StartSteuern & RechtVermietung über Airbnb: Finanzamt nicht vergessen!

Vermietung über Airbnb: Finanzamt nicht vergessen!

⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 05.06.2026

Die Vermietung über Plattformen wie Airbnb erfreut sich großer Beliebtheit, doch viele Vermieter vergessen die steuerlichen Pflichten. Hier sind die wichtigsten Informationen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Einnahmen bis 520 Euro jährlich sind steuerfrei.
  • Ab 521 Euro müssen Einnahmen in der Steuererklärung angegeben werden.
  • Airbnb meldet Einnahmen automatisch an das Finanzamt.
  • Werbungskosten können abgezogen werden.
  • Häufige Vermietung kann als gewerbliche Tätigkeit gelten.

Die Vermietung über Plattformen wie Airbnb hat in den letzten Jahren stark zugenommen. Immer mehr Menschen nutzen die Möglichkeit, ihre Wohnungen oder Zimmer kurzfristig an Reisende zu vermieten. Doch während die Einnahmen verlockend erscheinen, gibt es auch wichtige steuerliche Pflichten, die Vermieter nicht ignorieren sollten. In diesem Artikel erfahren Sie alles Wichtige zur Vermietung über Airbnb und den damit verbundenen steuerlichen Verpflichtungen.

Was ist die steuerliche Regelung für Airbnb-Vermieter?

Steuerliche Aspekte der Airbnb-Vermietung
Symbolbild: Steuerliche Aspekte der Airbnb-Vermietung · Foto: cottonbro studio / Pexels

In Deutschland müssen Vermieter, die über Plattformen wie Airbnb Einnahmen erzielen, diese in ihrer Steuererklärung angeben. Eine gute Nachricht für gelegentliche Vermieter: Einnahmen bis zu 520 Euro pro Jahr sind steuerfrei. Diese Regelung gilt sowohl für Eigentümer, die ihre eigene Wohnung vermieten, als auch für Mieter, die Teile ihrer Wohnung untervermieten. Voraussetzung ist, dass die Wohnung selbst genutzt wird und nur Teile davon vermietet werden.

Wer jedoch mehr als 520 Euro im Jahr verdient, muss diese Einnahmen in der Steuererklärung angeben. In diesem Fall ist es notwendig, die „Anlage V“ auszufüllen, in der die Einnahmen aus der Vermietung detailliert aufgeführt werden. Dies bedeutet, dass Vermieter auch die Möglichkeit haben, Werbungskosten abzuziehen, was die Steuerlast erheblich senken kann.

Welche Kosten können abgesetzt werden?

Vermieter sollten sich bewusst sein, dass sie eine Vielzahl von Kosten von ihren Einnahmen abziehen können. Dazu gehören unter anderem Nebenkosten wie Heizung, Strom und Wasser, Reinigungskosten, Reparaturen sowie Abschreibungen auf Möbel und Ausstattung. Es ist wichtig, diese Kosten genau zu dokumentieren, da sie die steuerliche Belastung erheblich reduzieren können.

Die Berechnung der absetzbaren Kosten erfolgt anteilig, insbesondere wenn nur ein Zimmer vermietet wird. Beispielsweise können nur die Kosten für den vermieteten Raum sowie anteilige Kosten für Gemeinschaftsräume wie Küche und Bad abgesetzt werden. Dies erfordert eine sorgfältige Aufstellung der Quadratmeter und Nutzungstage, um die korrekten Beträge zu ermitteln.

Wie funktioniert die Meldung an das Finanzamt?

Fakten auf einen Blick

  • Einnahmen bis 520 Euro jährlich sind steuerfrei.
  • Ab 521 Euro müssen Einnahmen in der Steuererklärung angegeben werden.
  • Airbnb meldet Einnahmen automatisch an das Finanzamt.

Seit 2023 sind Plattformen wie Airbnb gesetzlich verpflichtet, die Einnahmen ihrer Nutzer an das Finanzamt zu melden. Dies geschieht im Rahmen der EU-Richtlinie DAC7, die darauf abzielt, Steuertransparenz zu erhöhen. Die Plattformen müssen Informationen wie den Namen, die Adresse, die Steueridentifikationsnummer und die Höhe der Einnahmen übermitteln. Dies bedeutet, dass das Finanzamt einen direkten Zugriff auf die Einnahmen hat und Vermieter sich nicht darauf verlassen können, dass ihre Einkünfte unentdeckt bleiben.

