⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 19.08.2026
Immobilien-Influencer, auch bekannt als Immo-Bros, versprechen durch Vermietung schnellen Reichtum. Doch ihre Methoden sind oft riskant und schädlich für Mieter.
- Immo-Bros propagieren riskante Finanzierungsmodelle.
- Mieter leiden unter hohen Mietpreisen und unsicheren Wohnverhältnissen.
- Die Finanzaufsicht Bafin plant Maßnahmen gegen gefährliche Tipps von Influencern.
Die Welt der Immobilien-Influencer, auch bekannt als Immo-Bros, hat in den letzten Jahren stark an Bedeutung gewonnen. Diese Influencer nutzen soziale Medien, um ihre Follower mit dem Versprechen von schnellem Reichtum durch Immobilieninvestitionen zu ködern. Doch hinter diesen verlockenden Angeboten verbergen sich oft riskante Finanzierungsmodelle und eine Vermietungskultur, die Mieter in eine prekäre Lage bringt.
Was sind Immobilien-Influencer?

Immobilien-Influencer sind Personen, die über Plattformen wie Instagram und TikTok Tipps und Strategien für den Kauf und die Vermietung von Immobilien teilen. Sie präsentieren sich häufig als erfolgreiche Unternehmer, die durch Immobilieninvestitionen finanziellen Erfolg erzielt haben. Ihre Inhalte sind oft geprägt von einer positiven Darstellung des Immobilienmarktes und der Behauptung, dass jeder durch kluge Investitionen in Immobilien finanziell unabhängig werden kann.
Ein prominentes Beispiel ist der Influencer @immo.tommy, der mit über 1,1 Millionen Followern auf TikTok und mehr als 800.000 auf Instagram einer der bekanntesten Vertreter dieser Szene ist. Seine Videos und Posts versprechen, dass man mit wenig oder gar keinem Eigenkapital in den Immobilienmarkt einsteigen kann, was für viele unerfahrene Käufer verlockend klingt.
Die Risiken der Finanzierung ohne Eigenkapital
Ein besonders beliebter, aber riskanter Tipp unter den Immo-Bros ist die Finanzierung von Immobilien ohne Eigenkapital. Diese Methode, oft als „Money Glitch“ bezeichnet, suggeriert, dass Käufer sich Immobilien von ihren Mietern abbezahlen lassen können, ohne selbst einen Cent in die Hand zu nehmen. Experten warnen jedoch eindringlich vor dieser Praxis, da sie zu erheblichen finanziellen Problemen führen kann.
Die Risiken sind vielfältig: Reparaturen, unerwartete Mietausfälle oder andere Kosten können schnell zu einer Zahlungsunfähigkeit führen. Banken, die solche Kredite vergeben, verlangen oft hohe Zinsen, die dann über die Mieten abbezahlt werden müssen. Dies bedeutet, dass letztlich die Mieter die Last dieser fragilen Finanzierungsmodelle tragen.
Die Rolle der Mietpreise und der Mieter
- Datum: 15.08.2026
- Influencer wie @immo.tommy haben über 1 Million Follower
- Finanzierung ohne Eigenkapital birgt hohe Risiken für Käufer
Die Methoden der Immobilien-Influencer haben direkte Auswirkungen auf die Mietpreise und die Lebensqualität der Mieter. Viele der von den Influencern propagierten „Vermietungsstrategien“ zielen darauf ab, möglichst hohe Mieteinnahmen zu generieren. Dazu gehören möblierte Vermietungen, die Aufteilung von Wohnungen in WGs oder Kurzzeitvermietungen. Diese Praktiken können die Mietpreise in den betroffenen Gebieten in die Höhe treiben und die Verfügbarkeit von Wohnraum weiter verschärfen.
Die Mietpreisbremse, die eigentlich dazu dienen sollte, Mieter vor überhöhten Preisen zu schützen, wird von vielen Influencern offen in Frage gestellt. Aussagen wie „Die Mietpreisbremse gilt nur für Leute, die nicht wissen, wie man sie umgeht“ verdeutlichen die Einstellung vieler Immo-Bros, die sich nicht um das Gemeinwohl kümmern, sondern ausschließlich auf Profit aus sind.
Steuerliche Aspekte und die Vermeidung von Abgaben
Ein weiterer Aspekt, der in der Bubble der Immobilien-Influencer häufig thematisiert wird, sind steuerliche Vorteile. Influencer wie @marcpeiss und @mr.steuer_martinrichter versprechen ihren Followern, wie sie durch Immobilieninvestitionen Steuern sparen können. Diese Tipps sind jedoch oft nicht nur fragwürdig, sondern können auch rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen.
Die Vermeidung von Steuern und Abgaben ist ein zentrales Thema, das viele Influencer ansprechen. Sie motivieren ihre Follower mit Aussagen wie „Der Staat nimmt dich aus? Dreh den Spieß einfach um“. Solche Ratschläge können für unerfahrene Käufer gefährlich sein und sie in rechtliche Schwierigkeiten bringen, wenn sie versuchen, diese Tipps umzusetzen.
Die Reaktion der Behörden
Angesichts der wachsenden Zahl von Beschwerden und der potenziellen Gefahren, die von den Ratschlägen der Immobilien-Influencer ausgehen, plant die Finanzaufsicht Bafin, diese Influencer genauer zu überwachen. Ziel ist es, die Verbraucher besser zu schützen und Aufklärungsarbeit zu leisten, um die Risiken, die mit den Tipps der Immo-Bros verbunden sind, zu minimieren.
Die Bafin hat bereits erste Schritte unternommen, um die Praktiken der Influencer zu überprüfen und gegebenenfalls rechtliche Maßnahmen zu ergreifen. Dies könnte dazu führen, dass einige der fragwürdigen Tipps und Strategien, die von den Influencern propagiert werden, in Zukunft nicht mehr so leicht verbreitet werden können.
Fazit

Die Welt der Immobilien-Influencer ist geprägt von Verlockungen und Risiken. Während sie ihren Followern schnellen Reichtum durch Immobilien versprechen, stehen viele dieser Methoden auf wackeligen Beinen und können sowohl für Käufer als auch für Mieter erhebliche finanzielle Folgen haben. Die geplanten Maßnahmen der Bafin könnten dazu beitragen, die Verbraucher zu schützen und die Praktiken der Influencer zu regulieren. Es bleibt abzuwarten, wie sich dieser Trend weiterentwickeln wird und welche Auswirkungen er auf den Immobilienmarkt und die Mieter haben wird.
Häufige Fragen
Was sind Immobilien-Influencer?
Welche Risiken bestehen beim Kauf von Immobilien ohne Eigenkapital?
Wie reagieren Behörden auf die Praktiken von Immobilien-Influencern?
Was sind die häufigsten Tipps von Immobilien-Influencern?
Wie beeinflussen Immobilien-Influencer den Wohnungsmarkt?
Quellen: Google News
Symbolbild: Immobilien-Influencer und ihre Methoden · Foto: Pavel Danilyuk / Pexels


