⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 07.06.2026
In Berlin entsteht mit dem Modulbauprojekt an der Landsberger Allee Europas größtes Wohnbauprojekt, das innovative Bauweisen nutzt, um bezahlbaren Wohnraum zu schaffen.
- Modulbauweise ermöglicht schnelle Fertigstellung
- 1548 Wohnungen für kleine und mittlere Einkommen
- Nachhaltige Materialien und Bauprozesse
In Berlin entsteht mit dem Modulbauprojekt an der Landsberger Allee Europas größtes Wohnbauprojekt, das innovative Bauweisen nutzt, um bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Mit insgesamt 1548 Wohnungen, die vom Einzimmerapartment bis zur Fünfzimmerwohnung reichen, zielt das Projekt darauf ab, insbesondere kleinen und mittleren Einkommen sowie Studierenden eine adäquate Wohnmöglichkeit zu bieten.
Was ist das Modulbauprojekt an der Landsberger Allee?

Das Modulbauprojekt an der Landsberger Allee ist ein wegweisendes Bauvorhaben, das die Vorteile der Modulbauweise in den Vordergrund stellt. Diese Bauweise ermöglicht es, vorgefertigte Raummodule schnell und effizient zu montieren, was die Bauzeit erheblich verkürzt. Das Projekt umfasst vier sieben- bis achtgeschossige Gebäude, die auf einem 39.400 Quadratmeter großen Gelände im Stadtbezirk Friedrichshain-Kreuzberg errichtet werden.
Die landeseigene Wohnungsbaugesellschaft Gewobag hat das Projekt initiiert, um den steigenden Bedarf an Wohnraum in Berlin zu decken. Die Wohnungen sind größtenteils belegungsgebunden und richten sich an Haushalte mit kleinen und mittleren Einkommen. Dies ist besonders wichtig in einer Stadt, in der die Mietpreise kontinuierlich steigen.
Wie funktioniert die Modulbauweise?
Die Modulbauweise basiert auf der Idee, dass Wohnräume wie Autos in einer Fabrik vorgefertigt und dann vor Ort montiert werden. Bei diesem Projekt werden die Raummodule im Werk des niederländisch-japanischen Unternehmens Daiwa House Modular Europe in Fürstenwalde produziert. Jedes Modul wird mit einem Stahlrahmen und einer 12 Zentimeter dicken Stahlbetondecke ausgestattet, die als tragende Struktur dient.
Die Module werden nahezu bezugsfertig an die Baustelle geliefert, was bedeutet, dass sie nur noch montiert werden müssen. Diese Vorgehensweise ermöglicht einen Vorfertigungsgrad von bis zu 90 Prozent, was die Bauzeit im Vergleich zu herkömmlichen Methoden um etwa 50 Prozent verkürzt. Die Module sind bereits mit Sanitär-, Heizungs- und Wasserversorgung ausgestattet, was den Montageprozess weiter vereinfacht.
Die Herausforderungen des Projekts
- Projektname: Modulbauprojekt Landsberger Allee
- Anzahl der Wohnungen: 1548
- Fertigstellung: Ende 2026
- Bauweise: Modulbau
- Förderung: KfW
Obwohl die Modulbauweise viele Vorteile bietet, bringt sie auch spezifische Herausforderungen mit sich. Ein zentrales Element des Projekts sind die 759 frei auskragenden Balkone, die an die vorgefertigten Raummodule angeschlossen werden müssen. Hierbei kommt das tragende Wärmedämmelement Schöck Isokorb T S zum Einsatz, das eine thermisch getrennte Verbindung zwischen den Modulstahlrahmen und den Balkonkonstruktionen gewährleistet.
Die Ingenieure mussten eine Sonderlösung entwickeln, um die Anschlussstelle der Balkone an die Fassade zu realisieren, da diese aufgrund des Fassadenaufbaus mit Putz und Wärmedämmung um sechs bis acht Zentimeter nach vorne verlagert werden musste. Dies erforderte die Verwendung von verlängerten Gewindestangen und einem speziellen Adapterbauteil, um die statischen Anforderungen zu erfüllen.
Nachhaltigkeit und Energieeffizienz
Ein weiterer wichtiger Aspekt des Modulbauprojekts ist die Nachhaltigkeit. Die verwendeten Materialien, wie Steinwolle für die Dämmung, tragen nicht nur zur Energieeffizienz bei, sondern bieten auch Schall- und Brandschutz. Die Gebäude erfüllen die Vorgaben des KfW 55-Standards, was bedeutet, dass sie besonders energieeffizient sind und somit einen Beitrag zum Klimaschutz leisten.
Durch die modulare Bauweise wird zudem der Materialeinsatz optimiert. Schnittpläne und gezielte Resteverwertung in der Modulfertigung reduzieren den Baustellenabfall erheblich. Dies ist ein entscheidender Schritt in Richtung eines nachhaltigeren Bauens, das den ökologischen Fußabdruck minimiert.
Die Rolle der KfW-Förderung
Die KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) spielt eine entscheidende Rolle bei der Finanzierung des Projekts. Durch ihre Förderprogramme wird sichergestellt, dass ein großer Teil der Wohnungen zu einem erschwinglichen Preis angeboten werden kann. Dies ist besonders wichtig in einer Stadt wie Berlin, wo der Wohnungsmarkt stark angespannt ist.
Die KfW-Förderung ermöglicht es der Gewobag, die Baukosten zu senken und gleichzeitig die Qualität der Wohnungen zu gewährleisten. Dies ist ein wichtiger Schritt, um den sozialen Wohnungsbau in Berlin zu stärken und den Bedürfnissen der Bevölkerung gerecht zu werden.
Fazit

Das Modulbauprojekt an der Landsberger Allee in Berlin ist ein wegweisendes Beispiel für innovative Bauweisen, die den Herausforderungen des Wohnungsmarktes begegnen. Mit 1548 Wohnungen, die schnell und effizient erstellt werden, zeigt das Projekt, wie modulare Bauweise nicht nur Zeit und Kosten spart, sondern auch nachhaltige und bezahlbare Wohnlösungen bietet. Die Unterstützung durch die KfW-Förderung unterstreicht die Bedeutung dieses Projekts für die Stadt und ihre Bewohner.
Häufige Fragen
Was ist das Modulbauprojekt an der Landsberger Allee?
Wann wird das Projekt fertiggestellt?
Welche Bauweise wird verwendet?
Wer ist für den Bau verantwortlich?
Wie wird das Projekt gefördert?
Quellen: Google News
Symbolbild: Modulbauprojekt in Berlin · Foto: Mathias Reding / Pexels


