⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 15.07.2026
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat neue Empfehlungen veröffentlicht, die einen gesunden Lebensstil als entscheidenden Faktor zur Senkung des Demenzrisikos hervorheben.
- Gesunde Ernährung und Bewegung senken das Demenzrisiko.
- Soziale Aktivitäten sind nun ausdrücklich empfohlen.
- Bestimmte Erkrankungen erhöhen das Demenzrisiko.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat in ihren neuesten Empfehlungen betont, dass ein gesunder Lebensstil entscheidend zur Senkung des Demenzrisikos beitragen kann. Bewegung, gesunde Ernährung und ein aktives Sozialleben sind dabei zentrale Elemente. Diese Erkenntnisse sind besonders relevant, da weltweit rund 57 Millionen Menschen mit Demenz leben, und die Zahl stetig steigt. Die WHO schätzt, dass bis zu 45 Prozent des Demenzrisikos auf Faktoren zurückzuführen sind, die der Mensch selbst beeinflussen kann.
Was sind die Empfehlungen der WHO?

Die WHO empfiehlt, regelmäßig körperlich aktiv zu sein, um das Risiko für Demenz und andere kognitive Beeinträchtigungen zu senken. Dies umfasst nicht nur Sport, sondern auch alltägliche Bewegungsformen wie Spaziergänge oder Gartenarbeit. Zudem wird eine gesunde Ernährung empfohlen, die reich an Obst, Gemüse und Vollkornprodukten ist. Diese Ernährungsweise unterstützt nicht nur die allgemeine Gesundheit, sondern hat auch positive Effekte auf die Gehirnfunktion.
Ein weiterer wichtiger Aspekt der WHO-Empfehlungen ist die Förderung sozialer Aktivitäten. Während in den Richtlinien von 2019 soziale Interaktionen noch nicht als schützend gegen Demenz anerkannt wurden, hat die WHO nun klare Hinweise darauf, dass soziale Kontakte und Aktivitäten mit anderen Menschen das Demenzrisiko signifikant senken können. Dies könnte durch die Stärkung des emotionalen Wohlbefindens und die Förderung geistiger Aktivitäten geschehen.
Die Rolle von geistiger Aktivität
Geistige Aktivität spielt ebenfalls eine entscheidende Rolle bei der Prävention von Demenz. Die WHO empfiehlt Aktivitäten wie Lesen, Geschichtenerzählen oder das Spielen von Brett- und Kartenspielen, um das Gehirn aktiv zu halten. Diese kognitive Stimulation kann helfen, die geistige Gesundheit zu fördern und das Risiko für kognitive Beeinträchtigungen zu verringern. Studien zeigen, dass Menschen, die regelmäßig geistig aktiv sind, weniger wahrscheinlich an Demenz erkranken.
Darüber hinaus hat die WHO festgestellt, dass Hörgeräte bei Menschen mit Hörverlust kognitive Beeinträchtigungen vorbeugen können. Dies ist eine wichtige Erkenntnis, da viele ältere Menschen unter unentdecktem Hörverlust leiden, was ihre sozialen Interaktionen und geistige Aktivität einschränken kann.
Wirtschaftliche Auswirkungen eines gesunden Lebensstils
- Weltweit leben rund 57 Millionen Menschen mit Demenz.
- Bis zu 45 Prozent des Demenzrisikos sind beeinflussbar.
- Die WHO empfiehlt Bewegung und soziale Aktivitäten.
Die Empfehlungen der WHO haben nicht nur gesundheitliche, sondern auch wirtschaftliche Implikationen. Ein gesunder Lebensstil kann die Gesundheitskosten erheblich senken, da weniger Menschen an chronischen Krankheiten leiden, die oft mit hohen Behandlungskosten verbunden sind. Dies könnte insbesondere für Länder von Bedeutung sein, die mit einer alternden Bevölkerung konfrontiert sind.
Ein gesunder Lebensstil fördert zudem die Produktivität. Menschen, die aktiv und gesund sind, sind in der Regel leistungsfähiger und weniger häufig krank. Dies hat positive Auswirkungen auf die Wirtschaft, da eine gesunde Bevölkerung zu einem stabileren Arbeitsmarkt beiträgt. Unternehmen könnten von geringeren Fehlzeiten und einer höheren Mitarbeiterzufriedenheit profitieren.
Die Herausforderungen der Umsetzung
Trotz der klaren Empfehlungen der WHO gibt es Herausforderungen bei der Umsetzung eines gesunden Lebensstils. Viele Menschen haben Schwierigkeiten, gesunde Ernährungsgewohnheiten zu entwickeln oder regelmäßig Sport zu treiben. Zudem können soziale Isolation und finanzielle Einschränkungen den Zugang zu gesunden Lebensweisen erschweren. Es ist wichtig, dass Regierungen und Organisationen Programme entwickeln, die Menschen unterstützen, gesunde Entscheidungen zu treffen und Barrieren abzubauen.
Ein weiterer Aspekt ist die Skepsis gegenüber Nahrungsergänzungsmitteln. Die WHO bleibt skeptisch gegenüber der Wirksamkeit von Nahrungsergänzungsmitteln wie Vitamin B, Vitamin E oder Omega-3-Kapseln, wenn kein nachgewiesener Mangel vorliegt. Dies bedeutet, dass der Fokus auf einer ausgewogenen Ernährung liegen sollte, anstatt auf der Einnahme von Ergänzungsmitteln.
Fazit

Die neuen Empfehlungen der WHO zur Senkung des Demenzrisikos durch einen gesunden Lebensstil sind ein wichtiger Schritt in der Prävention von Demenz und anderen kognitiven Beeinträchtigungen. Bewegung, gesunde Ernährung und soziale Aktivitäten sind entscheidend, um das Risiko zu minimieren. Diese Empfehlungen haben nicht nur gesundheitliche Vorteile, sondern auch weitreichende wirtschaftliche Auswirkungen. Ein gesunder Lebensstil kann die Gesundheitskosten senken und die Produktivität steigern, was für die Gesellschaft insgesamt von Vorteil ist. Es ist jedoch wichtig, die Herausforderungen bei der Umsetzung zu erkennen und geeignete Maßnahmen zu ergreifen, um Menschen zu unterstützen, gesunde Entscheidungen zu treffen.
Häufige Fragen
Was empfiehlt die WHO zur Senkung des Demenzrisikos?
Wie viele Menschen leben weltweit mit Demenz?
Welche Faktoren erhöhen das Demenzrisiko?
Was ist neu an den WHO-Empfehlungen von 2026?
Wie beeinflusst ein gesunder Lebensstil die Wirtschaft?
Quellen: finanzen.net
Symbolbild: Gesunder Lebensstil zur Demenzprävention · Foto: Vitaly Gariev / Pexels


