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Wachsendes Problem mit kriminellen Kunden im Online-Handel

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⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 21.06.2026

Der Online-Handel steht vor einer wachsenden Herausforderung: Immer mehr echte Kunden sind in betrügerische Aktivitäten verwickelt, was erhebliche Auswirkungen auf die Wirtschaft hat.

Das Wichtigste in Kürze

  • Organisierte Kriminalität rekrutiert gezielt Betrüger.
  • Echte Kunden machen einen signifikanten Anteil der Betrugsfälle aus.
  • Finanzdienstleister sind besonders betroffen von Betrugsmaschen.

Der Online-Handel sieht sich einem alarmierenden Anstieg von betrügerischen Aktivitäten gegenüber, die nicht nur die Händler, sondern auch die gesamte Wirtschaft belasten. Laut einer aktuellen Analyse des US-Cybersicherheits-Dienstleisters LexisNexis Risk Solutions sind echte Kunden, die in betrügerische Machenschaften verwickelt sind, für einen signifikanten Anteil der Betrugsfälle verantwortlich. Diese Entwicklung hat weitreichende Konsequenzen für die Finanzbranche, den E-Commerce und die Verbraucher.

Was sind kriminelle Kunden im Online-Handel?

Wachsendes Problem im Online-Handel
Symbolbild: Wachsendes Problem im Online-Handel · Foto: cottonbro studio / Pexels

Kriminelle Kunden im Online-Handel sind Personen, die betrügerische Aktivitäten durchführen, indem sie beispielsweise Waren bestellen und diese nicht bezahlen oder falsche Identitäten verwenden, um sich einen finanziellen Vorteil zu verschaffen. Diese Art von Betrug, auch als ‚first party fraud‘ bekannt, hat in den letzten Jahren zugenommen. Im Jahr 2025 machten echte Kunden 38,8% aller Betrugsfälle im Online-Handel aus, was einen Anstieg von 2% im Vergleich zum Vorjahr darstellt. In Europa liegt dieser Anteil sogar bei 52%.

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Die Ursachen für diesen Anstieg sind vielfältig. Einerseits führt die aktuelle wirtschaftliche Lage, geprägt von Inflation und einer allgemeinen Konjunkturflaute, dazu, dass Menschen nach Möglichkeiten suchen, um schnell Geld zu verdienen. Andererseits rekrutieren organisierte Kriminalitätsgruppen gezielt Personen, die in finanziellen Schwierigkeiten stecken, wie Studenten oder Rentner, und bieten ihnen an, für die Bereitstellung ihrer Daten Geld zu erhalten.

Die Rolle der organisierten Kriminalität

Internationale Banden haben den Online-Handel als lukratives Betätigungsfeld entdeckt. Diese Gruppen nutzen verschiedene Methoden, um Menschen zu rekrutieren, die bereit sind, betrügerische Aktivitäten durchzuführen. Oftmals werden diese Personen mit dem Versprechen von Geld angelockt, ohne dass sie sich der illegalen Natur ihrer Handlungen bewusst sind. Ein Cyberbetrugsexperte von LexisNexis, Jason Lane-Sellers, erklärt, dass viele dieser Rekruten nicht wissen, dass sie Teil eines größeren Betrugsplans sind.

Die Methoden, die von diesen Kriminellen verwendet werden, sind vielfältig. Eine gängige Masche besteht darin, Waren auf Rechnung oder Kredit zu bestellen und diese dann nicht zu bezahlen oder als nicht bestellt zu reklamieren. Dies betrifft insbesondere begehrte Produkte wie Elektronik oder Modeartikel, die schnell weiterverkauft werden können. Diese Praktiken haben nicht nur Auswirkungen auf die Händler, sondern auch auf die gesamte Wirtschaft, da sie zu höheren Preisen und einem Verlust des Verbrauchervertrauens führen können.

Auswirkungen auf die Finanzbranche

Fakten auf einen Blick

  • Weltweit 38,8% der Betrugsfälle durch echte Kunden (2025)
  • In Europa liegt die Quote bei 52%
  • Zunahme von Betrugsfällen um 2% im Vergleich zum Vorjahr

Die Finanzbranche ist besonders anfällig für diese Art von Betrug. Mit der Zunahme von Angeboten wie ‚Buy now pay later‘ und anderen Kreditdienstleistungen haben Kriminelle neue Möglichkeiten gefunden, um sich unrechtmäßig zu bereichern. Diese Dienstleistungen ermöglichen es Verbrauchern, teure Produkte zu erwerben, ohne sofort zu zahlen, was sie für Betrüger attraktiv macht.

