StartImmobilien & FinanzierungWarum 90 % der Deutschen vom Eigenheim träumen, aber immer

Warum 90 % der Deutschen vom Eigenheim träumen, aber immer

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⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 24.08.2026

Trotz des anhaltenden Traums vom Eigenheim stehen viele Deutsche vor finanziellen Hürden, die den Erwerb von Wohneigentum erschweren.

Das Wichtigste in Kürze

  • Wunsch nach Wohneigentum steigt, aber Sparmöglichkeiten sinken.
  • Hohe Immobilienpreise und steigende Lebenshaltungskosten belasten Käufer.
  • Nur 9,1 % der Deutschen planen, ihre Sparleistungen zu erhöhen.

Trotz des anhaltenden Traums vom Eigenheim stehen viele Deutsche vor finanziellen Hürden, die den Erwerb von Wohneigentum erschweren. Laut der Sommerumfrage 2026 des Verbands der Privaten Bausparkassen gaben 38,8 % der Befragten an, Wohneigentum als ihr Sparziel zu betrachten. Dies stellt einen Anstieg im Vergleich zum Vorjahr dar, als der Anteil bei 33,0 % lag. Dennoch zeigt sich ein besorgniserregender Trend: Die finanziellen Spielräume zum Sparen werden immer enger.

Wachsende Kluft zwischen Wunsch und Realität

Traum vom Eigenheim in Deutschland
Symbolbild: Traum vom Eigenheim in Deutschland · Foto: RDNE Stock project / Pexels

Der Wunsch nach Wohneigentum ist bei vielen Menschen in Deutschland stark ausgeprägt. Christian König, Hauptgeschäftsführer des Verbands der Privaten Bausparkassen, erklärt: „Der Wunsch nach Wohneigentum ist bei vielen Menschen unverändert stark ausgeprägt. Gleichzeitig wird es für einen wachsenden Teil der Bevölkerung schwieriger, ausreichend Geld zurückzulegen.“ Diese Kluft zwischen dem Traum vom Eigenheim und der finanziellen Realität wird durch steigende Lebenshaltungskosten und hohe Immobilienpreise verstärkt.

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Die Umfrage zeigt, dass 71,4 % der Befragten ihr Sparverhalten beibehalten wollen, während nur 9,1 % planen, ihre Sparleistungen zu erhöhen. Dies deutet darauf hin, dass viele Menschen trotz des Wunsches nach einem Eigenheim nicht in der Lage sind, ihre finanziellen Ziele zu erreichen. Die Gründe dafür sind vielfältig und reichen von steigenden Ausgaben bis hin zu einem erhöhten Konsumbedarf.

Finanzielle Hürden beim Immobilienerwerb

Eine der größten Hürden beim Erwerb von Wohneigentum ist das fehlende Eigenkapital. Laut dem LBS|empirica-Erschwinglichkeitsbarometer 2026 verfügten Ende 2025 nur etwa 6 % der jüngeren Mieterhaushalte über ausreichend Eigenkapital, um die üblichen Anforderungen der Kreditinstitute zu erfüllen. Diese Anforderungen liegen in der Regel bei 20 % des Kaufpreises zuzüglich der Nebenkosten. In den letzten 15 Jahren schwankte der durchschnittliche Fremdmittelanteil bei der Finanzierung von selbstgenutztem Wohneigentum zwischen 75 und 83 % des Kaufpreises.

Die Einkommenssituation hat sich ebenfalls verschlechtert. Während in den Jahren von 2007 bis 2021 etwa die Hälfte der Mieterhaushalte im relevanten Erwerbsalter ein ausreichend hohes Einkommen hatten, um sich den Schuldendienst leisten zu können, ist dieser Anteil seit der Zinswende 2022 auf weniger als 40 % gesunken. Dies zeigt, dass die Kombination aus hohen Immobilienpreisen und gestiegenen Finanzierungskosten viele potenzielle Käufer in eine schwierige Lage bringt.

Steigende Immobilienpreise und ihre Auswirkungen

Fakten auf einen Blick

  • Anteil der Deutschen, die Wohneigentum als Sparziel nennen: 38,8 %
  • Nur 6 % der jüngeren Mieterhaushalte haben ausreichend Eigenkapital für den Kauf
  • Preisanstieg für selbstgenutzte Wohnimmobilien: ca. 3 % im Jahr 2026

Die Preise für selbstgenutzte Wohnimmobilien setzen ihren Aufwärtstrend fort. Der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) rechnet für das Gesamtjahr 2026 mit einem moderaten Preisanstieg von etwa 3 %. Diese Entwicklung ist besonders besorgniserregend, da die Wohnraumbedarf in vielen Regionen Deutschlands nicht gedeckt wird. In Ballungszentren fehlen weiterhin Wohnungen, während ländliche Regionen mit Leerstand kämpfen.