Die Meldung der Einnahmen durch Airbnb hat zur Folge, dass Vermieter besonders sorgfältig mit ihren Angaben in der Steuererklärung umgehen sollten. Abweichungen zwischen den von Airbnb gemeldeten Einnahmen und den eigenen Angaben können zu Rückfragen des Finanzamts führen und im schlimmsten Fall zu Vorwürfen der Steuerhinterziehung.

Wann liegt eine gewerbliche Vermietung vor?

Es ist wichtig zu beachten, dass nicht jede Vermietung über Airbnb automatisch als private Vermietung gilt. Wenn Vermieter häufig oder mehrere Objekte anbieten, kann dies als gewerbliche Tätigkeit eingestuft werden. In solchen Fällen gelten andere steuerliche Regelungen, und die 520-Euro-Grenze für steuerfreie Einnahmen findet keine Anwendung.

Eine gewerbliche Vermietung liegt in der Regel vor, wenn mehr als 50 Tage im Jahr vermietet wird oder wenn mehrere Objekte angeboten werden. Vermieter sollten sich daher gut überlegen, wie oft sie ihre Unterkunft vermieten und ob sie möglicherweise in den Bereich der gewerblichen Vermietung fallen.

Tipps für Vermieter

Tipp: Vermieter sollten alle Einnahmen und Ausgaben sorgfältig dokumentieren. Eine übersichtliche Tabelle kann dabei helfen, den Überblick zu behalten und die Steuererklärung zu erleichtern. Zudem ist es ratsam, alle Belege und Rechnungen mindestens zehn Jahre lang aufzubewahren, um im Falle einer Prüfung durch das Finanzamt gewappnet zu sein.
Achtung: Wer seine Einnahmen nicht korrekt angibt, riskiert nicht nur Nachzahlungen, sondern auch rechtliche Konsequenzen. Das Finanzamt kann nicht nur die Einnahmen bis zu zehn Jahre rückwirkend prüfen, sondern auch hohe Strafen verhängen. Daher ist es wichtig, sich frühzeitig mit den steuerlichen Pflichten auseinanderzusetzen und gegebenenfalls einen Steuerberater zu Rate zu ziehen.

Fazit

Steuerliche Aspekte der Airbnb-Vermietung
Symbolbild: Steuerliche Aspekte der Airbnb-Vermietung · Foto: RDNE Stock project / Pexels

Die Vermietung über Airbnb kann eine lukrative Einnahmequelle sein, birgt jedoch auch steuerliche Verpflichtungen, die nicht vernachlässigt werden sollten. Vermieter sollten sich über die geltenden Regelungen informieren, ihre Einnahmen und Ausgaben genau dokumentieren und die steuerlichen Pflichten ernst nehmen. Mit der richtigen Vorbereitung und Organisation kann die Vermietung über Airbnb sowohl für Vermieter als auch für Gäste zu einem positiven Erlebnis werden.

Häufige Fragen

Muss ich Einnahmen aus Airbnb versteuern?
Ja, Einnahmen aus der Vermietung über Airbnb müssen in Deutschland versteuert werden, es sei denn, sie liegen unter 520 Euro jährlich.
Was passiert, wenn ich mehr als 520 Euro verdiene?
Wenn Ihre Einnahmen über 520 Euro liegen, müssen Sie diese in Ihrer Steuererklärung angeben und können auch Werbungskosten abziehen.
Wie werden die Einnahmen versteuert?
Die Einnahmen werden als Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung in der Anlage V der Steuererklärung angegeben und mit dem persönlichen Einkommensteuersatz versteuert.
Meldet Airbnb meine Einnahmen an das Finanzamt?
Ja, seit 2023 sind Plattformen wie Airbnb verpflichtet, die Einnahmen ihrer Nutzer an das Finanzamt zu melden.
Was sind typische absetzbare Kosten bei Airbnb?
Zu den absetzbaren Kosten gehören Nebenkosten, Reinigungskosten, Reparaturen und Abschreibungen auf Möbel und Ausstattung.

Quellen: Google News

Symbolbild: Steuerliche Aspekte der Airbnb-Vermietung · Foto: Max Vakhtbovych / Pexels

Carolin Berger
Carolin Berger
Carolin Berger schreibt über alles rund um die persönliche Finanzplanung: Sparen, Budgetieren und der Umgang mit dem eigenen Geld im Alltag. Ihr ist wichtig, dass Finanzthemen niemanden überfordern, sondern praktisch und nachvollziehbar bleiben. In ihren Beiträgen verbindet sie konkrete Tipps mit einem realistischen Blick auf das, was im Alltag tatsächlich umsetzbar ist.
RELATED ARTICLES

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein

Most Popular

Recent Comments