⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 11.07.2026
Immer mehr Eltern setzen auf den Vermögensaufbau für ihre Kinder, um sie finanziell abzusichern. Dabei können sie durch steuerliche Vorteile und Automatisierung viel Geld sparen.
- Kapitalerträge für Kinder sind steuerfrei bis zu bestimmten Freibeträgen.
- Eltern sollten Vermögen rechtzeitig auf die Kinder übertragen.
- Automatisierte Sparpläne können den Vermögensaufbau erleichtern.
Immer mehr Eltern setzen auf den Vermögensaufbau für ihre Kinder, um sie finanziell abzusichern. Dabei können sie durch steuerliche Vorteile und Automatisierung viel Geld sparen. In Deutschland unterliegen Kapitalerträge wie Zinsen, Dividenden und Kursgewinne der Abgeltungsteuer von 25 % zuzüglich Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer. Ein Sparer-Pauschbetrag von 1.000 € pro Jahr steht jedem Sparer zu, was für viele Eltern jedoch nicht ausreicht, um die Steuerlast zu minimieren.
Was ist der Sparer-Pauschbetrag und wie funktioniert er?

Der Sparer-Pauschbetrag ist ein steuerlicher Freibetrag, der es Anlegern ermöglicht, Kapitalerträge bis zu einer Höhe von 1.000 € pro Jahr steuerfrei zu vereinnahmen. Für verheiratete Paare verdoppelt sich dieser Betrag auf 2.000 €. Viele Eltern sparen jedoch auf ihren eigenen Namen, wodurch dieser Freibetrag oft bereits durch eigene Kapitalerträge ausgeschöpft ist. Das bedeutet, dass alle weiteren Erträge, die für die Kinder angespart werden, ab dem ersten Euro besteuert werden, was den Zinseszinseffekt erheblich schmälert.
Ein Kind hingegen gilt steuerlich als eigenständige Person und hat Anspruch auf den eigenen Sparer-Pauschbetrag. Darüber hinaus steht ihm, sofern kein nennenswertes eigenes Einkommen vorliegt, auch der Grundfreibetrag von über 12.348 € (Stand 2026) zu. Dies eröffnet Eltern die Möglichkeit, Kapitalerträge in erheblichem Umfang steuerfrei zu vereinnahmen, wenn das Vermögen rechtlich sauber auf das Kind übertragen wird.
Wie können Eltern Vermögen auf ihre Kinder übertragen?
Die Übertragung von Vermögen auf Kinder kann auf verschiedene Arten erfolgen. Eine gängige Methode ist die Eröffnung eines Depots auf den Namen des Kindes. Eltern sollten darauf achten, dass die rechtlichen Rahmenbedingungen eingehalten werden, um steuerliche Vorteile optimal zu nutzen. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Dokumentation der Übertragung, um im Falle von Nachfragen durch das Finanzamt alle notwendigen Nachweise erbringen zu können.
Ein Beispiel: Wenn Eltern monatlich 100 Euro über 18 Jahre in ein Depot für ihr Kind investieren und dabei eine durchschnittliche Rendite von 6 % pro Jahr erzielen, könnte das Endvermögen auf rund 38.800 Euro anwachsen. Davon entfallen etwa 17.200 Euro auf Kapitalerträge. Wenn diese Erträge im Depot der Eltern erzielt werden und der Sparer-Pauschbetrag bereits ausgeschöpft ist, fällt auf einen Großteil der Gewinne Abgeltungsteuer an. Liegt das Depot jedoch rechtlich beim Kind, können die Erträge innerhalb der Freibeträge steuerfrei vereinnahmt werden.
Automatisierung des Vermögensaufbaus
- Sparer-Pauschbetrag: 1.000 € pro Jahr
- Grundfreibetrag: über 12.348 € (Stand 2026)
- BAföG-Freibetrag für Auszubildende: 15.000 €
Ein automatisierter Sparplan kann den Vermögensaufbau für Kinder erheblich erleichtern. Eltern können regelmäßig einen festen Betrag in ein Depot investieren, ohne sich ständig um die Verwaltung kümmern zu müssen. Dies geschieht häufig durch einen ETF-Sparplan, der eine breite Diversifikation ermöglicht und somit das Risiko streut. Automatisierte Sparpläne sind besonders attraktiv, da sie es Eltern ermöglichen, diszipliniert zu sparen und von den Vorteilen des Zinseszinseffekts zu profitieren.
Durch die Automatisierung des Sparens können Eltern sicherstellen, dass sie regelmäßig in das Vermögen ihrer Kinder investieren, was langfristig zu einem erheblichen Vermögensaufbau führen kann. Zudem können sie so die steuerlichen Vorteile optimal nutzen, indem sie die Kapitalerträge innerhalb der Freibeträge halten.
Steuerliche Aspekte und BAföG
Ein wichtiger Punkt, den Eltern beachten sollten, ist die Anrechnung des Vermögens auf das BAföG. Wenn das Kind später studiert und staatliche Unterstützung beantragt, darf das eigene Vermögen bestimmte Freibeträge nicht überschreiten. Aktuell liegt dieser Freibetrag für Auszubildende unter 30 Jahren bei 15.000 €. Liegt das Depotguthaben darüber, könnte dies zu einer Reduzierung der BAföG-Leistungen führen.
Eltern sollten daher darauf achten, dass das Vermögen ihrer Kinder im Rahmen dieser Freibeträge bleibt, um mögliche Nachteile bei der Beantragung von BAföG zu vermeiden. Eine rechtzeitige Planung und die Übertragung des Vermögens auf das Kind können hier entscheidend sein.
Fazit

Der Vermögensaufbau für Minderjährige bietet Eltern die Möglichkeit, durch kluge steuerliche Strategien und automatisierte Sparpläne erhebliches Potenzial auszuschöpfen. Durch die Übertragung von Vermögen auf das Kind können Eltern die steuerlichen Freibeträge optimal nutzen und so die Kapitalerträge steuerfrei vereinnahmen. Eine frühzeitige Planung und die Berücksichtigung der BAföG-Freibeträge sind dabei entscheidend, um den finanziellen Grundstein für die Zukunft ihrer Kinder zu legen.
Häufige Fragen
Wie können Eltern für ihre Kinder Vermögen aufbauen?
Welche steuerlichen Freibeträge gelten für Kinder?
Was passiert mit dem Vermögen, wenn das Kind BAföG beantragt?
Wie funktioniert ein automatisierter Sparplan?
Warum ist es wichtig, das Vermögen auf das Kind zu übertragen?
Quellen: finanzen.net
Symbolbild: Vermögensaufbau für Kinder strategisch planen · Foto: Towfiqu barbhuiya / Pexels


