⏱ 3 Min. Lesezeit · Stand: 03.07.2026
Außenminister Johann Wadephul fordert eine zügige Aufstockung des Rohstofffonds zur Förderung seltener Erden, um die Abhängigkeit von China zu reduzieren und deutsche Unternehmen zu unterstützen.
- Wadephul betont die Dringlichkeit der Aufstockung des Rohstofffonds.
- Der Fonds soll bis zu einer Milliarde Euro umfassen.
- Kooperation mit Südamerika wird als Schlüssel zur Rohstoffsicherung gesehen.
Außenminister Johann Wadephul hat nach seiner jüngsten Reise durch Südamerika eine rasche Aufstockung des Rohstofffonds gefordert, um den Abbau seltener Erden und kritischer Mineralien zu unterstützen. In einem Treffen mit seinem brasilianischen Amtskollegen Mauro Vieira in Brasília betonte Wadephul die Dringlichkeit dieser Maßnahme. „China ist schon da, die Vereinigten Staaten von Amerika kommen gerade an“, sagte er und warnte davor, dass Deutschland in der Rohstoffversorgung nicht länger in der „Wartehalle“ bleiben dürfe.
Was ist der Rohstofffonds für seltene Erden?

Der Rohstofffonds ist eine Initiative der Bundesregierung, die darauf abzielt, die Abhängigkeit von China zu verringern und deutschen Unternehmen den Zugang zu wichtigen Rohstoffen zu erleichtern. Der Fonds soll ein Volumen von bis zu einer Milliarde Euro umfassen und ermöglicht es der Bundesregierung, sich entweder direkt oder durch Garantien an Rohstoff-Abbauprojekten zu beteiligen. Dies ist besonders wichtig, da die Exploration und Aufbereitung dieser Materialien kapitalintensiv ist und die Gewinne erst langfristig realisiert werden können.
Die Bedeutung seltener Erden für die Wirtschaft
Seltene Erden und kritische Mineralien sind entscheidend für die Entwicklung von Zukunftstechnologien, insbesondere in den Bereichen erneuerbare Energien und Elektromobilität. Diese Rohstoffe sind nicht nur für die Herstellung von Batterien für Elektroautos unerlässlich, sondern auch für viele andere High-Tech-Anwendungen. Wadephul sieht in der Zusammenarbeit mit Südamerika eine große Chance, um die Rohstoffversorgung für die deutsche Industrie zu sichern und gleichzeitig die wirtschaftlichen Beziehungen zu stärken.
Wadephuls Forderung nach schneller Aufstockung
- Rohstofffonds soll ein Volumen von bis zu einer Milliarde Euro haben.
- Wadephul fordert schnelle Aufstockung des Fonds nach Südamerikareise.
- Brasilien ist Deutschlands wichtigster Handelspartner in Südamerika.
Wadephul forderte, dass die Aufstockung des Rohstofffonds schnell vorangetrieben werden müsse, um den Unternehmen den Zugang zu den benötigten Rohstoffen zu ermöglichen. „Wir müssen staatlicherseits den Weg begleiten und wir müssen ihn ermöglichen“, erklärte er. Die Bundesregierung plant, durch den Fonds in erste Projekte zu investieren, die bereits von der staatlichen Förderbank KfW unterstützt werden.
Kooperation mit Südamerika
Die Reise von Wadephul umfasste Besuche in Paraguay, Argentinien und Brasilien, wo er die Bedeutung des Mercosur-Freihandelsabkommens hervorhob. Dieses Abkommen, das Anfang Mai vorläufig in Kraft trat, soll den Austausch von Waren und Dienstleistungen zwischen der EU und den Mercosur-Staaten ankurbeln. Wadephul bezeichnete das Abkommen als „Gamechanger“ und betonte, dass Deutschland und Europa jetzt zugreifen müssen, um von den Vorteilen zu profitieren.
Die geopolitische Dimension
Die geopolitische Lage in Südamerika ist komplex, da China seit 2009 der größte Handelspartner Brasiliens ist und die politischen Beziehungen zwischen den beiden Ländern enger werden. Wadephul warnte, dass Deutschland und die EU nicht hinterherhinken dürfen, wenn es darum geht, strategische Partnerschaften in der Region aufzubauen. Die Aufstockung des Rohstofffonds könnte ein entscheidender Schritt sein, um die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie zu sichern und die Abhängigkeit von China zu reduzieren.
Fazit

Die Forderung von Außenminister Johann Wadephul nach einer schnellen Aufstockung des Rohstofffonds für seltene Erden ist ein wichtiger Schritt, um die Rohstoffversorgung für die deutsche Industrie zu sichern. Angesichts der geopolitischen Herausforderungen und der wachsenden Konkurrenz durch China und die USA ist es entscheidend, dass Deutschland proaktiv handelt, um seine wirtschaftlichen Interessen zu wahren. Die Kooperation mit Südamerika und die Nutzung des Mercosur-Abkommens bieten dabei vielversprechende Perspektiven für die Zukunft.
Häufige Fragen
Was ist der Rohstofffonds für seltene Erden?
Wie hoch soll das Volumen des Rohstofffonds sein?
Warum ist Brasilien wichtig für Deutschland?
Welche Rolle spielt das Mercosur-Abkommen?
Wie will Deutschland seine Rohstoffversorgung diversifizieren?
Quellen: finanzen.net
Symbolbild: Rohstoffabbau in Brasilien · Foto: Volker Braun / Pexels


