⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 12.09.2026
Im Jahr 2026 haben Bestandsimmobilien die Vorreiterrolle auf dem Immobilienmarkt übernommen. Die Gründe für diesen Trend sind vielfältig und spiegeln sich in den aktuellen Marktbedingungen wider.
- Bestandsimmobilien verzeichnen einen Preisanstieg von 3,7 Prozent.
- Neubaupreise stagnieren bei 1,9 Prozent.
- Energieeffizienz wird zum entscheidenden Kaufkriterium.
Im Jahr 2026 haben Bestandsimmobilien die Vorreiterrolle auf dem Immobilienmarkt übernommen. Die Zahlen des Statistischen Bundesamtes zeigen, dass die Preise für Wohnimmobilien im Jahresdurchschnitt 2025 um 3,2 Prozent gestiegen sind, was den ersten Anstieg seit der Zinswende 2022 markiert. Besonders auffällig ist der Unterschied zwischen Bestandsimmobilien und Neubauten: Während die Preise für bestehende Immobilien im dritten Quartal 2025 um 3,7 Prozent zulegten, stiegen die Preise für Neubauten lediglich um 1,9 Prozent. Diese Entwicklung hat sich bis in den April 2026 gefestigt und zeigt, dass Bestandsimmobilien zunehmend die erste Wahl für Käufer sind.
Was sind die Gründe für den Trend zu Bestandsimmobilien?

Die Gründe für die steigende Nachfrage nach Bestandsimmobilien sind vielfältig. Experten führen die Krise im Wohnungsbau an, die das Angebot an neuen Wohnungen extrem verknappen hat. Hohe Baukosten und eine unsichere Marktlage haben viele Kaufinteressenten dazu veranlasst, auf sofort verfügbare Bestandsimmobilien in gewachsenen Infrastrukturen auszuweichen. Diese Immobilien bieten nicht nur eine sofortige Wohnmöglichkeit, sondern auch den Vorteil einer etablierten Nachbarschaft und Infrastruktur.
Ein weiterer entscheidender Faktor ist die energetische Beschaffenheit der Immobilien. Seit Januar 2026 gilt ein CO2-Preis von 65 Euro pro Tonne, was den Kostendruck auf unsanierte Gebäude spürbar erhöht. Käufer achten zunehmend auf die Energieeffizienz von Immobilien, da diese nicht nur die Betriebskosten senken, sondern auch langfristig den Wert der Immobilie sichern können. Immobilien mit einer guten Energiebilanz oder bereits erfolgten Sanierungen erzielen mittlerweile Spitzenpreise und werden teilweise teurer gehandelt als vergleichbare Neubauten in weniger zentralen Lagen.
Die Preisentwicklung im Bestandssegment
Die Preisentwicklung im Bestandssegment zeigt eine klare Differenzierung. Immobilien mit einer guten Energiebilanz sind besonders gefragt, während unsanierte Objekte mit schlechter Energieklasse oft Preisabschläge erleiden müssen. Diese Tendenz wird durch die hohe Nachfrage nach energetischen Sanierungen unterstützt, die durch attraktive KfW-Förderprogramme für Käufer gemildert werden. Diese Programme helfen, die Finanzierungshürden für Käufer zu überwinden und machen den Erwerb von Bestandsimmobilien attraktiver.
Die Marktaktivität hat spürbar zugenommen, auch wenn das Volumen die Boomjahre vor 2022 noch nicht erreicht. Viele Käufer nutzen das aktuelle Zinsniveau, das sich im März 2026 bei etwa 3,60 Prozent für zehnjährige Finanzierungen eingependelt hat, um sich Wohneigentum im Bestand zu sichern. Diese relative Planungssicherheit zieht viele Kaufinteressenten zurück auf den Markt, die befürchten, dass die Preise weiter steigen könnten.
Die Situation in den Metropolregionen
- Preisanstieg bei Bestandsimmobilien: 3,7 Prozent im Q3 2025
- Neubaupreise steigen nur um 1,9 Prozent
- CO2-Preis von 65 Euro pro Tonne seit Januar 2026
In Metropolregionen wie München bleibt die Preissituation besonders angespannt. Hier werden für Bestandswohnungen im Stadtschnitt zwischen 8.200 und 9.200 Euro pro Quadratmeter aufgerufen. In Premium-Lagen wie der Altstadt liegen die Preise sogar bei etwa 11.900 Euro pro Quadratmeter. Selbst in weniger gefragten Vierteln wie Moosach kosten Quadratmeter noch rund 7.500 Euro. Diese hohen Preise verdeutlichen, dass Schnäppchen im Bestand zunehmend seltener werden, was die Konkurrenz um verfügbare Immobilien weiter anheizt.
Die Nachfrage nach Bestandsimmobilien in diesen Regionen bleibt ungebrochen. Käufer sind bereit, höhere Preise zu zahlen, insbesondere für Immobilien, die energetisch saniert sind oder über eine gute Energiebilanz verfügen. Diese Entwicklung führt dazu, dass sich die Schere zwischen hochwertigem Bestand und problematischen Objekten weiter öffnet, was für Käufer eine Herausforderung darstellt.
Marktanalyse und Prognosen für 2026
Die Marktanalysen zeigen, dass der Druck auf den Bestandsmarkt weiter zunehmen wird. Branchenanalysten prognostizieren für 2026 einen bundesweiten Preisanstieg von etwa 3 bis 4 Prozent. Das Wachstum im Bestand wird voraussichtlich die Neubauentwicklung weiterhin übertreffen. Diese Tendenz wird durch die anhaltende Nachfrage und das begrenzte Angebot an neuen Wohnungen verstärkt.
Die Situation auf dem Immobilienmarkt hat auch Auswirkungen auf die gesamte Wirtschaft. Ein anhaltender Preisanstieg kann sowohl positive als auch negative Effekte haben. Während steigende Immobilienpreise das Vertrauen in den Markt stärken und Investitionen anziehen können, besteht auch die Gefahr einer Überhitzung des Marktes, was langfristig zu einem Rückgang der Nachfrage führen könnte. Käufer sollten daher besonders auf die energetische Zukunftsfähigkeit der Immobilien achten, da diese neben der Lage das wichtigste Kriterium für langfristige Wertstabilität geworden ist.
Fazit

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Bestandsimmobilien im Jahr 2026 die neue erste Wahl für Käufer sind. Die Kombination aus steigenden Preisen, hoher Nachfrage und dem Fokus auf Energieeffizienz macht den Markt für Bestandsimmobilien besonders attraktiv. Käufer sollten sich jedoch bewusst sein, dass die Konkurrenz um hochwertige Objekte zunimmt und Schnäppchen immer seltener werden. Die Entwicklungen auf dem Immobilienmarkt werden auch weiterhin eng mit den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, wie Zinsen und Inflation, verknüpft sein.
Häufige Fragen
Warum sind Bestandsimmobilien 2026 so gefragt?
Wie haben sich die Preise für Bestandsimmobilien entwickelt?
Welche Rolle spielt die Energieeffizienz beim Immobilienkauf?
Wie beeinflusst der CO2-Preis den Immobilienmarkt?
Was sind die Prognosen für den Immobilienmarkt 2026?
Quellen: Google News
Symbolbild: Bestandsimmobilien im Fokus 2026 · Foto: Max Vakhtbovych / Pexels


