⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 04.08.2026
Die Anschlussfinanzierung wird für viele Immobilienbesitzer zur finanziellen Herausforderung. Angesichts steigender Zinsen ist ein Vergleich der Angebote unerlässlich.
- Zinsen für Anschlussfinanzierungen steigen deutlich.
- Ein Vergleich der Konditionen kann erhebliche Einsparungen bringen.
- Die Immobilienbewertung spielt eine entscheidende Rolle.
Die Anschlussfinanzierung wird für viele Immobilienbesitzer zur finanziellen Herausforderung. Angesichts steigender Zinsen ist ein Vergleich der Angebote unerlässlich. Aktuell liegt der Sollzins für Darlehen mit einer zehnjährigen Zinsbindung bei etwa 4,08 %, was eine erhebliche Belastung für Haushalte darstellt, die vor einem Jahrzehnt zu deutlich günstigeren Konditionen finanziert haben.
Was ist eine Anschlussfinanzierung?

Eine Anschlussfinanzierung ist die Fortsetzung eines bestehenden Darlehens, wenn die Zinsbindung ausläuft. In der Regel haben viele Immobilienkäufer in der Niedrigzinsphase Finanzierungen abgeschlossen, um den Traum vom Eigenheim zu verwirklichen. Wer im Jahr 2016 eine Zinsbindung zu einem Satz von 1,4 % abgeschlossen hat, sieht sich nun bei der Refinanzierung mit Sätzen von rund 4 % konfrontiert. Dies kann zu einer erheblichen Erhöhung der monatlichen Belastung führen.
Beispielsweise lag bei einem ursprünglichen Darlehen von 350.000 Euro und einer Tilgungsrate von 1 % die monatliche Rate bei 700 Euro. Nach zehn Jahren bleibt eine Restschuld von etwa 312.455 Euro. Wird diese Restschuld nun mit 3,9 % Sollzins und erneut 1 % Tilgungsrate weiterfinanziert, steigt die Monatsrate auf rund 1.276 Euro. Dies entspricht einer Erhöhung von etwa 82 %.
Warum ist ein Vergleich der Angebote wichtig?
Ein Vergleich der Angebote ist entscheidend, da die Zinsen für Anschlussfinanzierungen aktuell stark gestiegen sind. Unterschiedliche Banken bieten unterschiedliche Konditionen, die erhebliche Einsparungen ermöglichen können. Ein Beispiel zeigt, dass bei einer höheren anfänglichen Tilgungsrate die Restschuld niedriger bleibt, was die monatliche Belastung durch die Anschlussfinanzierung weniger stark erhöht. Bei einer 2 % Tilgungsrate steigt die Monatsrate von rund 992 Euro auf etwa 1.352 Euro, was einem Plus von 36 % entspricht.
Die Eigenkapitalquote der Käufer ist ebenfalls gesunken, was die Verhandlungsposition bei der Anschlussfinanzierung schwächt. Im zweiten Quartal 2026 lag die Eigenkapitalquote bei 27,4 %, nachdem sie im ersten Quartal noch bei 30,6 % lag. Dies zeigt, dass viele Käufer auf eine höhere Darlehenssumme angewiesen sind, was die monatlichen Raten zusätzlich belastet.
Die Rolle der Immobilienbewertung
- Aktueller Sollzins: 4,08 %
- Monatliche Belastung stieg auf 1.996 Euro im Q2 2026
- Eigenkapitalquote sank auf 27,4 %
Die Immobilienbewertung spielt eine entscheidende Rolle bei der Anschlussfinanzierung. Ein höherer Immobilienwert kann den Beleihungsauslauf verbessern, was zu besseren Konditionen führen kann. Wenn der Wert einer Immobilie gestiegen ist, kann dies den aktuellen Beleihungsauslauf senken und somit die Zinsen günstiger machen. Ein Beispiel verdeutlicht dies: Bei einer Finanzierung von 400.000 Euro und einem anfänglichen Beleihungsauslauf von 80 % kann der aktuelle Wert der Immobilie, der auf 500.000 Euro geschätzt wird, den Beleihungsauslauf auf 64 % senken.
Um von diesen Vorteilen zu profitieren, ist es jedoch notwendig, den neuen Wert der Immobilie durch ein Gutachten nachzuweisen. Dieses Gutachten kann auch einen Abschlag für die Abnutzung der Immobilie im Vergleich zum ursprünglichen Kaufzeitpunkt enthalten, was die Bewertung beeinflussen kann.
Tipps zur Anschlussfinanzierung
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Tilgungsrate. Achten Sie darauf, dass Sie eine Tilgungsrate wählen, die langfristig tragfähig bleibt. Höhere Tilgungsraten können die Restschuld schneller reduzieren und somit die monatlichen Raten stabilisieren. Zudem sollten Sie auch nach Sondertilgungsmöglichkeiten ohne Aufpreis fragen, um flexibel auf Veränderungen reagieren zu können.
Die Bedeutung der finanziellen Beratung
Die Inanspruchnahme einer professionellen Beratung kann Ihnen helfen, verschiedene Optionen für die Anschlussfinanzierung frühzeitig zu prüfen. Experten empfehlen, die Bank auch darauf anzusprechen, wie ein vorhandenes KfW-Darlehen in die Anschlussfinanzierung eingebunden werden kann. Ein Vergleich der Konditionen zahlt sich aus, denn bereits ab Zinsunterschieden von 0,2 % bei einer Restschuld von weniger als 200.000 Euro oder 0,1 % bei einer Restschuld von unter 300.000 Euro lohnt sich ein Bankwechsel in der Regel.
Zusätzlich sollten Sie darauf achten, dass die eigene Hausbank nicht ausschließlich angefragt wird. Oftmals sind die Angebote der Hausbank nicht die besten, und es lohnt sich, auch die Konditionen von Wettbewerbern zu vergleichen. Dies kann Ihnen helfen, erhebliche Einsparungen zu erzielen und die monatliche Belastung zu reduzieren.
Fazit

Die Anschlussfinanzierung stellt für viele Immobilienbesitzer eine Herausforderung dar, insbesondere in Zeiten steigender Zinsen. Ein frühzeitiger Vergleich der Angebote und eine professionelle Beratung sind entscheidend, um die besten Konditionen zu sichern. Achten Sie auf die Immobilienbewertung und die Tilgungsrate, um Ihre monatliche Belastung zu optimieren. Mit den richtigen Schritten können Sie die finanzielle Belastung durch die Anschlussfinanzierung erheblich reduzieren.
Häufige Fragen
Was ist eine Anschlussfinanzierung?
Warum ist ein Vergleich der Angebote wichtig?
Wie beeinflusst die Immobilienbewertung die Finanzierung?
Welche Rolle spielt die Tilgungsrate?
Wann sollte ich mit der Planung der Anschlussfinanzierung beginnen?
Quellen: Google News
Symbolbild: Tipps zur Anschlussfinanzierung · Foto: RDNE Stock project / Pexels


