StartImmobilien & FinanzierungGutes Einkommen, 200.000 Euro Eigenkapital: Warum der Immobilienkauf scheitert

Gutes Einkommen, 200.000 Euro Eigenkapital: Warum der Immobilienkauf scheitert

Transparenzhinweis: Die Inhalte dieses Beitrags wurden ganz oder teilweise mit künstlicher Intelligenz (KI) erzeugt und vor der Veröffentlichung redaktionell geprüft.

⏱ 5 Min. Lesezeit · Stand: 04.07.2026

Trotz eines guten Einkommens und 200.000 Euro Eigenkapital scheitern viele potenzielle Käufer am Traum vom Eigenheim. Hohe Nebenkosten und steigende Zinsen machen den Immobilienkauf zunehmend unattraktiv.

Das Wichtigste in Kürze

  • Hohe Nebenkosten und Zinsen belasten Käufer.
  • Eigenkapital wird zur entscheidenden Hürde.
  • Familienunterstützung wird immer wichtiger.

Trotz eines guten Einkommens und einem Eigenkapital von 200.000 Euro scheitern viele potenzielle Käufer am Traum vom Eigenheim. Hohe Nebenkosten und steigende Zinsen machen den Immobilienkauf zunehmend unattraktiv. Diese Entwicklungen werfen Fragen auf, insbesondere im Kontext der aktuellen wirtschaftlichen Lage, die von Inflation und steigenden Zinsen geprägt ist.

Was sind die aktuellen Herausforderungen beim Immobilienkauf?

Herausforderungen beim Immobilienkauf
Symbolbild: Herausforderungen beim Immobilienkauf · Foto: Mikhail Nilov / Pexels

Die Anforderungen an Käufer sind in den letzten Jahren erheblich gestiegen. Ein Beispiel verdeutlicht dies: Bei einem Kaufpreis von 600.000 Euro müssen Käufer in der Regel 20 Prozent Eigenkapital einbringen, was 120.000 Euro entspricht. Hinzu kommen Kaufnebenkosten wie die Grunderwerbsteuer, die in Nordrhein-Westfalen 6,5 Prozent beträgt. Bei einem Kaufpreis von 600.000 Euro sind das allein 39.000 Euro, die zusätzlich aufgebracht werden müssen.

American Express Green Card

Eigenkapital wird zunehmend zur entscheidenden Hürde für Käufer. Laut aktuellen Daten bringen Käufer im Schnitt etwa 147.000 Euro Eigenkapital in ihre Finanzierung ein. Diese Zahl ist im Vergleich zum Vorjahr gestiegen, was darauf hindeutet, dass die Anforderungen an das Eigenkapital weiter zunehmen. Michael Voigtländer, Immobilienexperte beim Institut der deutschen Wirtschaft, weist darauf hin, dass viele Haushalte im Alter zwischen 35 und 44 Jahren im Median nur über rund 22.000 Euro Finanzvermögen verfügen. Für viele ist es daher „utopisch“, die nötigen Eigenmittel für den Kauf aufzubauen.

Die Rolle der Nebenkosten

Die Nebenkosten beim Immobilienkauf sind ein weiterer entscheidender Faktor. Neben der Grunderwerbsteuer müssen Käufer auch Notarkosten, Gebühren für das Grundbuch und gegebenenfalls Maklergebühren einplanen. Diese Kosten können schnell mehrere Zehntausend Euro betragen und erhöhen die Einstiegshürde für potenzielle Käufer erheblich. In vielen Fällen müssen diese Nebenkosten aus dem Eigenkapital bezahlt werden, was die finanzielle Belastung weiter erhöht.

Die Verbraucherzentrale NRW hat die monatlichen Belastungen für Käufer berechnet. Bei einem Beleihungswert von 600.000 Euro und 120.000 Euro Eigenkapital ergibt sich ein Darlehen von 480.000 Euro. Bei einer Zinsbindung von 15 Jahren und einer anfänglichen Tilgung von zwei Prozent liegt die monatliche Belastung zwischen 2360 und 2560 Euro. Bei einer Finanzierung ohne Eigenkapital würde die Monatsrate sogar zwischen 3115 und 3375 Euro liegen. Diese hohen monatlichen Belastungen schrecken viele Käufer ab, selbst wenn sie über ein gutes Einkommen verfügen.

Steigende Zinsen und ihre Auswirkungen

Fakten auf einen Blick

  • Eigenkapital von 200.000 Euro reicht oft nicht aus.
  • Monatliche Belastung bei 600.000 Euro Kaufpreis: 2360 bis 2560 Euro.
  • Grunderwerbsteuer in NRW beträgt 6,5 Prozent.

Die Notwendigkeit, mehr Eigenkapital aufzubringen, hat auch Auswirkungen auf die Finanzierungskonditionen. Je weniger Eigenkapital Käufer einbringen, desto höher ist das Risiko für die Banken, was zu höheren Zinssätzen führt. Dies erhöht die monatlichen Belastungen zusätzlich und macht den Kauf noch unattraktiver. In der aktuellen Interhyp-Leistbarkeitsstudie geben 34 Prozent der Kaufplaner an, dass Unterstützung durch die Familie, sei es durch Erbe oder Schenkung, eine notwendige Voraussetzung für den Kauf ist. Diese Entwicklung zeigt, wie stark die Eigentumsfrage in Deutschland zur Vermögensfrage geworden ist.

