⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 15.06.2026
Eine aktuelle Analyse zeigt, dass Babyboomer beim Immobilienkauf deutlich weniger Eigenkapital benötigten als Millennials. Diese Entwicklung hat weitreichende Auswirkungen auf die Wirtschaft und den Immobilienmarkt.
- Boomer benötigten weniger Eigenkapital für Immobilienkäufe.
- Millennials müssen doppelt so lange sparen wie ihre Vorgänger.
- Steigende Immobilienpreise und Kaufnebenkosten belasten junge Käufer.
Die aktuelle Analyse des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW Kiel) zeigt, dass der Hauskauf für die Generation der Babyboomer in den 1980er Jahren deutlich einfacher war als für die Millennials von heute. Diese Erkenntnis wirft ein Schlaglicht auf die Herausforderungen, mit denen junge Käufer konfrontiert sind, und hat weitreichende Implikationen für die Wirtschaft und den Immobilienmarkt.
Was sind die Hauptunterschiede beim Hauskauf?

Die Studie belegt, dass Babyboomer für den Erwerb einer Eigentumswohnung im Durchschnitt nur etwa 1,7 Jahreseinkommen als Eigenkapital benötigten. Im Gegensatz dazu müssen Millennials, die zwischen 2015 und 2024 in den Immobilienmarkt eintreten, mehr als drei Jahreseinkommen aufbringen. Diese signifikante Differenz verdeutlicht, wie sich die finanziellen Anforderungen im Laufe der Zeit verändert haben.
Zusätzlich zeigt die Analyse, dass Millennials im Durchschnitt etwa 14 Jahre sparen müssen, um das notwendige Eigenkapital für den Kauf einer Immobilie anzusparen. Im Vergleich dazu benötigten Babyboomer lediglich rund 6,8 Jahre. Diese Verdopplung der Sparzeit ist ein alarmierendes Zeichen für die Erschwinglichkeit von Wohneigentum in Deutschland.
Steigende Immobilienpreise und Kaufnebenkosten
Ein wesentlicher Faktor für die erschwerten Bedingungen beim Immobilienkauf sind die stark gestiegenen Immobilienpreise. Zwischen 2010 und 2022 haben sich die Preise für Einfamilienhäuser und Eigentumswohnungen in Deutschland um etwa 94 Prozent erhöht. Diese Preissteigerungen sind in vielen Regionen, insbesondere in Großstädten und Ballungsräumen, noch ausgeprägter.
Zusätzlich zu den hohen Kaufpreisen müssen Käufer auch mit gestiegenen Kaufnebenkosten rechnen. Diese beinhalten Grunderwerbsteuern, Notar- und Maklergebühren, die in vielen Regionen Deutschlands deutlich höher sind als in der Vergangenheit. Diese zusätzlichen finanziellen Belastungen tragen dazu bei, dass der Zugang zu Wohneigentum für viele junge Menschen zunehmend erschwert wird.
Die Rolle der Zinsen und der Inflation
- Eigenkapitalbedarf für Millennials: über 3 Jahreseinkommen
- Eigenkapitalbedarf für Babyboomer: 1,7 Jahreseinkommen
- Sparzeit für Millennials: durchschnittlich 14 Jahre
- Sparzeit für Babyboomer: etwa 6,8 Jahre
Ein weiterer Aspekt, der die Situation für Millennials kompliziert, sind die aktuellen Zinsen und die Inflation. Während Babyboomer in den 1980er Jahren oft mit zweistelligen Zinsen konfrontiert waren, profitieren heutige Käufer von niedrigeren Zinsen. Dennoch sind die gestiegenen Immobilienpreise und die Inflation in den letzten Jahren so stark angestiegen, dass die monatlichen Belastungen für viele Käufer kaum zu stemmen sind.
Die Inflation hat nicht nur die Kaufkraft der Verbraucher beeinträchtigt, sondern auch die realen Einkommen stagnieren lassen. Dies bedeutet, dass trotz höherer nominaler Einkommen die Fähigkeit, Eigenkapital anzusparen, stark eingeschränkt ist. Die Kombination aus hohen Preisen, steigenden Kosten und stagnierenden Einkommen stellt eine erhebliche Hürde für den Immobilienerwerb dar.
Politische Maßnahmen zur Unterstützung junger Käufer
Um den Herausforderungen beim Immobilienkauf zu begegnen, sind politische Maßnahmen erforderlich. Experten empfehlen, die Nebenkosten, die beim Kauf anfallen, zu senken. Insbesondere die Grunderwerbsteuer könnte hier ein Ansatzpunkt sein, um den Zugang zu Wohneigentum zu erleichtern. Solche Maßnahmen würden vor allem jenen helfen, die kein Vermögen haben oder es nur schwer ansparen können.
Darüber hinaus könnten staatliche Förderprogramme und individuelle Beratungsangebote dazu beitragen, den Traum vom Eigenheim für junge Käufer zu realisieren. Eine frühzeitige Beratung zur Baufinanzierung könnte entscheidend sein, um die finanziellen Hürden zu überwinden.
Fazit: Ein Blick in die Zukunft

Die Analyse des IfW Kiel verdeutlicht, dass der Hauskauf für Babyboomer in der Vergangenheit deutlich einfacher war als für die Millennials von heute. Die gestiegenen Anforderungen an das Eigenkapital, die hohen Immobilienpreise und die Kaufnebenkosten stellen erhebliche Herausforderungen dar, die es zu bewältigen gilt. Um den Zugang zu Wohneigentum zu erleichtern, sind politische Maßnahmen und individuelle Unterstützungsangebote unerlässlich. Nur so kann der Traum vom Eigenheim für die jüngeren Generationen in Deutschland realisiert werden.
Häufige Fragen
Warum war der Hauskauf für Babyboomer einfacher?
Wie lange müssen Millennials sparen, um ein Eigenheim zu kaufen?
Welche Faktoren beeinflussen die Erschwinglichkeit von Immobilien?
Wie haben sich die Immobilienpreise in den letzten Jahren entwickelt?
Was können Politiker tun, um den Immobilienkauf zu erleichtern?
Quellen: Google News
Symbolbild: Junge Käufer im Immobilienmarkt · Foto: Alena Darmel / Pexels


