⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 16.09.2026
Die Digitalwirtschaft hat sich in Deutschland zu einem der stärksten wirtschaftlichen Pfeiler entwickelt und überholt damit die traditionelle Automobilindustrie deutlich.
- Digitalwirtschaft übertrifft Automobilindustrie in Bruttowertschöpfung.
- 229.000 Unternehmen in der Digitalwirtschaft aktiv.
- Starker Mittelstand sichert Millionen Arbeitsplätze.
Die Digitalwirtschaft hat sich in Deutschland zu einem der stärksten wirtschaftlichen Pfeiler entwickelt und überholt damit die traditionelle Automobilindustrie deutlich. Laut einer aktuellen Untersuchung des Bundesverbands Digitale Wirtschaft (BVDW) und des Mannheimer Forschungsinstituts ISTARI.AI erwirtschaftet die Digitalwirtschaft hierzulande eine jährliche Bruttowertschöpfung von 481,5 Milliarden Euro. Dies entspricht einem Anteil von 11,91 Prozent an der gesamten deutschen Wirtschaftsleistung.
Was ist die Digitalwirtschaft?

Die Digitalwirtschaft umfasst eine Vielzahl von Unternehmen, die sich auf digitale Produkte und Dienstleistungen spezialisiert haben. In Deutschland sind dies rund 229.000 Unternehmen, von denen 63.000 rein digitale Produkte wie Software oder Plattformen anbieten. Diese Unternehmen erwirtschaften etwa 192 Milliarden Euro. Darüber hinaus tragen 166.000 Unternehmen mit digital getriebenen Geschäftsmodellen, wie dem Online-Handel, knapp 289 Milliarden Euro zur Wertschöpfung bei.
Die Untersuchung zeigt, dass die digitale Wirtschaft nicht nur aus großen, marktbeherrschenden Konzernen besteht. Tatsächlich sind 95 Prozent der erfassten Firmen kleine und mittlere Unternehmen, was den Sektor stark mittelständisch prägt. Diese Unternehmen sichern zusammen mit den digitalisierten Betrieben aus klassischen Branchen über 15 Millionen Arbeitsplätze.
Wie steht die Automobilindustrie im Vergleich da?
Im Gegensatz zur Digitalwirtschaft hat die Automobilindustrie in Deutschland einen deutlich geringeren Anteil an der Bruttowertschöpfung. Laut Daten des Statistischen Bundesamtes liegt dieser üblicherweise bei 4,5 bis 5 Prozent. Dies verdeutlicht, wie stark die Digitalwirtschaft mittlerweile die traditionelle Industrie überholt hat. Die Automobilbranche, die einst als Rückgrat der deutschen Wirtschaft galt, sieht sich zunehmend mit Herausforderungen konfrontiert, die durch die Digitalisierung und den Wandel der Verbraucherpräferenzen bedingt sind.
Die Automobilhersteller, darunter große Namen wie Volkswagen und Mercedes-Benz, müssen sich anpassen, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Der Druck auf diese Unternehmen wächst, da die Nachfrage nach Elektrofahrzeugen und digitalen Mobilitätslösungen steigt. Dies hat bereits zu einem Rückgang der Verkaufszahlen und einem Umdenken in der Unternehmensstrategie geführt.
Aktuelle Entwicklungen bei Volkswagen und Mercedes-Benz
- Digitalwirtschaft erwirtschaftet 481,5 Milliarden Euro jährlich.
- Anteil der Digitalwirtschaft an der deutschen Wirtschaftsleistung: 11,91%.
- Automobilbau trägt nur 4,5 bis 5% zur Bruttowertschöpfung bei.
Volkswagen hat kürzlich einen umfassenden Umbauplan vorgestellt, der den Abbau von bis zu 50.000 Arbeitsplätzen vorsieht, um die Produktionskapazitäten an die gesunkene Nachfrage anzupassen. Diese Maßnahmen sind Teil eines größeren Plans, der darauf abzielt, die Kosten zu senken und die Profitabilität zu steigern. Die Aktie von Volkswagen hat in den letzten Monaten stark geschwankt, was die Unsicherheit über die Zukunft des Unternehmens widerspiegelt.
Mercedes-Benz steht vor ähnlichen Herausforderungen. Das Unternehmen hat angekündigt, seine Modellpalette zu straffen und sich stärker auf die Entwicklung von Elektrofahrzeugen zu konzentrieren. Diese strategischen Entscheidungen sind notwendig, um im zunehmend digitalen und wettbewerbsintensiven Markt bestehen zu können.
Die Auswirkungen auf den Aktienmarkt
Die Entwicklungen in der Digitalwirtschaft und der Automobilindustrie haben auch direkte Auswirkungen auf den Aktienmarkt. Die Aktien von Unternehmen der Digitalwirtschaft haben in den letzten Jahren an Wert gewonnen, während die Aktien der traditionellen Automobilhersteller unter Druck geraten sind. Investoren zeigen ein wachsendes Interesse an Unternehmen, die innovative digitale Lösungen anbieten, während sie vorsichtiger bei Investitionen in die Automobilbranche werden.
Die Digitalwirtschaft hat sich als stabiler und wachstumsstarker Sektor erwiesen, was sich in den Kursen der entsprechenden Aktien widerspiegelt. Im Gegensatz dazu kämpfen viele Automobilhersteller mit sinkenden Verkaufszahlen und steigenden Produktionskosten, was sich negativ auf ihre Aktienkurse auswirkt.
Fazit: Ein Wandel in der Wirtschaft

Die Überlegenheit der Digitalwirtschaft über die Automobilindustrie ist ein deutliches Zeichen für den Wandel in der deutschen Wirtschaft. Unternehmen, die sich nicht anpassen und digital transformieren, könnten in Zukunft Schwierigkeiten haben, wettbewerbsfähig zu bleiben. Die aktuellen Entwicklungen zeigen, dass die Digitalwirtschaft nicht nur ein vorübergehender Trend ist, sondern ein fester Bestandteil der wirtschaftlichen Landschaft in Deutschland geworden ist. Investoren sollten diese Veränderungen im Auge behalten, um von den Chancen zu profitieren, die sich in der digitalen Welt bieten.
Häufige Fragen
Wie hat sich die Digitalwirtschaft in Deutschland entwickelt?
Was sind die Hauptfaktoren für das Wachstum der Digitalwirtschaft?
Wie steht die Automobilindustrie im Vergleich zur Digitalwirtschaft da?
Welche Rolle spielen kleine und mittlere Unternehmen in der Digitalwirtschaft?
Wie viele Arbeitsplätze sichert die Digitalwirtschaft?
Quellen: finanzen.net
Symbolbild: Digitalwirtschaft überholt Automobilindustrie · Foto: Jakub Zerdzicki / Pexels