Die BVR-Präsidentin Marija Kolak betont die Notwendigkeit, die Rahmenbedingungen für den Wohnungsbau zu verbessern. Maßnahmen wie der Bau-Turbo und der 13-Punkte-Plan zur Senkung der Baukosten sind wichtige Schritte, die jedoch schnell umgesetzt werden müssen, um den Druck auf den Wohnungsmarkt zu verringern.

Die Rolle der Altersvorsorge im Sparverhalten

Trotz der Herausforderungen bleibt die Altersvorsorge mit 57,7 % das wichtigste Sparmotiv für die Deutschen. Besonders ausgeprägt ist dieses Motiv bei den 40- bis 49-Jährigen, von denen 73 % angeben, dass sie für ihre Altersvorsorge sparen. Das Sparen für Konsum und größere Anschaffungen folgt mit 43,1 %, während das Sparen für Wohneigentum auf den dritten Platz zurückgefallen ist.

Die Umfrage zeigt, dass viele Menschen die Bedeutung von Wohneigentum als Kapitalanlage und Altersvorsorge erkennen. Dennoch bleibt der Erwerb von Immobilien für viele unerreichbar, was zu einem Anstieg der Unsicherheit in Bezug auf die Altersvorsorge führt.

Politische Maßnahmen und ihre Bedeutung

Die Bundesregierung hat bereits wichtige Schritte unternommen, um den Wohnungsbau zu fördern. Dazu gehören der Bau-Turbo und der Entwurf für ein neues Baugesetzbuch. Diese Maßnahmen sind entscheidend, um die Baukosten zu senken und den Erwerb von Wohneigentum für Familien mit mittlerem und niedrigem Einkommen zu erleichtern. Kolak fordert zudem Erleichterungen bei der Grunderwerbsteuer, um den Zugang zu Wohneigentum zu verbessern.

Die Notwendigkeit einer angemessenen Regulierung wird ebenfalls betont. Eine Überhitzung des Marktes ist derzeit nicht erkennbar, und die Banken sind gut kapitalisiert. Dennoch sollten zusätzliche Belastungen vermieden werden, um die Finanzierung von Wohneigentum nicht unnötig zu erschweren.

Fazit: Ein Traum bleibt unerfüllt

Traum vom Eigenheim in Deutschland
Symbolbild: Traum vom Eigenheim in Deutschland · Foto: Monstera Production / Pexels

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Traum vom Eigenheim für viele Deutsche nach wie vor stark ausgeprägt ist. Doch die finanziellen Hürden, die durch hohe Immobilienpreise, steigende Lebenshaltungskosten und ein Mangel an Eigenkapital entstehen, machen es immer schwieriger, diesen Traum zu verwirklichen. Politische Maßnahmen sind notwendig, um die Rahmenbedingungen zu verbessern und den Zugang zu Wohneigentum zu erleichtern. Nur so kann der Wunsch nach einem eigenen Zuhause für mehr Menschen Realität werden.

Häufige Fragen

Warum träumen so viele Deutsche vom Eigenheim?
Der Wunsch nach einem Eigenheim ist stark ausgeprägt, da es Unabhängigkeit, Gestaltungsfreiheit und finanzielle Sicherheit bietet.
Was sind die größten Hürden beim Erwerb von Wohneigentum?
Die größte Hürde ist das fehlende Eigenkapital. Nur 6 % der jüngeren Mieterhaushalte haben genug Ersparnisse, um die Eigenkapitalanforderungen zu erfüllen.
Wie haben sich die Immobilienpreise entwickelt?
Die Preise für selbstgenutzte Wohnimmobilien steigen weiterhin, mit einem moderaten Anstieg von etwa 3 % im Jahr 2026.
Wie beeinflussen steigende Lebenshaltungskosten das Sparverhalten?
Steigende Ausgaben und Lebenshaltungskosten führen dazu, dass 12,5 % der Befragten weniger sparen wollen, was den Erwerb von Wohneigentum erschwert.
Welche Rolle spielt die Altersvorsorge beim Sparen?
Die Altersvorsorge bleibt mit 57,7 % das wichtigste Sparmotiv, während das Sparen für Wohneigentum auf den dritten Platz zurückgefallen ist.

Quellen: Google News

Symbolbild: Traum vom Eigenheim in Deutschland · Foto: Karolina K / Pexels

Stefan Wagner
Stefan Wagner
Stefan Wagner widmet sich den Themen Altersvorsorge und Versicherungen. Er erklärt verständlich, welche Vorsorgemodelle es gibt und worauf man bei langfristigen Entscheidungen achten sollte. Bei Finanz-Echo möchte er dazu beitragen, dass auch trockene Themen wie Renten- und Absicherungsfragen greifbar werden.
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