⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 31.07.2026
Finanzexperten raten, wie viel Geld sinnvollerweise auf Girokonten gehalten werden sollte, um Inflation und Gebühren zu vermeiden.
- Maximal zwei Monatsgehälter auf dem Girokonto.
- Girokonten bieten kaum Zinsen, Geld verliert an Wert.
- Alternative Anlagemöglichkeiten sind empfehlenswert.
In der heutigen Finanzwelt stellt sich die Frage, wie viel Geld sinnvollerweise auf einem Girokonto gehalten werden sollte. Finanzexperten empfehlen, dass maximal zwei Monatsgehälter auf dem Girokonto verbleiben sollten. Diese Empfehlung basiert auf der Überlegung, dass ein gewisser Betrag für unerwartete Ausgaben zur Verfügung stehen sollte, ohne dass das Geld an Wert verliert. Bei monatlichen Ausgaben von 2.000 Euro wären das also 4.000 Euro, die als Liquiditätsreserve dienen können.
Warum ist die Höhe des Girokonto-Guthabens wichtig?

Die Entscheidung, wie viel Geld auf einem Girokonto gehalten werden sollte, ist nicht nur eine Frage der persönlichen Vorlieben, sondern auch eine strategische Überlegung im Hinblick auf Inflation und Zinsen. Aktuell liegt die Inflation in Deutschland bei 2,8 Prozent, was bedeutet, dass Geld, das nicht investiert wird, an Kaufkraft verliert. Ein Girokonto bietet in der Regel kaum Zinsen, sodass das Geld dort unproduktiv bleibt und kontinuierlich an Wert verliert.
Die Empfehlung von Finanzexperten, nur zwei Monatsgehälter auf dem Girokonto zu halten, zielt darauf ab, die finanzielle Flexibilität zu wahren, während gleichzeitig die Möglichkeit besteht, das restliche Geld gewinnbringend anzulegen. Wer mehr als diese empfohlene Summe auf dem Girokonto lässt, verpasst die Chance, von höheren Renditen zu profitieren, die durch alternative Anlageformen wie Tagesgeldkonten oder Aktieninvestitionen erzielt werden können.
Die Kosten des Girokontos
Ein weiterer Aspekt, der bei der Entscheidung über die Höhe des Girokonto-Guthabens berücksichtigt werden sollte, sind die Kontoführungsgebühren. Laut einer Umfrage von INNOFACT zahlen fast 25 Prozent der Bankkunden mindestens 100 Euro pro Jahr für die Kontoführung. Die Stiftung Warentest hat festgestellt, dass die durchschnittlichen Jahreskosten bei typischer Nutzung etwa 127 Euro betragen. Dies zeigt, dass die Wahl des Girokontos einen erheblichen Einfluss auf die jährlichen Ausgaben haben kann.
Wer sein Geld auf einem teuren Girokonto ohne Verzinsung parkt, verliert nicht nur durch Inflation, sondern auch durch die Kontoführungsgebühren. Im Gegensatz dazu können verzinste Girokonten, die aktuell Zinsen von 2,25 bis 3,5 Prozent pro Jahr bieten, eine attraktive Alternative darstellen. Diese Zinsen können die Kosten der Kontoführung teilweise ausgleichen und somit die Rendite erhöhen.
Wie viel Geld sollte ich für Notfälle zurücklegen?
- Empfohlene Obergrenze: Zwei Monatsgehälter auf dem Girokonto.
- Inflation im Juli 2026: 2,8 Prozent.
- Durchschnittliche Kontoführungsgebühren: 127 Euro pro Jahr.
Ein Notgroschen ist für jeden wichtig, um unerwartete Ausgaben abdecken zu können. Finanzexperten empfehlen, dass Angestellte mit einem sicheren Job mindestens drei Netto-Monatsgehälter als Notgroschen zurücklegen sollten. Für Familien oder Alleinverdiener wird empfohlen, vier bis sechs Monatsgehälter zu sparen. Selbstständige sollten sogar sechs bis zwölf Monatsgehälter als Puffer einplanen.
Die Höhe des Notgroschens hängt stark von der individuellen Lebenssituation ab. Wichtig ist, dass dieser Betrag auf einem Konto liegt, das jederzeit verfügbar ist, wie beispielsweise einem Tagesgeldkonto. So bleibt das Geld sicher und kann im Notfall schnell abgerufen werden, ohne dass es zu Verlusten kommt.
Alternativen zur Geldanlage
Um das Geld, das über die empfohlene Obergrenze hinausgeht, sinnvoll zu nutzen, sollten Bankkunden in Betracht ziehen, automatische Überweisungen auf ein separates Konto einzurichten. Dieses Konto kann dann als Ausgangspunkt für verschiedene Anlageformen dienen, wie beispielsweise Aktien, ETFs oder Immobilien. Diese Alternativen bieten die Möglichkeit, von höheren Renditen zu profitieren und das Geld gewinnbringend anzulegen.
Die Umschichtung von Sichteinlagen in besser verzinste Anlageformen ist ein Trend, der sich in den letzten Jahren verstärkt hat. Die Bundesbank berichtet von einer hohen Sparquote der privaten Haushalte, die im ersten Quartal 2026 bei rund 10,1 Prozent lag. Ein erheblicher Teil dieses Geldes landet zunächst auf Girokonten, bleibt dort jedoch oft monatelang unverzinst liegen. Die Entscheidung, wie viel Geld auf dem Girokonto verbleiben sollte, ist daher entscheidend für die finanzielle Gesundheit der Verbraucher.
Fazit

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Höhe des Geldes, das auf einem Girokonto gehalten werden sollte, von verschiedenen Faktoren abhängt. Finanzexperten empfehlen, maximal zwei Monatsgehälter auf dem Girokonto zu belassen, um unerwartete Ausgaben abdecken zu können, während das restliche Geld gewinnbringend angelegt werden sollte. Angesichts der aktuellen Inflation und der Kontoführungsgebühren ist es ratsam, alternative Anlagemöglichkeiten in Betracht zu ziehen, um die finanzielle Situation zu optimieren.
Häufige Fragen
Wie viel Geld sollte ich auf meinem Girokonto haben?
Warum sollte ich nicht mehr Geld auf dem Girokonto lassen?
Was sind gute Alternativen zum Girokonto?
Wie hoch sind die durchschnittlichen Kontoführungsgebühren?
Wie beeinflusst die Inflation mein Geld auf dem Girokonto?
Quellen: Google News
Symbolbild: Geldmanagement und Girokonto 2026 · Foto: Matheus Natan / Pexels


