⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 12.09.2026
Die Einführung der Aktivpension ab 2027 bringt bedeutende steuerliche Vorteile für Selbstständige und fördert das Arbeiten über das gesetzliche Pensionsalter hinaus.
- Aktivpension bietet Selbstständigen steuerliche Anreize.
- Steuerfreibetrag von 15.000 Euro jährlich.
- Voraussetzung sind 40 Versicherungsjahre.
Die Einführung der Aktivpension ab dem 1. Januar 2027 stellt einen bedeutenden Schritt in der Reform des Pensionssystems dar, insbesondere für Selbstständige. WKÖ-Präsidentin Martha Schultz betont, dass diese Maßnahme eine zentrale Forderung der Wirtschaftskammer umsetzt, um das Arbeiten über das gesetzliche Pensionsalter hinaus attraktiver zu gestalten. Der geplante Steuerfreibetrag von 15.000 Euro pro Jahr soll als Anreiz dienen, länger im Berufsleben zu bleiben und somit die wertvolle Erfahrung älterer Arbeitnehmer zu nutzen.
Was ist die Aktivpension?

Die Aktivpension ist ein neues Modell, das darauf abzielt, die Erwerbsbeteiligung älterer Menschen zu fördern. Es bietet sowohl für Selbstständige als auch für unselbstständig Beschäftigte steuerliche Vorteile, wenn sie nach Erreichen des gesetzlichen Pensionsalters weiterhin arbeiten oder ihre Pension aufschieben. Die Regelung sieht vor, dass Personen, die die Voraussetzungen erfüllen, keine Pensionsversicherungsbeiträge mehr zahlen müssen, was die finanzielle Belastung erheblich verringert.
Ein weiterer wichtiger Aspekt der Aktivpension ist die Übergangsregelung für Frauen, die es ihnen ermöglicht, bereits nach 34 Versicherungsjahren von den Vorteilen zu profitieren. Dies ist besonders relevant, da Frauen häufig eine andere Erwerbsbiografie aufweisen als Männer und somit länger auf eine volle Pension warten müssen.
Finanzielle Anreize für Selbstständige
Die Aktivpension bietet Selbstständigen nicht nur einen Steuerfreibetrag, sondern auch eine signifikante Reduzierung der Pensionsversicherungsbeiträge. Der Beitragssatz wird nahezu halbiert, was die finanzielle Belastung für Selbstständige erheblich senkt. Diese Maßnahmen sind besonders wichtig, da viele Selbstständige im Alter auf zusätzliche Einkünfte angewiesen sind, um ihren Lebensstandard zu halten.
Die Regierung rechnet damit, dass rund 68.000 Personen von der neuen Regelung profitieren werden, darunter etwa 40.000 Selbstständige. Diese Zahl könnte durch die Attraktivität der Aktivpension weiter steigen, da sie einen echten Anreiz schafft, länger im Berufsleben zu bleiben.
Voraussetzungen für die Aktivpension
- Steuerfreibetrag: 15.000 Euro pro Jahr
- Gültigkeit ab: 1. Januar 2027
- Voraussetzung: 40 Versicherungsjahre
- Übergangsregelung für Frauen: 34 Versicherungsjahre
- Entfall des Dienstnehmerbeitrags zur Pensionsversicherung
Um von der Aktivpension profitieren zu können, müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein. Dazu gehört, dass die betroffenen Personen mindestens 40 Versicherungsjahre in der Pensionsversicherung nachweisen können. Für Frauen gilt eine Übergangsregelung, die es ihnen ermöglicht, bereits nach 34 Jahren in den Genuss der Vorteile zu kommen. Diese Regelung wird bis zum Jahr 2033 schrittweise angepasst, sodass ab diesem Zeitpunkt gleiche Bedingungen für Männer und Frauen gelten.
Zusätzlich müssen die Personen entweder ihre Pension aufschieben oder neben der Pension weiterhin erwerbstätig sein. Dies soll sicherstellen, dass die Aktivpension tatsächlich dazu beiträgt, die Erwerbsbeteiligung älterer Menschen zu erhöhen und den Fachkräftemangel in vielen Branchen zu bekämpfen.
Auswirkungen auf das Pensionssystem
Die Einführung der Aktivpension wird auch Auswirkungen auf das gesamte Pensionssystem haben. Durch die Förderung der Erwerbsbeteiligung älterer Menschen wird erwartet, dass die finanzielle Stabilität des Pensionssystems langfristig gesichert werden kann. Die Regierung plant, im Jahr 2027 insgesamt 470 Millionen Euro für die Umsetzung der Aktivpension bereitzustellen.
Ein weiterer Aspekt ist die Stärkung der zweiten Säule des Pensionssystems. Arbeitnehmer sollen künftig die Möglichkeit erhalten, ihre Abfertigungsansprüche in eine echte Pensionsvorsorge umzuwandeln. Dies könnte dazu führen, dass mehr Menschen in die betriebliche Altersvorsorge investieren, was wiederum die finanzielle Sicherheit im Alter erhöht.
Reaktionen auf die Aktivpension
Die Reaktionen auf die Einführung der Aktivpension sind überwiegend positiv. Die WKÖ-Präsidentin Martha Schultz bezeichnete die Regelung als wichtigen Erfolg für Selbstständige und betonte, dass die Leistungsbereitschaft sich lohnen müsse, unabhängig von der Beschäftigungsform. Auch die Koalitionsfraktionen im Nationalrat haben das Gesetzespaket zur Aktivpension mit breiter Mehrheit verabschiedet, was die politische Unterstützung für diese Reform unterstreicht.
Die ÖVP feierte die Aktivpension als lange geforderte Entlastung für ältere Arbeitnehmer und Selbstständige. Die Regierung erwartet, dass die neuen Regelungen nicht nur die finanzielle Situation der Betroffenen verbessern, sondern auch einen positiven Einfluss auf die gesamte Wirtschaft haben werden, indem sie die Erwerbsbeteiligung älterer Menschen erhöhen.
Fazit

Die Aktivpension stellt einen bedeutenden Schritt in der Reform des Pensionssystems dar und bietet Selbstständigen sowie unselbstständig Beschäftigten attraktive finanzielle Anreize, um länger im Berufsleben zu bleiben. Mit einem Steuerfreibetrag von 15.000 Euro pro Jahr und der Möglichkeit, Pensionsversicherungsbeiträge zu sparen, wird das Arbeiten über das gesetzliche Pensionsalter hinaus gefördert. Die Regelung könnte nicht nur die finanzielle Sicherheit der Betroffenen erhöhen, sondern auch zur Stabilität des Pensionssystems beitragen.
Häufige Fragen
Was ist die Aktivpension?
Welche Vorteile bietet die Aktivpension für Selbstständige?
Ab wann gilt die Aktivpension?
Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein?
Wie wird die Aktivpension finanziert?
Quellen: Google News
Symbolbild: Aktivpension: Vorteile für Selbstständige · Foto: Ron Lach / Pexels


