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AMS-Vorschlag: Beschäftigte in bessere Jobs vermitteln

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⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 13.09.2026

Der IHS-Direktor Holger Bonin fordert eine Reform des Arbeitsmarktservices (AMS), um auch Beschäftigten bei der Jobsuche zu helfen. Dies könnte die Produktivität steigern und Löhne erhöhen.

Das Wichtigste in Kürze

  • IHS-Chef Bonin will AMS-Reform zur Unterstützung von Beschäftigten.
  • Ein Viertel der Unter-35-Jährigen fühlt sich im Job unterfordert.
  • Ziel ist es, die Produktivität und Löhne zu steigern.

In einer Zeit, in der der Arbeitsmarkt vor großen Herausforderungen steht, hat Holger Bonin, der Direktor des Instituts für Höhere Studien (IHS), einen bemerkenswerten Vorschlag zur Reform des Arbeitsmarktservices (AMS) unterbreitet. Er fordert, dass das AMS nicht nur Arbeitslose vermittelt, sondern auch aktiv Beschäftigte unterstützt, die in ihren aktuellen Positionen möglicherweise unterfordert sind. Dies könnte nicht nur die individuelle Karriereentwicklung fördern, sondern auch die Produktivität in der Wirtschaft steigern.

Was ist der Hintergrund des AMS-Vorschlags?

Berufliche Entwicklung und Jobvermittlung
Symbolbild: Berufliche Entwicklung und Jobvermittlung · Foto: Tima Miroshnichenko / Pexels

Der demografische Wandel in Österreich führt dazu, dass immer mehr Fachkräfte in den Ruhestand gehen, während die Zahl der verfügbaren Arbeitskräfte sinkt. Dies hat weitreichende Konsequenzen für die Wirtschaft, da Unternehmen zunehmend Schwierigkeiten haben, qualifizierte Mitarbeiter zu finden. Bonin betont, dass es entscheidend ist, die vorhandenen Fähigkeiten der Beschäftigten dort einzusetzen, wo sie am meisten Nutzen bringen. Ein Viertel der unter 35-Jährigen sieht sich im Job nicht optimal eingesetzt, was sowohl persönliche als auch volkswirtschaftliche Konsequenzen hat.

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Die Idee, dass das AMS auch Beschäftigte aktiv bei der Jobsuche unterstützt, könnte dazu beitragen, dass Arbeitnehmer in besser bezahlte und produktivere Positionen wechseln. Bonin schlägt vor, dass das AMS einmal jährlich einen Newsletter versendet, der den Beschäftigten passende Joboptionen aufzeigt. Dies könnte dazu führen, dass viele Arbeitnehmer erkennen, dass sie in anderen Unternehmen mit ähnlichen Qualifikationen mehr verdienen könnten.

Wie könnte die Umsetzung aussehen?

Die Umsetzung des Vorschlags erfordert jedoch eine umfassende Reform des AMS. Der AMS-Chef Johannes Kopf hat bereits angedeutet, dass es an Daten und Ressourcen mangelt, um solche Informationen effektiv bereitzustellen. In Deutschland beispielsweise müssen Arbeitgeber bei der Anmeldung neuer Beschäftigter auch die Art der Tätigkeit angeben, was dem AMS helfen könnte, gezielte Informationen zu liefern. Bonin sieht hier eine staatliche Verantwortung, um die Transparenz auf dem Arbeitsmarkt zu erhöhen und den Beschäftigten zu helfen, ihre Marktchancen besser zu nutzen.

Ein personalisiertes Informationssystem, ähnlich dem „Spotify-Prinzip“, könnte dazu beitragen, dass Arbeitnehmer niedrigschwellig über ihre Möglichkeiten informiert werden. Bonin erklärt, dass viele Menschen nicht auf die Idee kommen, nach besseren Jobangeboten zu suchen, weil sie ihre eigenen Chancen unterschätzen. Ein einfaches Beispiel könnte sein, dass ein Arbeitnehmer, der 2000 Euro verdient, erfährt, dass andere in seiner Region mit ähnlichen Qualifikationen mehr verdienen. Solche Informationen könnten viele dazu bewegen, aktiv nach neuen Möglichkeiten zu suchen.

Welche Vorteile bringt eine solche Reform?

Fakten auf einen Blick

  • Ein Viertel der Unter-35-Jährigen sieht sich im Job nicht optimal eingesetzt.
  • IHS-Direktor Holger Bonin schlägt vor, dass das AMS jährlich Joboptionen per Newsletter versendet.
  • Aktuell vermittelt das AMS hauptsächlich Arbeitslose.

