⏱ 3 Min. Lesezeit · Stand: 23.09.2026
Eine kleine Gruppe von Banken in Deutschland gibt die jüngsten Zinserhöhungen der Europäischen Zentralbank (EZB) an ihre Kunden weiter, während die Mehrheit der Banken still bleibt. Dies könnte für Sparer eine lukrative Gelegenheit darstellen.
- Nur jede dritte überregionale Bank hat die Zinsen erhöht.
- Die besten Angebote liegen über zwei Prozent.
- Ein Bankwechsel kann sich für Sparer lohnen.
Am 16. September 2026 hat die Europäische Zentralbank (EZB) die Leitzinsen um 25 Basispunkte angehoben. Diese Entscheidung ist Teil der Bemühungen, die Inflation zu kontrollieren, die in der Eurozone weiterhin über dem angestrebten Zielwert von 2 Prozent liegt. Während die EZB auf diese Weise versucht, die Geldpolitik zu straffen, bleibt die Frage, wie die Banken auf diese Zinserhöhung reagieren und ob sie die Vorteile an ihre Kunden weitergeben.
Was geschah mit den Zinsen?

Die jüngste Zinserhöhung der EZB hat dazu geführt, dass der Zinssatz für die Einlagefazilität auf 2,50 Prozent, der Zinssatz für die Hauptrefinanzierungsgeschäfte auf 2,65 Prozent und der Zinssatz für die Spitzenrefinanzierungsfazilität auf 2,90 Prozent angehoben wurde. Trotz dieser Erhöhung haben nur etwa 33 Prozent der überregionalen Banken in Deutschland ihre Zinsen für Bestandskunden angehoben. Im Durchschnitt stiegen die Tagesgeldzinsen lediglich um 0,10 Prozentpunkte, was im Vergleich zu den 0,25 Prozentpunkten, die die Banken selbst von der EZB erhalten, als unzureichend angesehen werden kann.
Welche Banken geben die Zinsen weiter?
Eine kleine Gruppe von Banken hebt sich durch die Weitergabe der gestiegenen Zinsen ab. Zu den Banken, die ihre Zinsen erhöht haben, gehören Ferratum mit 3,00 Prozent, Ascory Bank mit 2,50 Prozent (ab 01. Oktober 2026 auf 2,75 Prozent) und Crédit Agricole Savings mit 2,50 Prozent. Diese Banken zeigen, dass es möglich ist, attraktive Zinsen anzubieten, während die Mehrheit der Banken in Deutschland zurückhaltend bleibt.
Warum ist das wichtig für Sparer?
Für Sparer bedeutet dies, dass sie aktiv nach Banken suchen sollten, die höhere Zinsen anbieten. Die meisten Banken, einschließlich der großen Institute und Sparkassen, haben die Zinserhöhungen nicht an ihre Bestandskunden weitergegeben. Dies führt dazu, dass viele Sparer von den Vorteilen der steigenden Zinsen nicht profitieren. Ein Wechsel zu einer Bank, die höhere Zinsen zahlt, kann sich finanziell lohnen, insbesondere wenn man bedenkt, dass einige Banken neue Kunden mit Zinsen von vier Prozent und mehr anlocken.
Der Wettbewerb unter den Banken
- EZB-Leitzinsen erhöht um 25 Basispunkte am 16. September 2026.
- Durchschnittlicher Tagesgeldzins für Bestandskunden liegt bei 1,42 Prozent.
- Ferratum bietet aktuell 3,00 Prozent Zinsen auf Tagesgeld.
Der Wettbewerb unter den Banken ist in den letzten Monaten intensiver geworden. Junge Banken und Broker bieten hohe Tagesgeldzinsen an, um neue Kunden zu gewinnen. Diese Entwicklung zwingt etablierte Banken dazu, ihre Zinsen zu erhöhen, um im Wettbewerb bestehen zu können. Laut Ania Scholz Orfanidis von der FMH-Finanzberatung profitieren Sparer von dieser Wettbewerbssituation, da sie bessere Angebote erhalten können.
Die Rolle der Inflation
Die Inflation spielt eine entscheidende Rolle in der aktuellen Zinspolitik. Mit einer Inflationsrate von 3,3 Prozent in Deutschland und der Eurozone ist es für Sparer wichtig, Zinsen zu erzielen, die über dieser Rate liegen, um eine reale Rendite zu erzielen. Angebote, die weniger als 3,3 Prozent bieten, sind aus Sicht der Finanzexperten nicht attraktiv, da sie lediglich eine Schadensbegrenzung darstellen.
Was sollten Sparer beachten?
Sparer sollten sich nicht nur auf die aktuellen Zinsen konzentrieren, sondern auch auf die Zinsgarantien der Banken achten. Viele Banken bieten mittlerweile Zinsgarantien für längere Zeiträume an, was für Sparer von Vorteil ist. Bei Banken, die vier Prozent und mehr bieten, sind vier Monate Zinsgarantien mittlerweile Standard. Dies gibt den Sparern eine gewisse Planungssicherheit und schützt sie vor plötzlichen Zinssenkungen.
Fazit

Die aktuelle Zinspolitik der EZB hat Auswirkungen auf die Bankenlandschaft in Deutschland. Während einige Banken die gestiegenen Zinsen an ihre Kunden weitergeben, bleibt die Mehrheit zurückhaltend. Sparer sollten die Angebote der Banken genau vergleichen und gegebenenfalls einen Wechsel in Betracht ziehen, um von den höheren Zinsen zu profitieren. In einem Umfeld, in dem die Inflation hoch bleibt, ist es entscheidend, Zinsen zu erzielen, die über der Inflationsrate liegen, um eine reale Rendite zu sichern.
Häufige Fragen
Welche Banken haben die Zinsen erhöht?
Wie viele Banken geben die EZB-Zinsen weiter?
Was bedeutet das für Sparer?
Wie hoch sind die aktuellen Durchschnittszinsen?
Was sind die besten Angebote für Tagesgeld?
Quellen: Google News
Symbolbild: Banken und steigende Zinsen im Fokus · Foto: Stephen Leonardi / Pexels


