⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 03.09.2026
Die Schweizer Immobilienlandschaft steht vor einem Wendepunkt: Während die Preise für Wohneigentum weiter steigen, sinkt die Nachfrage nach Eigenheimen. Dies zeigt eine aktuelle Studie der Raiffeisen Bank.
- Nachfrage nach Eigenheimen in der Schweiz bricht ein.
- Preise für Einfamilienhäuser und Eigentumswohnungen steigen weiter.
- Finanzielle Unterstützung durch Familien reicht oft nicht aus.
Die Schweizer Immobilienlandschaft steht vor einem Wendepunkt: Während die Preise für Wohneigentum weiter steigen, sinkt die Nachfrage nach Eigenheimen. Dies zeigt eine aktuelle Studie der Raiffeisen Bank, die im September 2026 veröffentlicht wurde. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass immer weniger Schweizer sich ein Eigenheim leisten können und wollen, was zu einem signifikanten Rückgang des Kaufinteresses führt.
Was ist die aktuelle Situation auf dem Immobilienmarkt?

Die Raiffeisen-Studie „Immobilien Schweiz Q3 2026″ zeigt, dass die Nachfrage nach Eigenheimen erstmals sinkt. Fredy Hasenmaile, Chefökonom von Raiffeisen Schweiz, erklärt, dass die Vermarktungszeiten für Immobilien länger werden und die Zahl der finanzierten Transaktionen leicht zurückgegangen ist. Dies ist ein klares Zeichen dafür, dass immer weniger Haushalte bereit sind, in den Eigenheimmarkt einzutreten.
Obwohl die Nachfrage sinkt, bleibt das Angebot an Immobilien begrenzt. Dies führt dazu, dass die Preise vorerst weiter steigen könnten. Hasenmaile betont, dass das knappe Angebot die Preise weiterhin anheben dürfte, auch wenn die stärkste Phase des Preiswachstums möglicherweise hinter uns liegt. Dies bedeutet, dass Käufer trotz sinkender Nachfrage weiterhin mit hohen Preisen konfrontiert sind.
Preisentwicklung im Detail
Im August 2026 stiegen die Preise für Einfamilienhäuser um 1,0 Prozent im Vergleich zum Vormonat, während die Preise für Eigentumswohnungen moderat um 0,3 Prozent zulegten. Besonders auffällig sind die regionalen Unterschiede: In der Zentralschweiz stiegen die Preise für Einfamilienhäuser um 3,7 Prozent, während in der Genferseeregion ein Rückgang um 1,1 Prozent zu verzeichnen war. Diese regionalen Preisschwankungen zeigen, dass der Immobilienmarkt in der Schweiz sehr heterogen ist.
Die Raiffeisen-Studie hebt hervor, dass selbst mit finanzieller Unterstützung durch die Familie der Kauf eines geeigneten Objektes nur noch einer Minderheit vorbehalten ist. Dies ist besonders besorgniserregend, da viele potenzielle Käufer auf solche Unterstützung angewiesen sind, um die hohen Preise zu bewältigen.
Einfluss der Zinsen und Inflation
- Studie zeigt: Nachfrage nach Eigenheimen sinkt.
- Preise für Einfamilienhäuser stiegen im August um 1,0 Prozent.
- Eigentumswohnungen verteuerten sich um 4,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Die Zinsentwicklung spielt eine entscheidende Rolle auf dem Immobilienmarkt. Trotz der vergleichsweise tiefen Zinsen hat sich der Anstieg der Suchabonnements für Eigentumsobjekte seit Anfang 2025 abgeschwächt. Im vergangenen Quartal gab es sogar einen leichten Rückgang der Interessenten. Dies könnte darauf hindeuten, dass die Käufer aufgrund der hohen Preise und der unsicheren wirtschaftlichen Lage vorsichtiger werden.
Die Inflation hat ebenfalls Auswirkungen auf die Kaufkraft der Haushalte. Die Eigenheimpreise steigen weiterhin deutlich stärker als die allgemeine Teuerung, was die Erschwinglichkeit von Wohneigentum weiter einschränkt. Die Differenz zwischen dem Preisauftrieb im Immobiliensektor und der Inflation hat sich zwar verringert, bleibt jedoch signifikant.
Vermarktungszeiten und Käuferverhalten
Ein weiteres Indiz für die sinkende Nachfrage ist die Verlängerung der Vermarktungszeiten. Anfang 2026 mussten Eigentumswohnungen im Durchschnitt 70 Tage online ausgeschrieben werden, um einen Käufer zu finden. Dies sind rund drei Tage mehr als noch ein Jahr zuvor. Diese Entwicklung zeigt, dass Immobilien trotz des knappen Angebots länger auf dem Markt bleiben, was auf eine abnehmende Kaufbereitschaft hinweist.
Die Raiffeisen-Studie stellt fest, dass immer weniger Haushalte bereit sind, in den Eigenheimmarkt einzutreten. Dies könnte auch mit der schwächeren Zuwanderung zusammenhängen, die in den letzten Monaten beobachtet wurde. Die sinkende Nachfrage könnte somit nicht nur auf die hohen Preise, sondern auch auf demografische Veränderungen zurückzuführen sein.
Fazit: Ein herausfordernder Markt für Käufer

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Schweizer Immobilienmarkt vor großen Herausforderungen steht. Die Preise für Wohneigentum steigen weiterhin, während die Nachfrage sinkt. Dies führt zu einer angespannten Situation für potenzielle Käufer, die sich zunehmend schwer tun, ein Eigenheim zu finanzieren. Die Kombination aus hohen Preisen, längeren Vermarktungszeiten und einer sinkenden Kaufbereitschaft deutet darauf hin, dass der Markt sich in einer Übergangsphase befindet. Käufer sollten sich dieser Entwicklungen bewusst sein und ihre Strategien entsprechend anpassen.
Häufige Fragen
Warum sinkt die Nachfrage nach Wohneigentum in der Schweiz?
Wie haben sich die Preise für Wohneigentum entwickelt?
Was sagt die Raiffeisen-Studie über den Immobilienmarkt?
Wie lange bleiben Immobilien derzeit auf dem Markt?
Welche Rolle spielt die Zinsentwicklung für den Immobilienmarkt?
Quellen: Google News
Symbolbild: Aktuelle Trends im Schweizer Wohneigentum · Foto: Bryan Dijkhuizen / Pexels