Die Vorteile einer Reform des AMS sind vielfältig. Zum einen könnte die Produktivität in der Wirtschaft gesteigert werden, da Arbeitnehmer in Positionen arbeiten, die besser zu ihren Fähigkeiten passen. Dies könnte auch zu einer Erhöhung der Löhne führen, da Unternehmen gezwungen wären, wettbewerbsfähige Gehälter zu zahlen, um qualifizierte Mitarbeiter zu gewinnen. Bonin hebt hervor, dass eine höhere Mobilität am Arbeitsmarkt auch dazu beitragen kann, Lohnungleichheiten zu verringern und Engpässe bei Fachkräften zu vermeiden.

Darüber hinaus könnte eine solche Reform auch die Zufriedenheit der Arbeitnehmer erhöhen. Wenn Beschäftigte in Positionen arbeiten, die ihren Fähigkeiten und Qualifikationen entsprechen, sind sie in der Regel motivierter und produktiver. Dies hat nicht nur positive Auswirkungen auf die Unternehmen, sondern auch auf die gesamte Volkswirtschaft, da höhere Löhne und eine gesteigerte Produktivität zu höheren Steuereinnahmen führen können.

Was sagen die Gewerkschaften zu diesem Vorschlag?

Die Gewerkschaft GPA hat Bonins Vorschlag positiv aufgenommen. Sie sieht in der aktiven Unterstützung von Beschäftigten eine sinnvolle Maßnahme, um den Herausforderungen des Arbeitsmarktes zu begegnen. Die GPA-Vorsitzende Barbara Teiber betont, dass es wichtig ist, Berufstätigen neue Perspektiven für ihre Karriereentwicklung aufzuzeigen. Dies könnte nicht nur die individuelle Lebensqualität verbessern, sondern auch dazu beitragen, den Fachkräftemangel in bestimmten Branchen zu bekämpfen.

Die Gewerkschaft fordert jedoch auch, dass solche Maßnahmen nicht auf Kosten der bestehenden Arbeitsverhältnisse gehen dürfen. Es ist wichtig, dass die Reformen so gestaltet werden, dass sie sowohl den Bedürfnissen der Arbeitnehmer als auch der Arbeitgeber gerecht werden.

Fazit

Berufliche Entwicklung und Jobvermittlung
Symbolbild: Berufliche Entwicklung und Jobvermittlung · Foto: ICSA / Pexels

Der Vorschlag von IHS-Chef Holger Bonin, das AMS zu reformieren und auch Beschäftigte aktiv bei der Jobsuche zu unterstützen, könnte einen wichtigen Schritt in Richtung einer flexibleren und produktiveren Arbeitsmarktpolitik darstellen. Angesichts des demografischen Wandels und der Herausforderungen, die damit einhergehen, ist es entscheidend, die vorhandenen Fähigkeiten der Arbeitnehmer optimal zu nutzen. Eine solche Reform könnte nicht nur die individuelle Karriereentwicklung fördern, sondern auch die gesamte Volkswirtschaft stärken.

Häufige Fragen

Was ist das Ziel des AMS-Vorschlags von Holger Bonin?
Das Ziel ist es, Beschäftigte aktiv bei der Jobsuche zu unterstützen und ihnen bessere Joboptionen aufzuzeigen.
Wie viele Beschäftigte fühlen sich im Job unterfordert?
Ein Viertel der Unter-35-Jährigen gibt an, dass sie sich in ihrem aktuellen Job nicht optimal eingesetzt fühlen.
Was könnte eine Reform des AMS bewirken?
Eine Reform könnte die Produktivität steigern und dazu führen, dass Beschäftigte in besser bezahlte Jobs wechseln.
Wie plant das AMS, die Beschäftigten zu informieren?
IHS-Chef Bonin schlägt vor, dass das AMS einmal jährlich einen Newsletter mit passenden Joboptionen versendet.
Warum ist die Mobilität am Arbeitsmarkt wichtig?
Mobilität am Arbeitsmarkt fördert Produktivitätsfortschritte und hilft, Lohnungleichheiten zu verringern.

Quellen: diepresse.com · kleinezeitung.at · heute.at

Symbolbild: Berufliche Entwicklung und Jobvermittlung · Foto: Mikhail Nilov / Pexels

Tobias Reinhardt
Tobias Reinhardt
Tobias Reinhardt schreibt über Geldanlage, ETFs und Steuern. Er legt Wert auf einen langfristigen, kostenbewussten Blick auf das Investieren und erklärt Strategien so, dass sie auch für Einsteiger nachvollziehbar bleiben. In seinen Beiträgen geht es ihm weniger um schnelle Gewinne als um fundierte, langfristige Entscheidungen.
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