Ein Beispiel verdeutlicht die Situation: Ein Käufer, der eine Wohnung für 600.000 Euro erwerben möchte, muss nicht nur die 120.000 Euro Eigenkapital aufbringen, sondern auch die 39.000 Euro Grunderwerbsteuer und weitere Nebenkosten. Dies kann dazu führen, dass Käufer sich entscheiden, lieber zur Miete zu wohnen und ihr Geld in andere Anlageformen zu investieren, wie etwa in Aktien oder Kryptowährungen, um ihre finanzielle Flexibilität zu bewahren.

Die Entscheidung gegen den Immobilienkauf

Die aktuellen Entwicklungen auf dem Immobilienmarkt zeigen, dass selbst gutverdienende Käufer mit hohem Eigenkapital zunehmend Schwierigkeiten haben, den Traum vom Eigenheim zu verwirklichen. Hohe Nebenkosten, steigende Zinsen und die Notwendigkeit, mehr Eigenkapital aufzubringen, machen den Kauf unattraktiv. Viele entscheiden sich daher, zur Miete zu wohnen und ihr Geld in andere Anlageformen zu investieren, um finanziell flexibel zu bleiben.

Ein Beispiel ist Michael A., der trotz eines Eigenkapitals von 200.000 Euro und eines guten Einkommens von 4000 bis 5000 Euro monatlich den Kauf einer Wohnung aufgegeben hat. Die monatliche Rate für eine Finanzierung hätte nach seinen Berechnungen etwa 800 bis 1200 Euro mehr betragen als seine aktuelle Miete. Er entschied sich, lieber liquide zu bleiben und sein Geld am Aktienmarkt zu investieren, was ihm mehr Flexibilität bietet.

Familienunterstützung als notwendige Voraussetzung

Die Abhängigkeit von familiärer Unterstützung ist ein weiteres Zeichen dafür, dass der Immobilienmarkt für viele Menschen unzugänglich geworden ist. Die hohen Einstiegshürden und die Notwendigkeit, mehr Eigenkapital aufzubringen, machen es für viele junge Familien und Erstkäufer schwierig, den Traum vom Eigenheim zu verwirklichen. Angesichts der hohen Kosten und der finanziellen Belastungen entscheiden sich immer mehr Menschen gegen den Kauf einer Immobilie.

Die Eigentumsfrage wird zunehmend zur Vermögensfrage, und ohne familiäre Unterstützung wird der Zugang zum Immobilienmarkt für viele Menschen immer schwieriger. Die Verbraucherzentrale NRW rechnet vor, dass die monatlichen Belastungen für Käufer bei einem Beleihungswert von 600.000 Euro und 120.000 Euro Eigenkapital zwischen 2360 und 2560 Euro liegen. Diese hohen Kosten schrecken viele Käufer ab, selbst wenn sie über ein gutes Einkommen verfügen.

Fazit: Der Immobilienkauf bleibt eine Herausforderung

Herausforderungen beim Immobilienkauf
Symbolbild: Herausforderungen beim Immobilienkauf · Foto: Artful Homes / Pexels

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Immobilienkauf für viele Menschen in Deutschland trotz eines guten Einkommens und hohem Eigenkapital zunehmend schwierig wird. Hohe Nebenkosten, steigende Zinsen und die Notwendigkeit, mehr Eigenkapital aufzubringen, machen den Kauf unattraktiv. Viele entscheiden sich daher, zur Miete zu wohnen und ihr Geld in andere Anlageformen zu investieren, um finanziell flexibel zu bleiben. Die Herausforderungen auf dem Immobilienmarkt zeigen, dass die Eigentumsfrage immer mehr zur Vermögensfrage wird.

Häufige Fragen

Warum scheitern viele am Immobilienkauf?
Hohe Nebenkosten, steigende Zinsen und die Notwendigkeit, mehr Eigenkapital aufzubringen, machen den Kauf unattraktiv.
Wie hoch sind die Nebenkosten beim Immobilienkauf?
Die Nebenkosten können mehrere Zehntausend Euro betragen, einschließlich Grunderwerbsteuer, Notarkosten und Gebühren.
Wie viel Eigenkapital wird benötigt?
Bei einem Kaufpreis von 600.000 Euro sind in der Regel 20 Prozent Eigenkapital erforderlich, also 120.000 Euro.
Welche Rolle spielt die Familienunterstützung?
34 Prozent der Kaufplaner geben an, dass Unterstützung durch die Familie eine notwendige Voraussetzung für den Kauf ist.
Wie hoch sind die monatlichen Belastungen bei Immobilienfinanzierungen?
Bei einem Darlehen von 480.000 Euro liegt die monatliche Belastung zwischen 2360 und 2560 Euro.

Quellen: Google News

Symbolbild: Herausforderungen beim Immobilienkauf · Foto: Phát Trương / Pexels

Julia Hoffmann
Julia Hoffmann
Julia Hoffmann ist bei Finanz-Echo für die Themen Immobilien und Baufinanzierung zuständig. Sie erklärt, worauf es bei Kauf, Finanzierung und Vermietung ankommt, und behält dabei aktuelle Entwicklungen am Markt im Blick. Ihre Artikel richten sich sowohl an angehende Eigentümer als auch an alle, die ihre Immobilie als Geldanlage betrachten.
RELATED ARTICLES

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein

American Express Green Card

Most Popular