⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 31.08.2026
Ab 2027 werden hohe Fahrtkosten bei der Berechnung des Wohngeldes nicht mehr vollständig berücksichtigt. Dies könnte für viele Pendler eine erhebliche finanzielle Belastung darstellen.
- Wohngeldreform tritt am 1. Januar 2027 in Kraft
- Individuelle Werbungskosten über Pauschbeträgen werden nicht mehr abgezogen
- Pendler mit hohen Fahrtkosten sind besonders betroffen
Die geplante Wohngeldreform, die am 1. Januar 2027 in Kraft treten soll, könnte für viele Pendler eine erhebliche finanzielle Belastung darstellen. Laut dem aktuellen Entwurf des Bundeskabinetts werden individuelle Werbungskosten, insbesondere hohe Fahrtkosten, bei der Berechnung des Wohngeldes nicht mehr vollständig berücksichtigt. Dies betrifft vor allem Arbeitnehmer, die lange Wege zur Arbeit zurücklegen müssen.
Was ist die Wohngeldreform?

Die Wohngeldreform zielt darauf ab, die Einkommensprüfung für Wohngeldanträge zu vereinfachen. Der Gesetzentwurf sieht vor, dass nur noch der Arbeitnehmer-Pauschbetrag von 1.230 Euro jährlich bei der Berechnung des Wohngeldes berücksichtigt wird. Höhere individuelle Werbungskosten, die über diesen Pauschbetrag hinausgehen, sollen nicht mehr abgezogen werden. Dies könnte für viele Pendler, die bereits hohe Fahrtkosten haben, zu einem spürbaren Verlust an Wohngeld führen.
Die Bundesregierung begründet die Pauschalierung mit einer einfacheren Einkommensprüfung. Wohngeldbehörden müssten individuelle berufliche Ausgaben nicht mehr für jeden Bewilligungszeitraum prüfen. Dies könnte zwar den Verwaltungsaufwand reduzieren, geht jedoch auf Kosten derjenigen, die tatsächlich hohe berufliche Ausgaben haben.
Wie wirken sich die Änderungen auf Pendler aus?
Pendler, die täglich lange Strecken zur Arbeit zurücklegen, könnten besonders betroffen sein. Die steuerliche Entfernungspauschale beträgt seit dem 1. Januar 2026 38 Cent pro Kilometer für die einfache Strecke. Bei angenommenen 220 Arbeitstagen und einer Entfernung von 20 Kilometern pro Tag summieren sich die Fahrtkosten bereits auf 1.672 Euro jährlich, was den Pauschbetrag von 1.230 Euro deutlich übersteigt. Bei einer Strecke von 40 Kilometern pro Tag belaufen sich die Kosten sogar auf 3.344 Euro jährlich.
Mit der neuen Regelung wird jedoch nur der Pauschbetrag von 1.230 Euro bei der Wohngeldberechnung berücksichtigt. Dies bedeutet, dass Pendler, die hohe Fahrtkosten haben, in der Berechnung des Wohngeldes benachteiligt werden. Ihre tatsächlichen Ausgaben werden nicht mehr vollständig anerkannt, was zu einem geringeren Wohngeldanspruch führen kann.
Auswirkungen auf die Wirtschaft und den Immobilienmarkt
- Änderung des Wohngeldgesetzes ab 1. Januar 2027
- Arbeitnehmer-Pauschbetrag: 1.230 Euro jährlich
- Steuerliche Entfernungspauschale: 38 Cent pro Kilometer
Die Wohngeldreform könnte auch Auswirkungen auf die Wirtschaft haben, insbesondere auf den Immobilienmarkt. Wenn weniger Menschen Anspruch auf Wohngeld haben, könnte dies zu einer geringeren Nachfrage nach Mietwohnungen führen. Dies könnte insbesondere in städtischen Gebieten, wo viele Pendler leben, spürbar sein. Zudem könnte die Reform die finanzielle Belastung für viele Haushalte erhöhen, was sich negativ auf den Konsum auswirken könnte.
Die Reform könnte auch die Inflation beeinflussen, da weniger Geld für Miete und Lebenshaltungskosten zur Verfügung steht. Dies könnte insbesondere in Zeiten steigender Preise und Zinsen zu einer zusätzlichen Belastung für die Haushalte führen. Die Auswirkungen auf den DAX und andere Finanzmärkte sind derzeit schwer abzuschätzen, könnten jedoch durch eine sinkende Kaufkraft der Verbraucher negativ beeinflusst werden.
Praktische Hinweise für Pendler
Bis zum Inkrafttreten der Neuregelung gilt das bisherige Recht. Pendler und andere Beschäftigte sollten höhere Werbungskosten weiterhin gegenüber der Wohngeldstelle angeben und belegen. Dies könnte helfen, den Wohngeldanspruch bis zur endgültigen Umsetzung der Reform zu sichern.
Fazit

Die geplante Wohngeldreform ab 2027 könnte für viele Pendler eine erhebliche finanzielle Belastung darstellen, da hohe Fahrtkosten nicht mehr vollständig bei der Berechnung des Wohngeldes berücksichtigt werden. Während die Vereinfachung der Einkommensprüfung für die Wohngeldbehörden Vorteile bringen könnte, wird sie auf Kosten derjenigen gehen, die tatsächlich hohe berufliche Ausgaben haben. Pendler sollten sich frühzeitig auf die Änderungen einstellen und ihre Ausgaben weiterhin sorgfältig dokumentieren.
Häufige Fragen
Was ändert sich bei der Wohngeldberechnung ab 2027?
Wie hoch ist der Arbeitnehmer-Pauschbetrag?
Was ist die steuerliche Entfernungspauschale?
Wie wirkt sich die Reform auf Pendler aus?
Was sollten Pendler bis zur Reform beachten?
Quellen: Google News
Symbolbild: Pendler auf dem Weg zur Arbeit · Foto: Andy Lee / Pexels


