⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 22.08.2026
Eine neue Studie zeigt, dass abgelaufene Visa-Kreditkarten für Einkäufe verwendet werden können, was erhebliche Sicherheitsrisiken für Verbraucher und Banken birgt.
- Abgelaufene Visa-Karten können für Zahlungen genutzt werden.
- Die Methode nutzt ein NFC-Relay-System.
- Sicherheitslücken betreffen mehrere Banken.
- Verbraucher sollten abgelaufene Karten sicher entsorgen.
Eine aktuelle Studie der University of Massachusetts Amherst hat alarmierende Sicherheitslücken bei abgelaufenen Visa-Kreditkarten aufgedeckt. Diese sogenannten „Zombie-Karten“ können durch eine spezielle Angriffsmethode für Einkäufe verwendet werden, was sowohl für Verbraucher als auch für Banken erhebliche Risiken birgt. Der Angriff nutzt ein NFC-Relay-System, das es ermöglicht, die Ablaufdaten der Karte zu manipulieren, sodass das Point-of-Sale (POS)-Terminal glaubt, die Karte sei noch gültig.
Was ist eine Zombie-Karte?

Eine Zombie-Karte ist eine abgelaufene Kreditkarte, die durch technische Manipulationen wieder „belebt“ werden kann. Forscher haben herausgefunden, dass die Annahme, abgelaufene Karten seien nicht mehr funktionsfähig, nicht immer zutrifft. Die Studie zeigt, dass Banken oft nicht die notwendigen Sicherheitsprüfungen durchführen, um die Gültigkeit einer Karte zu verifizieren, was es Betrügern ermöglicht, abgelaufene Karten für Transaktionen zu nutzen.
Die Methode, die in der Studie beschrieben wird, erfordert physikalischen Zugriff auf die Karte sowie ein Gerät, das als Relay zwischen der Karte und dem POS-Terminal fungiert. Dies bedeutet, dass ein Angreifer in der Nähe des Terminals sein muss, um den Angriff durchzuführen. Die Forscher haben diese Technik in verschiedenen realen Umgebungen getestet, darunter Restaurants und Einzelhandelsgeschäfte, und festgestellt, dass sie in vielen Fällen erfolgreich war.
Wie funktioniert der Angriff?
Der Angriff erfolgt in mehreren Schritten. Zunächst wird ein NFC-Relay-System eingerichtet, das aus zwei Smartphones besteht. Eines der Smartphones agiert als Emulator für die Kreditkarte, während das andere als Emulator für das POS-Terminal fungiert. Wenn der Angreifer eine Transaktion initiiert, sendet das erste Smartphone die Kartendaten an das Terminal, einschließlich der abgelaufenen Ablaufdaten.
Das zweite Smartphone greift dann auf die Kartendaten zu und ändert die Ablaufdaten in ein zukünftiges Datum. Da einige POS-Systeme nicht ausreichend gegen solche Manipulationen geschützt sind, wird die Transaktion erfolgreich verarbeitet, obwohl die Karte abgelaufen ist. Diese Sicherheitslücke zeigt, wie wichtig es ist, dass Banken und Zahlungsdienstleister ihre Systeme regelmäßig auf Schwachstellen überprüfen.
Welche Karten sind betroffen?
- Forschungsdatum: August 2026
- Universität: University of Massachusetts Amherst
- Angreifbare Karten: Visa-Kontaktloskarten
- Angriffsmethode: NFC-Relay-System
Die Studie konzentriert sich insbesondere auf Visa-Kontaktloskarten, die aufgrund ihrer weit verbreiteten Nutzung und der Art und Weise, wie sie Transaktionen verarbeiten, anfällig sind. Die Forscher haben festgestellt, dass nicht alle Kreditkarten gleich betroffen sind; einige Karten und digitale Wallets bieten zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen, die sie widerstandsfähiger gegen diesen Angriff machen.
Die Ergebnisse der Studie werfen Fragen zur Sicherheit von Zahlungssystemen auf und zeigen, dass die Verantwortung für die Sicherheit zwischen den verschiedenen Akteuren – Kartenherstellern, POS-Terminals und Banken – aufgeteilt ist. Diese Fragmentierung kann dazu führen, dass Sicherheitslücken entstehen, die von Betrügern ausgenutzt werden können.
Was bedeutet das für Verbraucher?
Für Verbraucher bedeutet dies, dass sie besonders vorsichtig mit ihren Kreditkarten umgehen sollten, insbesondere wenn diese abgelaufen sind. Die Forscher empfehlen, abgelaufene Karten sicher zu entsorgen, um das Risiko von Betrug zu minimieren. Verbraucher sollten sich bewusst sein, dass die Annahme, abgelaufene Karten seien nicht mehr funktionsfähig, nicht immer zutrifft.
Ein wichtiger Tipp ist, abgelaufene Karten nicht einfach wegzuwerfen, sondern sie zu demontieren oder zu zerstören, um sicherzustellen, dass niemand die Kartendaten missbrauchen kann. Dies kann durch das Zerschneiden der Karte oder das Demagnetisieren des Magnetstreifens erfolgen.
Wie reagieren Banken auf diese Sicherheitslücke?
Die Reaktionen der Banken auf die Entdeckung dieser Sicherheitslücke sind unterschiedlich. Einige Banken haben bereits Maßnahmen ergriffen, um ihre Systeme zu verbessern und sicherzustellen, dass die Ablaufdaten von Karten ordnungsgemäß überprüft werden. Andere Banken hingegen scheinen weniger proaktiv zu sein und verlassen sich auf die Entscheidungen der POS-Terminals, was zu einem erhöhten Risiko für Betrug führen kann.
Die Studie hat auch gezeigt, dass die Sicherheitsprotokolle nicht immer konsistent angewendet werden, was bedeutet, dass einige Banken möglicherweise nicht die notwendigen Überprüfungen durchführen, um sicherzustellen, dass eine Karte tatsächlich abgelaufen ist. Dies könnte dazu führen, dass Betrüger die Schwächen im System ausnutzen und erfolgreich Transaktionen mit abgelaufenen Karten durchführen.
Fazit

Die Entdeckung der Zombie-Karten zeigt, wie wichtig es ist, dass sowohl Verbraucher als auch Banken sich der Sicherheitsrisiken bewusst sind, die mit abgelaufenen Kreditkarten verbunden sind. Die Forschung der University of Massachusetts Amherst hat eine ernsthafte Sicherheitslücke aufgedeckt, die nicht nur die Verbraucher, sondern auch die Banken betrifft. Es ist entscheidend, dass Banken ihre Sicherheitsprotokolle überprüfen und Verbraucher dazu ermutigen, abgelaufene Karten sicher zu entsorgen, um das Risiko von Betrug zu minimieren.
Häufige Fragen
Was ist eine Zombie-Karte?
Wie funktioniert der Angriff?
Welche Karten sind betroffen?
Was sollten Verbraucher tun?
Wie reagieren Banken auf diese Sicherheitslücke?
Quellen: Google News
Symbolbild: Abgelaufene Kreditkarte und Zahlungsterminal · Foto: Towfiqu barbhuiya / Pexels


