⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 14.07.2026
Barry Callebaut hat im dritten Quartal 2026 erstmals seit über zwei Jahren wieder ein Volumenwachstum verzeichnet, doch die Bilanz bleibt bittersüß.
- Erholung im Kakaogeschäft mit 18 Prozent Wachstum
- Umsatz in Lokalwährungen fiel um 9,5 Prozent
- Management plant Maßnahmen zur Stabilisierung
Barry Callebaut, einer der weltweit führenden Hersteller von Schokoladen- und Kakaoprodukten, hat im dritten Quartal 2026 eine bemerkenswerte Wende erlebt. Nach mehr als zwei Jahren stagnierender Verkaufszahlen konnte das Unternehmen erstmals wieder ein Volumenwachstum von 5,7 Prozent verzeichnen. Diese positive Entwicklung ist insbesondere auf eine Erholung im Kakaogeschäft zurückzuführen, wo die Mengen um 18 Prozent gestiegen sind. Auch das Schokoladengeschäft, das für Barry Callebaut von zentraler Bedeutung ist, zeigte mit einem Plus von 3,2 Prozent eine positive Tendenz.
Was sind die Hintergründe der aktuellen Bilanz?

Trotz dieser erfreulichen Nachrichten bleibt die Gesamtbilanz von Barry Callebaut bittersüß. Über die ersten neun Monate des Geschäftsjahres 2025/26 hinweg verzeichnete das Unternehmen einen Rückgang des Verkaufsvolumens um 2,8 Prozent, was einem Gesamtvolumen von 1,56 Millionen Tonnen entspricht. Der Umsatz fiel in Lokalwährungen um 9,5 Prozent und in Franken sogar um 12,7 Prozent auf 9,56 Milliarden Franken. Diese Rückgänge sind vor allem auf die niedrigeren Verkaufspreise zurückzuführen, die an die Preise für Kakaobohnen gebunden sind.
Im dritten Quartal allein brach der Umsatz in Lokalwährungen um 21 Prozent ein, in Franken um 23,4 Prozent. Diese Zahlen verdeutlichen, dass Barry Callebaut zwar operativ Fortschritte gemacht hat, sich jedoch weiterhin in einem herausfordernden Marktumfeld bewegt. Die Nachfrage im Endmarkt bleibt fragil, was sich auch in den globalen Schokoladenmarkt widerspiegelt, der laut Nielsen im dritten Quartal um 4,4 Prozent schrumpfte.
Wie reagiert Barry Callebaut auf die Herausforderungen?
- Absatzsteigerung: 5,7 Prozent im dritten Quartal
- Umsatzrückgang: 12,7 Prozent auf 9,56 Milliarden Franken
- Kakaogeschäft: Mengensteigerung um 18 Prozent
Um den aktuellen Herausforderungen zu begegnen, hat das Management von Barry Callebaut verschiedene Maßnahmen ergriffen. Ein zentrales Element ist das im Juni gestartete Programm „Focus for Growth“, das darauf abzielt, die regionale Ausrichtung des Unternehmens zu stärken und schneller auf die Bedürfnisse der Kunden zu reagieren. Diese Strategie soll helfen, die Position von Barry Callebaut als Anbieter hochwertiger Schokoladen- und Kakaolösungen zu festigen.
Zusätzlich hat das Unternehmen einen Rückkauf von Euro-Anleihen im Volumen von 849 Millionen Euro abgeschlossen. Dieser Schritt soll die Bruttoverschuldung reduzieren und die Finanzierungskosten senken, verursacht jedoch im laufenden Jahr zunächst Kosten von rund 15 Millionen Franken. Diese Maßnahmen sind Teil einer umfassenden Strategie, um die finanzielle Stabilität des Unternehmens zu sichern und die Weichen für zukünftiges Wachstum zu stellen.
Marktanalyse und Ausblick
Die aktuelle Marktsituation für Barry Callebaut ist durch eine Vielzahl von Faktoren geprägt. Während die Rückkehr zum Volumenwachstum in bestimmten Segmenten Hoffnung gibt, bleibt die allgemeine Marktnachfrage nach Schokolade schwach. Im Segment Global Chocolate gingen die Volumen über neun Monate um 2,3 Prozent zurück. Besonders betroffen ist das Geschäft mit Lebensmittelherstellern, das unter einer schwachen Marktnachfrage leidet. Auch das margenstarke Gourmet-Geschäft sieht sich einem intensiveren Wettbewerb gegenüber, was zu einem Rückgang von 2,8 Prozent geführt hat.
Die Region AMEA (Asien-Pazifik, Naher Osten und Afrika) sticht jedoch positiv hervor, mit einem Volumenplus von rund einem Zehntel. Dies zeigt, dass es in bestimmten Märkten weiterhin Wachstumspotenzial gibt, das Barry Callebaut nutzen kann. Nordamerika hingegen verzeichnete über neun Monate einen Rückgang von 7,6 Prozent, was die Herausforderungen in diesem wichtigen Marktsegment verdeutlicht.
Fazit: Ein gemischtes Bild für Barry Callebaut

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Barry Callebaut in einem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld agiert. Die Rückkehr zum Volumenwachstum im dritten Quartal ist ein positives Signal, doch die anhaltenden Umsatzrückgänge und die schwache Nachfrage im Endmarkt stellen erhebliche Herausforderungen dar. Das Unternehmen hat Maßnahmen ergriffen, um seine Position zu stärken, doch die Unsicherheiten auf dem Markt, insbesondere in Bezug auf die Kakaopreise, bleiben bestehen. Investoren sollten die Entwicklungen genau beobachten, um die Auswirkungen auf die Aktie und die zukünftige Geschäftsentwicklung von Barry Callebaut zu bewerten.
Häufige Fragen
Was sind die Hauptgründe für den Umsatzrückgang bei Barry Callebaut?
Wie hat sich der Absatz im Kakaogeschäft entwickelt?
Welche Maßnahmen plant das Management zur Stabilisierung?
Wie sieht die Marktnachfrage für Schokolade aus?
Was sind die langfristigen Aussichten für Barry Callebaut?
Quellen: finanzen.net
Symbolbild: Barry Callebaut: Ein Blick auf die Schokoladenproduktion · Foto: Lina Kivaka / Pexels


