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Digitalwirtschaft überholt Autobranche: Ein neuer Trend?

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⏱ 3 Min. Lesezeit · Stand: 16.09.2026

Die Digitalwirtschaft hat sich in Deutschland zu einem der stärksten wirtschaftlichen Pfeiler entwickelt und überholt damit die traditionelle Autobranche deutlich.

Das Wichtigste in Kürze

  • Digitalwirtschaft erwirtschaftet 481,5 Milliarden Euro jährlich.
  • Anteil der Digitalwirtschaft an der Wirtschaftsleistung: 11,91%.
  • Automobilindustrie hat nur einen Anteil von 4,5 bis 5%.

Die Digitalwirtschaft hat sich in Deutschland zu einem der stärksten wirtschaftlichen Pfeiler entwickelt und überholt damit die traditionelle Autobranche deutlich. Dies geht aus einer aktuellen Untersuchung des Bundesverbands Digitale Wirtschaft (BVDW) und des Mannheimer Forschungsinstituts ISTARI.AI hervor. Die Studie zeigt, dass die Digitalwirtschaft eine jährliche Bruttowertschöpfung von 481,5 Milliarden Euro erwirtschaftet, was einem Anteil von 11,91% an der gesamten deutschen Wirtschaftsleistung entspricht.

Was ist die Digitalwirtschaft?

Digitalwirtschaft überholt Autobranche
Symbolbild: Digitalwirtschaft überholt Autobranche · Foto: Mahmut Yılmaz / Pexels

Die Digitalwirtschaft umfasst eine Vielzahl von Unternehmen, die digitale Produkte und Dienstleistungen anbieten. Dazu zählen Softwareentwickler, Plattformanbieter und Unternehmen des Online-Handels. In Deutschland sind etwa 229.000 Unternehmen in diesem Sektor aktiv, wobei 63.000 Betriebe mit rein digitalen Produkten zur Kernwirtschaft zählen und rund 192 Milliarden Euro erwirtschaften. Weitere 166.000 Unternehmen mit digital getriebenen Geschäftsmodellen steuern knapp 289 Milliarden Euro bei.

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Der Vergleich zur Automobilindustrie

Im Gegensatz dazu hat die Automobilindustrie, die traditionell als eine der Leitbranchen Deutschlands gilt, einen Anteil von lediglich 4,5 bis 5% an der Bruttowertschöpfung. Dies zeigt, dass die Digitalwirtschaft volkswirtschaftlich mehr als doppelt so schwer wiegt wie der Automobilbau. Wenn man auch Unternehmen aus klassischen Sektoren berücksichtigt, die sich digital transformiert haben, summiert sich die digital geprägte Wertschöpfung sogar auf über 1,01 Billionen Euro, was mehr als einem Viertel der gesamten Wirtschaftsleistung der Bundesrepublik entspricht.

Die Bedeutung kleiner und mittlerer Unternehmen

Fakten auf einen Blick

  • Bruttowertschöpfung der Digitalwirtschaft: 481,5 Milliarden Euro
  • Anteil der Digitalwirtschaft an der deutschen Wirtschaftsleistung: 11,91%
  • Anteil der Automobilindustrie an der Bruttowertschöpfung: 4,5 bis 5%

Ein weiterer interessanter Aspekt der Untersuchung ist die Rolle kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU) in der Digitalwirtschaft. Rund 95% der erfassten Firmen sind KMU, was den Sektor stark mittelständisch prägt. Diese Unternehmen sichern zusammen etwa 9 Millionen Arbeitsplätze. Wenn man die transformierten Branchen hinzuzieht, sind es sogar mehr als 15 Millionen Arbeitsplätze, die durch digitale Wertschöpfung gesichert werden.

Politische Forderungen und Herausforderungen

Angesichts dieser Entwicklungen fordert BVDW-Präsident Dirk Freytag eine politische Neuausrichtung. Digitalpolitik müsse als Wirtschaftspolitik verstanden werden, da digitale Wertschöpfung die Basis künftiger Wettbewerbsfähigkeit bilde. Deutschland benötige bessere Rahmenbedingungen für Datennutzung, Skalierung und Investitionen, um das Potenzial der Digitalwirtschaft voll auszuschöpfen.

Auswirkungen auf den DAX und die Aktienmärkte

Die Überlegenheit der Digitalwirtschaft hat auch Auswirkungen auf die Aktienmärkte, insbesondere auf den DAX. Unternehmen aus der Digitalwirtschaft könnten in Zukunft eine größere Rolle im DAX spielen, was sich auf die Aktienkurse der traditionellen Automobilhersteller auswirken könnte. Investoren sollten daher die Entwicklungen in der Digitalwirtschaft genau beobachten, um fundierte Entscheidungen zu treffen.

Fazit

Digitalwirtschaft überholt Autobranche
Symbolbild: Digitalwirtschaft überholt Autobranche · Foto: Towfiqu barbhuiya / Pexels

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Digitalwirtschaft in Deutschland nicht nur die Autobranche überholt hat, sondern auch eine entscheidende Rolle für die zukünftige wirtschaftliche Entwicklung spielt. Mit einer Bruttowertschöpfung von 481,5 Milliarden Euro und einem Anteil von 11,91% an der Wirtschaftsleistung ist die digitale Transformation nicht mehr aufzuhalten. Die Herausforderungen, die sich daraus ergeben, erfordern eine politische Neuausrichtung, um die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands im globalen Markt zu sichern.

Häufige Fragen

Was ist die Digitalwirtschaft?
Die Digitalwirtschaft umfasst Unternehmen, die digitale Produkte oder Dienstleistungen anbieten, wie Software, Plattformen und Online-Handel. In Deutschland sind etwa 229.000 Unternehmen in diesem Sektor aktiv.
Wie viel trägt die Digitalwirtschaft zur deutschen Wirtschaft bei?
Die Digitalwirtschaft erwirtschaftet eine jährliche Bruttowertschöpfung von 481,5 Milliarden Euro, was einem Anteil von 11,91% an der gesamten Wirtschaftsleistung entspricht.
Wie steht die Automobilindustrie im Vergleich zur Digitalwirtschaft?
Die Automobilindustrie hat einen Anteil von nur 4,5 bis 5% an der Bruttowertschöpfung in Deutschland, was sie deutlich hinter der Digitalwirtschaft zurücklässt.
Welche Rolle spielen kleine und mittlere Unternehmen in der Digitalwirtschaft?
Rund 95% der Unternehmen in der Digitalwirtschaft sind kleine und mittlere Unternehmen, die zusammen etwa 9 Millionen Arbeitsplätze sichern.
Was sind die Herausforderungen für die Digitalwirtschaft in Deutschland?
Die Digitalwirtschaft fordert bessere Rahmenbedingungen für Datennutzung, Skalierung und Investitionen, um das volle Potenzial auszuschöpfen und wettbewerbsfähig zu bleiben.

Quellen: finanzen.net

Symbolbild: Digitalwirtschaft überholt Autobranche · Foto: Rafael Minguet Delgado / Pexels

Julia Hoffmann
Julia Hoffmann
Julia Hoffmann ist bei Finanz-Echo für die Themen Immobilien und Baufinanzierung zuständig. Sie erklärt, worauf es bei Kauf, Finanzierung und Vermietung ankommt, und behält dabei aktuelle Entwicklungen am Markt im Blick. Ihre Artikel richten sich sowohl an angehende Eigentümer als auch an alle, die ihre Immobilie als Geldanlage betrachten.
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