bezahlt, sollte in Erwägung ziehen, zu einem anderen Kontomodell oder einer anderen Bank zu wechseln. Dies ist besonders wichtig, da viele Banken in den letzten Jahren ihre Gebühren erhöht haben, während die Anzahl der kostenlosen Konten abgenommen hat.
Warum sind kostenlose Girokonten rar geworden?
Die Zeiten, in denen kostenlose Girokonten ein gängiges Verkaufsargument für Banken waren, scheinen vorbei zu sein. Die Stiftung Warentest berichtet, dass die Anzahl der wirklich kostenlosen Konten in den letzten Jahren kontinuierlich gesunken ist. Vor fünf Jahren gab es noch 14 Konten ohne Bedingungen, während es heute nur noch 12 sind. Diese Entwicklung ist besorgniserregend, insbesondere für Verbraucher, die auf ein begrenztes Budget angewiesen sind.
Ein Grund für die Abnahme kostenloser Konten könnte die zunehmende Digitalisierung im Bankwesen sein. Viele Banken setzen auf Online-Konten, die oft mit niedrigeren Kosten verbunden sind, jedoch auch weniger persönliche Betreuung bieten. Dies könnte dazu führen, dass Verbraucher, die Wert auf persönlichen Kontakt legen, in die Kostenfalle tappen, wenn sie sich für ein Konto entscheiden, das nicht ihren Bedürfnissen entspricht.
Was sollten Verbraucher bei der Kontowahl beachten?
- Durchschnittliche Kosten für ein Girokonto: 125 Euro pro Jahr
- Anzahl der getesteten Girokonten: 758
- Anzahl der kostenlosen Girokonten: 12
Bei der Wahl eines Girokontos sollten Verbraucher nicht nur die Kosten im Blick haben. Es ist wichtig, auch die Erreichbarkeit der Bank, den Service und die enthaltenen Leistungen zu berücksichtigen. Viele Banken bieten verschiedene Kontomodelle an, die unterschiedliche Gebührenstrukturen und Leistungen beinhalten. Verbraucher sollten sich die Zeit nehmen, die Angebote zu vergleichen und das Konto zu wählen, das am besten zu ihren individuellen Bedürfnissen passt.
Die Rolle der Inflation und Zinsen
In Zeiten von Inflation und steigenden Zinsen ist es besonders wichtig, die Kosten für Bankdienstleistungen im Auge zu behalten. Die durchschnittlichen Kontoführungsgebühren von 125 Euro pro Jahr können sich erheblich auf das Budget der Verbraucher auswirken. Angesichts der aktuellen wirtschaftlichen Lage sollten Verbraucher darauf achten, wie sich die Zinsen auf ihre Ersparnisse und Kredite auswirken. Ein günstiges Girokonto kann helfen, die finanziellen Belastungen zu reduzieren und mehr Spielraum für Investitionen in andere Bereiche zu schaffen.
Die Zinsen für Dispokredite variieren stark zwischen den Banken. Einige Banken bieten Dispozinsen von unter 5 Prozent an, während andere weit über 10 Prozent liegen. Verbraucher sollten auch diesen Aspekt bei der Wahl ihres Girokontos berücksichtigen, insbesondere wenn sie häufig auf einen Dispokredit angewiesen sind.
Fazit

Die aktuelle Untersuchung der Stiftung Warentest zeigt, dass die Suche nach einem kostenlosen Girokonto in Deutschland zunehmend schwieriger wird. Nur 12 Konten sind ohne Bedingungen kostenlos, während die durchschnittlichen Kosten für ein Girokonto bei 125 Euro pro Jahr liegen. Verbraucher sollten sich die Zeit nehmen, die Angebote zu vergleichen und die für sie besten Konditionen zu finden. In Zeiten von Inflation und steigenden Zinsen ist es wichtiger denn je, die Kosten für Bankdienstleistungen im Blick zu behalten und gegebenenfalls zu einem günstigeren Anbieter zu wechseln.
Häufige Fragen
Wie viele Girokonten wurden getestet?
Was sind die durchschnittlichen Kosten für ein Girokonto?
Wie viele Konten sind wirklich kostenlos?
Welche Zielgruppe profitiert von günstigen Konten?
Was sollten Verbraucher bei der Kontowahl beachten?
Quellen: Google News
Symbolbild: Girokonto und Bankgebühren im Fokus · Foto: Jakub Zerdzicki / Pexels