Die Auswirkungen auf die Finanzdienstleister sind erheblich. Viele Unternehmen sehen sich mit steigenden Rückbuchungsraten und finanziellen Verlusten konfrontiert, da sie oft nicht in der Lage sind, betrügerische Rückerstattungsansprüche anzufechten. Die Beweislast liegt in der Regel beim Händler, was die Situation zusätzlich erschwert. Diese Herausforderungen können zu einer Erhöhung der Kreditkosten für ehrliche Verbraucher führen, was die gesamte Wirtschaft belastet.

Verbraucherschutz und Prävention

Angesichts der wachsenden Bedrohung durch kriminelle Kunden im Online-Handel ist es für Verbraucher unerlässlich, sich proaktiv zu schützen. Eine Möglichkeit, dies zu tun, besteht darin, starke Passwörter zu verwenden und regelmäßig ihre Online-Konten zu überwachen. Zudem sollten Verbraucher bei verdächtigen Aktivitäten sofort handeln und gegebenenfalls ihre Bank oder den Online-Händler informieren.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Sensibilisierung für die Risiken des Online-Shoppings. Verbraucher sollten sich bewusst sein, dass nicht alle Angebote, die zu gut erscheinen, um wahr zu sein, tatsächlich legitim sind. Die Verwendung von vertrauenswürdigen Zahlungsdiensten und die Überprüfung von Online-Händlern können ebenfalls dazu beitragen, das Risiko von Betrug zu minimieren.

Fazit

Wachsendes Problem im Online-Handel
Symbolbild: Wachsendes Problem im Online-Handel · Foto: Mikhail Nilov / Pexels

Der Anstieg von kriminellen Kunden im Online-Handel stellt eine ernsthafte Herausforderung für die Wirtschaft dar. Die Auswirkungen sind nicht nur auf die Händler beschränkt, sondern betreffen auch die Finanzbranche und die Verbraucher. Um diesen Herausforderungen zu begegnen, ist es wichtig, dass sowohl Händler als auch Verbraucher wachsam bleiben und geeignete Maßnahmen ergreifen, um sich vor Betrug zu schützen. Die Sensibilisierung für die Risiken und die Implementierung von Sicherheitsmaßnahmen sind entscheidend, um das Vertrauen in den Online-Handel aufrechtzuerhalten.

Häufige Fragen

Was sind kriminelle Kunden im Online-Handel?
Kriminelle Kunden sind Personen, die beim Online-Shopping betrügen, indem sie beispielsweise Waren bestellen und nicht bezahlen oder falsche Identitäten verwenden.
Wie hoch ist der Anteil der echten Kunden an Betrugsfällen?
Im Jahr 2025 machten echte Kunden 38,8% aller Betrugsfälle im Online-Handel aus, was einen Anstieg von 2% im Vergleich zum Vorjahr darstellt.
Welche Rolle spielt die organisierte Kriminalität?
Internationale Banden rekrutieren gezielt Personen, die beim Online-Shopping betrügen, oft unter dem Vorwand, ihnen Geld für die Bereitstellung ihrer Daten zu zahlen.
Wie beeinflusst dies die Finanzbranche?
Die Finanzbranche ist stark betroffen, insbesondere durch Angebote wie 'Buy now pay later', die Kriminelle anziehen, um Kredite zu missbrauchen.
Was können Verbraucher tun, um sich zu schützen?
Verbraucher sollten ihre Online-Sicherheitspraktiken verbessern, starke Passwörter verwenden und auf verdächtige Aktivitäten achten, um sich vor Betrug zu schützen.

Quellen: finanzen.net

Symbolbild: Wachsendes Problem im Online-Handel · Foto: Gustavo Fring / Pexels

Julia Hoffmann
Julia Hoffmann
Julia Hoffmann ist bei Finanz-Echo für die Themen Immobilien und Baufinanzierung zuständig. Sie erklärt, worauf es bei Kauf, Finanzierung und Vermietung ankommt, und behält dabei aktuelle Entwicklungen am Markt im Blick. Ihre Artikel richten sich sowohl an angehende Eigentümer als auch an alle, die ihre Immobilie als Geldanlage betrachten.
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