⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 10.08.2026
Der Absatz von Wärmepumpen in Deutschland hat im ersten Halbjahr 2026 um 40 % zugenommen, was auf ein wachsendes Bewusstsein für nachhaltige Heizlösungen hinweist.
- Wärmepumpen-Absatz erreicht 195.000 Einheiten
- Bundesförderung für effiziente Gebäude unterstützt Wachstum
- Marktanteil von Luft-Wasser-Wärmepumpen bei 95 %
Im ersten Halbjahr 2026 hat der Absatz von Wärmepumpen in Deutschland einen bemerkenswerten Anstieg von 40 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum verzeichnet. Laut dem Bundesverband Wärmepumpe (BWP) wurden insgesamt 195.000 Wärmepumpen verkauft, was den zweitstärksten Wert in der Geschichte des deutschen Marktes darstellt. Nur im Jahr 2023 wurden mit 196.500 Geräten mehr Wärmepumpen abgesetzt.
Was sind die Gründe für den Anstieg?

Die positive Entwicklung des Wärmepumpenmarktes ist auf mehrere Faktoren zurückzuführen. Zum einen wächst das Bewusstsein der Verbraucher für die Risiken, die mit der Nutzung fossiler Brennstoffe verbunden sind. Zum anderen hat die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) erheblich zur Nachfrage beigetragen. Diese Förderungen bieten finanzielle Anreize für Haushalte, die auf nachhaltige Heizlösungen umsteigen möchten.
Seit dem 21. Juli 2026 gelten neue Regelungen für die Heizungsförderung, die sozial gestaffelt sind und bis 2030 degressiv gestaltet werden. Wärmepumpen, die in der EU produziert werden, erhalten nun einen Wertschöpfungsbonus, während der zusätzliche Bonus für natürliche Kältemittel entfällt. Dies hat dazu geführt, dass die Grundförderung von 30 % auf bis zu 80 % ansteigen kann, abhängig von verschiedenen Kriterien.
Marktentwicklung und Trends
Die Wärmepumpentechnologie hat sich in den letzten Jahren als eine der gefragtesten Heizlösungen etabliert. Im Jahr 2025 entfiel bereits jede zweite neu verkaufte Heizungsanlage auf eine Wärmepumpe. Diese Entwicklung zeigt, dass Verbraucher zunehmend auf energieeffiziente und nachhaltige Lösungen setzen. Der Marktanteil der Luft-Wasser-Wärmepumpen liegt bei beeindruckenden 95 %, während Erdreich-Wärmepumpen nur etwa 5 % ausmachen.
Zusätzlich wurden im ersten Halbjahr 2026 auch 49.500 Warmwasser-Wärmepumpen verkauft, die speziell für die Trinkwassererwärmung konzipiert sind. Dieses Segment verzeichnete ein Absatzplus von 20 % im Vergleich zum Vorjahr. Die steigende Nachfrage nach diesen Geräten zeigt, dass Verbraucher nicht nur an Heizlösungen, sondern auch an der effizienten Warmwasserbereitung interessiert sind.
Wirtschaftliche Auswirkungen auf den Immobilienmarkt
- Absatzsteigerung: 40 % im ersten Halbjahr 2026
- Verkaufte Wärmepumpen: 195.000 Einheiten
- Vorjahresvergleich: 40 % mehr als 2025
Die steigende Nachfrage nach Wärmepumpen hat auch Auswirkungen auf den Immobilienmarkt. Immer mehr Hauseigentümer entscheiden sich für die Installation von Wärmepumpen, um ihre Immobilien energieeffizienter zu gestalten. Dies kann den Wert von Immobilien erhöhen, da energieeffiziente Heizsysteme für potenzielle Käufer attraktiv sind.
Darüber hinaus zeigt die Praxis, dass rund 80 % der neu installierten Wärmepumpen in Bestandsgebäuden zum Einsatz kommen. Dies widerlegt die weit verbreitete Annahme, dass Wärmepumpen nur für Neubauten geeignet sind. Die Technologie hat sich als vielseitig und anpassungsfähig erwiesen, was sie für eine breite Palette von Gebäudetypen geeignet macht.
Die Rolle der staatlichen Förderung
Die staatliche Förderung spielt eine zentrale Rolle bei der Marktentwicklung der Wärmepumpen. Im Jahr 2025 wurden über 288.000 Förderzusagen für Wärmepumpen erteilt, was einem Anstieg von 91 % im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Diese Förderungen sind ein klarer Investitionsanreiz und werden von Verbrauchern intensiv genutzt.
Die KfW-Förderung konzentriert sich auf Bestandsgebäude, was den Fokus des Marktes klar verschiebt. Die Förderung hat nicht nur positive Auswirkungen auf die Verkaufszahlen, sondern aktiviert auch erhebliche lokale Wertschöpfung, insbesondere im mittelständisch geprägten Heizungsbau und im regionalen Fachhandwerk.
Ausblick auf die Zukunft
Die Wärmepumpenbranche hat sich zu einem relevanten Wirtschaftsfaktor entwickelt, mit rund 70.000 Beschäftigten und einem Jahresumsatz von etwa 3,5 Milliarden Euro. Die positive Marktentwicklung wird voraussichtlich auch in den kommenden Jahren anhalten, insbesondere wenn die politischen Rahmenbedingungen stabil bleiben.
Die Branche blickt jedoch aufmerksam auf die anstehenden politischen Entscheidungen in Berlin. Ein abrupter Richtungswechsel oder neue Signale zugunsten fossiler Energieträger könnten Investitionen verzögern und den Markt ausbremsen. Daher ist es entscheidend, dass die bestehenden Förderbedingungen und das Gebäudeenergiegesetz (GEG) nicht aufgeweicht werden.
Fazit

Der Absatz von Wärmepumpen in Deutschland hat im ersten Halbjahr 2026 einen bemerkenswerten Anstieg von 40 % erreicht. Diese Entwicklung ist nicht nur ein Zeichen für das wachsende Bewusstsein der Verbraucher für nachhaltige Heizlösungen, sondern auch ein Indikator für die positive wirtschaftliche Dynamik in der Branche. Mit stabilen politischen Rahmenbedingungen und anhaltender staatlicher Förderung könnte der Markt für Wärmepumpen in den kommenden Jahren weiter wachsen und sich als zentrale Lösung für die Energieversorgung etablieren.
Häufige Fragen
Was sind Wärmepumpen?
Warum steigt der Absatz von Wärmepumpen?
Wie funktioniert die staatliche Förderung für Wärmepumpen?
Welche Arten von Wärmepumpen sind am beliebtesten?
Wie beeinflusst der Wärmepumpenmarkt die Immobilienpreise?
Quellen: Google News
Symbolbild: Wärmepumpeninstallation in einem modernen Zuhause · Foto: alpha innotec / Pexels


