⏱ 5 Min. Lesezeit · Stand: 04.09.2026
Anleger aufgepasst: Eltifs und Immobilienfonds locken mit hohen Renditen, doch die Realität birgt erhebliche Risiken. Totalverluste sind keine Seltenheit.
- Eltifs bieten Zugang zu Großprojekten, bergen aber hohe Risiken.
- Immobilienfonds leiden unter Kapitalabflüssen und steigenden Zinsen.
- Verbraucherschützer warnen vor irreführenden Renditeversprechen.
In der aktuellen Finanzlandschaft stehen Anleger vor einer Vielzahl von Möglichkeiten, ihr Geld anzulegen. Besonders im Fokus stehen dabei Eltifs (European Long-Term Investment Funds) und Immobilienfonds, die mit verlockenden Renditen werben. Doch die Realität sieht oft anders aus, und die Risiken sind erheblich. Verbraucherschützer und die BaFin warnen eindringlich vor den Gefahren, die mit diesen Anlageformen verbunden sind.
Was sind Eltifs und warum sind sie riskant?

Eltifs sind spezielle Fonds, die Privatanlegern den Zugang zu großen Infrastrukturprojekten ermöglichen, die normalerweise institutionellen Investoren vorbehalten sind. Diese Fonds versprechen hohe Renditen, oft in zweistelliger Höhe, und werden als „Milliardärs-Anlage für alle“ beworben. Doch die Realität zeigt, dass viele dieser Fonds nicht die versprochenen Ergebnisse liefern können. Ein Beispiel ist der „Hep Solar Invest Eltif“, der in erneuerbare Energien investieren sollte. Trotz einer beworbenen Laufzeit von 99 Jahren und einer jährlichen Rendite von 15,3 Prozent wurde der Fonds bereits nach einem Jahr liquidiert, nachdem er nur 0,6 Millionen Euro statt der geplanten 50 Millionen Euro einsammeln konnte.
Die Rückabwicklung des Fonds wirft Fragen auf, insbesondere für Anleger, die in andere Produkte des Initiators Hep Kapitalverwaltung AG investiert haben. Diese warten noch immer auf Rückzahlungen und Zinsen in Höhe von rund 10 Millionen Euro. Hep beruft sich auf eine „vorinsolvenzliche Durchsetzungssperre“, die Rückzahlungen verhindern soll, um eine Insolvenz zu vermeiden. Für die betroffenen Anleger bedeutet dies, dass ihr Geld vorerst blockiert bleibt.
Immobilienfonds: Ein weiteres Risiko für Anleger
Auch offene Immobilienfonds, die lange als sichere Anlage galten, sind nicht vor Problemen gefeit. Ein Beispiel ist der „Leading Cities Invest“, der von der KanAm Grund Kapitalverwaltungsgesellschaft verwaltet wurde. Ende Juni 2026 wurde der Fonds aufgelöst, nachdem Anleger massiv Kapital abgezogen hatten. Die Gründe für diese Abzüge sind vielfältig: Konkurrenz durch besser verzinste Alternativen wie Festgeld und Anleihen sowie steigende Zinsen, die die Finanzierungskosten für Immobilien in die Höhe treiben.
Die Wertentwicklung des „Leading Cities Invest“ war desaströs. In den zwölf Monaten bis Mai 2026 verlor der Fonds 24,6 Prozent an Wert, und in den beiden Jahren davor jeweils über 12 Prozent. Anleger, die auf eine stabile Wertentwicklung gehofft hatten, wurden bitter enttäuscht. Die durchschnittliche Rendite lag bei einer Haltefrist bis zum Ende bei minus 7,02 Prozent nach Kosten.
Die Warnungen der Verbraucherschützer
- Eltifs versprechen hohe Renditen, aber Risiken sind enorm.
- Beispiel Hep Solar Invest Eltif wurde nach einem Jahr liquidiert.
- Leading Cities Invest verlor in 12 Monaten 24,6 Prozent an Wert.
Verbraucherschützer raten Privatanlegern dringend davon ab, in Eltifs oder Immobilienfonds zu investieren. Die Gründe sind vielfältig: Erstens sind Anteile an diesen Fonds oft langfristig gebunden, was bedeutet, dass Anleger ihr Geld über Jahre oder Jahrzehnte in Sachwerten wie Windparks oder Immobilien festlegen. Zweitens ist die Bewertung von nicht börsennotierten Firmenbeteiligungen oder Immobilien für Privatanleger kaum nachvollziehbar, was zu einer Intransparenz führt.
Darüber hinaus sind die Kosten für diese Fonds oft hoch. Verwaltungsgebühren, Initiatorenkosten und Ausgabeaufschläge schmälern die Rendite erheblich. Besonders kritisch ist, dass solche Fonds in den gesetzlichen Produktblättern häufig in niedrige Risikoklassen eingestuft werden. Dies geschieht, weil Sachwerte wie Immobilien oder Private Equity keinen täglichen Kursschwankungen unterliegen. Das reale Risiko, bis hin zum Totalverlust, wird dadurch jedoch verschleiert.
Die aktuelle Marktlage und ihre Auswirkungen
Die Finanzmärkte sind derzeit von Unsicherheiten geprägt. Steigende Zinsen und Inflation setzen den Immobilienmärkten zu, was sich negativ auf die Renditen auswirkt. Seit 2024 gab es laut Bundesbank rund 16 Milliarden Euro Abflüsse aus offenen Immobilienfonds. Diese Abflüsse führen dazu, dass mehrere Fonds die Rücknahme von Anteilen aussetzen mussten, was Anlegern den Zugriff auf ihr Geld verwehrt.
Die Kombination aus steigenden Zinsen, fallenden Immobilienbewertungen und großen Mittelabflüssen verschärft die Lage zusätzlich. Marktteilnehmer warnen, dass weitere Immobilienpublikumsfonds die Rücknahme von Anteilen aussetzen könnten, was die Unsicherheit für Anleger weiter erhöht. Anleger sollten sich bewusst sein, dass ein Rücknahmestopp nicht zwangsläufig Insolvenz bedeutet, jedoch dazu führt, dass Anleger ihr Geld vorübergehend nicht ausgezahlt bekommen.
Tipps für Anleger
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Portfoliozusammensetzung. Anleger sollten darauf achten, dass ein Fonds nicht stark auf Büros, Einzelhandel oder Wohnimmobilien konzentriert ist, sondern eine breite Sektor- und Länderstreuung aufweist. Auch die Liquiditätsquote und die jüngsten Mittelabflüsse geben Hinweise darauf, wie lange ein Fonds Rückgaben bedienen kann, ohne in Schwierigkeiten zu geraten.
Fazit

Die aktuellen Entwicklungen im Bereich der Eltifs und Immobilienfonds zeigen, dass Anleger vorsichtig sein sollten. Hohe Renditeversprechen können in einer Totalverlust-Falle enden. Es ist entscheidend, jedes Investment genau zu prüfen und sich gegebenenfalls von unabhängigen Experten beraten zu lassen. Denn am Ende zählt nicht nur, wie viel Sie investieren, sondern vor allem, wie sicher Ihr Geld angelegt ist.
Häufige Fragen
Was sind Eltifs?
Warum sind Immobilienfonds riskant?
Wie hoch ist das Risiko eines Totalverlusts?
Was raten Verbraucherschützer?
Wie kann ich sicher investieren?
Quellen: Google News
Symbolbild: Risiken bei Fondsinvestitionen verstehen · Foto: Leeloo The First / Pexels


