⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 06.08.2026
Die Anschlussfinanzierung von Immobilienkrediten wird zunehmend teurer. Aktuelle Zinsen und Tipps zur Sicherung günstiger Konditionen sind entscheidend für Kreditnehmer.
- Zinsen für Anschlussfinanzierungen sind gestiegen.
- Vergleichen Sie Angebote, um Kosten zu sparen.
- Sondertilgungen können die Restschuld senken.
Die Anschlussfinanzierung von Immobilienkrediten ist ein zentrales Thema für viele Hausbesitzer, insbesondere in Zeiten steigender Zinsen. Aktuell liegt der Effektivzins für Anschlussfinanzierungen bei etwa 3,80%, was einen Anstieg im Vergleich zu den Vorjahren darstellt. Kreditnehmer, deren Zinsbindung bald ausläuft, sollten sich intensiv mit den aktuellen Konditionen auseinandersetzen, um nicht in eine finanzielle Schieflage zu geraten.
Was ist eine Anschlussfinanzierung?

Eine Anschlussfinanzierung ist der Prozess, bei dem Kreditnehmer nach Ablauf der Zinsbindung ihres Immobilienkredits den verbleibenden Betrag refinanzieren müssen. Dies geschieht entweder durch eine Prolongation bei der bisherigen Bank oder durch einen Wechsel zu einem neuen Anbieter. Die Zinsen, die für die Anschlussfinanzierung fällig werden, orientieren sich an den aktuellen Marktzinsen, die in den letzten Jahren stark gestiegen sind.
Für viele Kreditnehmer bedeutet dies, dass sie sich auf deutlich höhere monatliche Raten einstellen müssen. Ein Beispiel zeigt, dass bei einer Restschuld von etwa 345.600 Euro die monatliche Belastung auf etwa 1.665 Euro steigen kann, was eine Erhöhung von über 400 Euro im Vergleich zu vorher darstellt. Diese Entwicklung ist besonders besorgniserregend für diejenigen, die in der Niedrigzinsphase einen Kredit aufgenommen haben und nun mit den neuen Konditionen konfrontiert werden.
Die Bedeutung der Restschuld
Die Restschuld spielt eine entscheidende Rolle bei der Anschlussfinanzierung. Je geringer die Restschuld am Ende der Zinsbindung, desto günstiger sind in der Regel die Zinsen für die Anschlussfinanzierung. Kreditnehmer sollten daher bereits während der Laufzeit ihres Kredits versuchen, die Restschuld durch planmäßige oder zusätzliche Tilgungen zu senken. Dies verbessert nicht nur die Chancen auf günstigere Konditionen, sondern kann auch die monatliche Belastung erheblich reduzieren.
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist, dass viele Kreditverträge jährliche Sondertilgungen von 5 oder 10 Prozent der Kreditsumme erlauben. Diese Sondertilgungen können dazu beitragen, die Restschuld schneller zu reduzieren und somit die Zinsbelastung zu senken. Kreditnehmer sollten ihren Vertrag genau prüfen und gegebenenfalls die Möglichkeiten zur Sondertilgung nutzen.
Tipps zur Sicherung günstiger Konditionen
- Aktueller Effektivzins für Anschlussfinanzierungen: 3,80%
- Zinsunterschied zwischen günstigsten und teuersten Anbietern: 0,82%
- Restschuld von 240.000 Euro für Immobilien im Wert von 400.000 Euro
Um von günstigen Konditionen bei der Anschlussfinanzierung zu profitieren, ist ein umfassender Vergleich der Angebote verschiedener Kreditgeber unerlässlich. Die Stiftung Warentest hat festgestellt, dass zwischen den günstigsten und teuersten Anbietern ein Zinsunterschied von bis zu 0,82 Prozent bestehen kann. In einem Modellfall kann dieser Unterschied zu einer Ersparnis von fast 20.000 Euro führen.
Kreditnehmer sollten sich nicht nur auf das Verlängerungsangebot ihrer aktuellen Bank verlassen, sondern aktiv nach besseren Konditionen suchen. Ein Wechsel zu einem neuen Anbieter kann sich oft als vorteilhaft erweisen, insbesondere wenn die Zinsen für den Anschlusskredit höher sind als die Zinsen des aktuellen Darlehens.
Forward-Darlehen als Option
Für Kreditnehmer, deren Zinsbindung erst in einem Jahr oder später abläuft, kann ein Forward-Darlehen eine interessante Option sein. Mit einem Forward-Darlehen können Kreditnehmer die Anschlussfinanzierung bereits jetzt zu den aktuellen Konditionen abschließen, was ihnen hilft, sich gegen mögliche zukünftige Zinssteigerungen abzusichern. Diese Darlehen können bis zu fünf Jahre im Voraus abgeschlossen werden und bieten somit eine gewisse Planungssicherheit.
Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass auch bei einem Forward-Darlehen ein Zinsaufschlag fällig werden kann. Kreditnehmer sollten daher genau abwägen, ob diese Option für sie sinnvoll ist und sich gegebenenfalls von einem Finanzberater unterstützen lassen.
Die Rolle der Bonität
Die Bonität des Kreditnehmers hat einen erheblichen Einfluss auf die Konditionen der Anschlussfinanzierung. Bei einem Anbieterwechsel wird die Bonität in der Regel neu bewertet, was bedeutet, dass Kreditnehmer mit einer guten Bonität bessere Konditionen erhalten können. Es ist ratsam, die eigene Bonität regelmäßig zu überprüfen und gegebenenfalls Maßnahmen zu ergreifen, um diese zu verbessern, bevor man sich um eine Anschlussfinanzierung kümmert.
Ein weiterer Punkt, den Kreditnehmer beachten sollten, ist die Bewertung der Immobilie durch den neuen Kreditgeber. Dieser ermittelt den Beleihungswert, der ebenfalls die Konditionen der Finanzierung beeinflusst. Daher ist es wichtig, sich im Vorfeld über den aktuellen Marktwert der Immobilie zu informieren.
Fazit

Die Anschlussfinanzierung ist ein entscheidender Schritt für Immobilienbesitzer, der gut geplant sein will. Angesichts der steigenden Zinsen ist es wichtiger denn je, die Angebote verschiedener Kreditgeber zu vergleichen und gegebenenfalls die Restschuld durch Sondertilgungen zu reduzieren. Forward-Darlehen bieten eine Möglichkeit, sich gegen zukünftige Zinssteigerungen abzusichern. Eine gute Bonität und eine realistische Einschätzung des Immobilienwerts sind ebenfalls entscheidend, um von günstigen Konditionen zu profitieren.
Häufige Fragen
Was ist eine Anschlussfinanzierung?
Wie hoch sind die aktuellen Zinsen für Anschlussfinanzierungen?
Wie kann ich bei der Anschlussfinanzierung sparen?
Was sind Forward-Darlehen?
Welche Rolle spielt die Restschuld bei der Anschlussfinanzierung?
Quellen: Google News
Symbolbild: Anschlussfinanzierung von Immobilienkrediten · Foto: RDNE Stock project / Pexels


