⏱ 3 Min. Lesezeit · Stand: 22.06.2026
Monika Schnitzer, Vorsitzende des Sachverständigenrates, fordert die Rücknahme der Mehrwertsteuersenkung für die Gastronomie. Diese Maßnahme, die jährlich 3,4 Milliarden Euro kostet, begünstigt vor allem große Fast-Food-Ketten.
- Schnitzer bezeichnet die Gastro-Mehrwertsteuer als überflüssigste Subvention.
- Die Senkung hat nicht die gewünschten Effekte auf kleine Gastronomiebetriebe.
- Politische Diskussion über Subventionen und deren Lenkungswirkung nimmt zu.
Die Diskussion um die Gastro-Mehrwertsteuer hat in den letzten Wochen an Intensität gewonnen, insbesondere durch die Äußerungen von Monika Schnitzer, der Vorsitzenden des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung. Schnitzer bezeichnete die reduzierte Mehrwertsteuer auf Speisen in der Gastronomie als „eine der überflüssigsten Subventionen seit Langem“. Diese Maßnahme, die im Jahr 2025 eingeführt wurde, senkte die Mehrwertsteuer von 19% auf 7% und sollte ursprünglich dazu dienen, die Gastronomie in einer schwierigen wirtschaftlichen Lage zu unterstützen.
Was ist die Gastro-Mehrwertsteuer?

Die Gastro-Mehrwertsteuer ist eine steuerliche Regelung, die es Gastronomiebetrieben ermöglicht, auf Speisen einen reduzierten Mehrwertsteuersatz von 7% anstelle von 19% zu erheben. Diese Maßnahme wurde eingeführt, um die Branche während der wirtschaftlichen Herausforderungen, die durch die COVID-19-Pandemie und steigende Lebenshaltungskosten verursacht wurden, zu entlasten. Die Idee hinter dieser Senkung war es, die Preise für Verbraucher zu senken und gleichzeitig die Rentabilität der Gastronomiebetriebe zu fördern.
Die Kritik von Monika Schnitzer
Monika Schnitzer hat in mehreren Interviews betont, dass die Senkung der Mehrwertsteuer nicht die gewünschten Effekte erzielt hat. Ihrer Meinung nach kostet die Maßnahme den Staat jährlich rund 3,4 Milliarden Euro, ohne dass die versprochenen positiven Auswirkungen auf kleine Gastronomiebetriebe tatsächlich eingetreten sind. Stattdessen profitieren vor allem große Fast-Food-Ketten wie McDonald’s und Burger King von dieser Subvention. Schnitzer argumentiert, dass die ursprünglichen Ziele der Maßnahme nicht erreicht wurden und fordert daher eine Rücknahme der Steuervergünstigung.
Wirtschaftliche Auswirkungen der Gastro-Mehrwertsteuer
- Jährliche Kosten der Gastro-Mehrwertsteuer: 3,4 Milliarden Euro
- Profiteure der Senkung: McDonald’s und Burger King
- Insolvenzen in der Gastronomie 2025: Vierter Anstieg in Folge
Die wirtschaftlichen Auswirkungen der Gastro-Mehrwertsteuer sind nicht zu unterschätzen. Trotz der Senkung sind die Insolvenzen in der Gastronomie im Jahr 2025 zum vierten Mal in Folge gestiegen. Dies zeigt, dass die Maßnahme nicht ausreicht, um die Branche nachhaltig zu stabilisieren. Laut einer Auswertung der Wirtschaftsauskunftei Creditreform ist die Situation in der Gastronomie nach wie vor angespannt, was die Wirksamkeit der Steuervergünstigung in Frage stellt.
Politische Reaktionen und Diskussionen
Die Forderung von Schnitzer nach einer Rücknahme der Gastro-Mehrwertsteuer hat in der politischen Landschaft für Diskussionen gesorgt. Während einige Politiker und Wirtschaftsvertreter ihre Argumente unterstützen, gibt es auch Widerstand. Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) hat die Senkung der Mehrwertsteuer als positiv bewertet und argumentiert, dass sie den Betrieben hilft, trotz steigender Kosten wirtschaftlich zu arbeiten. Diese unterschiedlichen Meinungen verdeutlichen die Komplexität der Thematik und die Herausforderungen, vor denen die Politik steht.
Subventionen im Fokus
Die Diskussion um die Gastro-Mehrwertsteuer ist Teil eines größeren Themas, das die Subventionen in Deutschland betrifft. Schnitzer hat auch andere staatliche Fördermaßnahmen in den Blick genommen, die ihrer Meinung nach eine falsche Lenkungswirkung haben. Dazu zählt beispielsweise die steuerliche Begünstigung von Dieselkraftstoff. Schnitzer fordert eine umfassende Überprüfung aller Subventionen, um sicherzustellen, dass sie tatsächlich den beabsichtigten Zweck erfüllen und nicht nur großen Unternehmen zugutekommen.
Fazit

Die Debatte um die Gastro-Mehrwertsteuer zeigt, wie komplex und vielschichtig die Themen Steuern und Subventionen in der deutschen Wirtschaft sind. Monika Schnitzers Forderung nach einer Rücknahme der Steuervergünstigung wirft wichtige Fragen auf, die nicht nur die Gastronomie, sondern auch die gesamte Wirtschaft betreffen. Die Diskussion über die Wirksamkeit von Subventionen und deren Auswirkungen auf kleine und große Betriebe wird in den kommenden Monaten sicherlich weitergeführt werden.
Häufige Fragen
Was ist die Gastro-Mehrwertsteuer?
Warum fordert Monika Schnitzer die Streichung?
Wie hat sich die Gastronomie seit der Senkung entwickelt?
Welche weiteren Subventionen kritisiert Schnitzer?
Was sind die wirtschaftlichen Implikationen der Diskussion?
Quellen: Google News
Symbolbild: Gastro-Mehrwertsteuer und ihre Auswirkungen · Foto: Rachel Claire / Pexels


