⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 06.08.2026
Eine aktuelle Umfrage zeigt, dass 60 Prozent der Vermieter in Deutschland darüber nachdenken, ihre Vermietungstätigkeit aufzugeben. Diese Entwicklung könnte erhebliche Auswirkungen auf den bereits angespannten Wohnungsmarkt haben.
- 60,5 % der Vermieter planen, ihre Geschäfte aufzugeben.
- Die Unsicherheit durch Mietrechtsverschärfungen wächst.
- Der Wohnungsmarkt leidet unter einem Defizit von 1,4 Millionen Wohnungen.
Eine alarmierende Umfrage des Verbands Haus & Grund zeigt, dass 60,5 Prozent der Vermieter in Deutschland darüber nachdenken, ihre Vermietungstätigkeit aufzugeben. Diese Entwicklung könnte gravierende Auswirkungen auf den bereits angespannten Wohnungsmarkt haben, der ohnehin unter einem erheblichen Defizit leidet.
Was geschah bei der Vermieterbefragung 2026?

Die Vermieterbefragung 2026 wurde von Haus & Grund als Online-Erhebung durchgeführt. Über 957.000 Mitglieder wurden zur Teilnahme eingeladen, und knapp 24.000 Eigentümer aus dem gesamten Bundesgebiet beteiligten sich zwischen dem 21. Januar und 16. April 2026. Die Ergebnisse wurden durch die Humboldt-Universität zu Berlin ausgewertet und sind repräsentativ für die Mitgliedschaft von Haus & Grund, die eine zentrale Gruppe innerhalb der ca. 5,2 Millionen vermietenden Privatpersonen in Deutschland darstellt.
Die Umfrage zeigt, dass die Mehrheit der Vermieter die politischen Rahmenbedingungen als zunehmend belastend empfindet. Besonders die Diskussion um Mietrechtsverschärfungen führt zu einer wachsenden Unsicherheit, die viele Vermieter dazu bringt, über einen Rückzug nachzudenken.
Hintergründe der Resignation unter Vermietern
Die Gründe für die Resignation unter den Vermietern sind vielfältig. Zunehmende Mietpreisregulierungen, bürokratische Hürden bei Nebenkostenabrechnungen und Einschränkungen bei Modernisierungen sind nur einige der Herausforderungen, mit denen Vermieter konfrontiert sind. Viele berichten zudem von Problemen mit Mietnomaden und langwierigen Rechtsstreitigkeiten, etwa wegen Schimmelbefall. Diese Faktoren führen dazu, dass viele Vermieter die Lust am Geschäft verlieren und über einen Ausstieg nachdenken.
Die Umfrage von Haus & Grund zeigt, dass 77 Prozent der in der Befragung erfassten Wohneinheiten von Vermietern mit erhöhter Rückzugsneigung betroffen sind. Übertragen auf die rund 14,6 Millionen privat vermieteten Wohnungen in Deutschland ergibt sich eine Größenordnung von bis zu 11,2 Millionen Wohnungen, die möglicherweise nicht mehr angeboten werden könnten, wenn die derzeit diskutierten Regulierungen umgesetzt werden.
Die Auswirkungen auf den Immobilienmarkt
- 60,5 % der Vermieter erwägen Geschäftsaufgabe
- Befragung von 24.000 Eigentümern zwischen 21.01. und 16.04.2026
- Aktuell fehlen rund 1,4 Millionen Wohnungen in Deutschland
Die Zurückhaltung der Vermieter hat bereits spürbare Auswirkungen auf den Immobilienmarkt. Die Preise für Neubauwohnungen steigen weiterhin und liegen im Durchschnitt bei 4.168 Euro pro Quadratmeter, was einem Anstieg von 2,3 Prozent entspricht. Bestandsimmobilien kosten im Schnitt 2.645 Euro pro Quadratmeter, was einen Anstieg von 3,9 Prozent bedeutet. Diese Preisentwicklung belastet vor allem die 6,6 Millionen Haushalte, die als wohnkostenüberlastet gelten, da sie mehr als 40 Prozent ihres Einkommens für das Wohnen ausgeben.
Die Unsicherheit auf dem Markt wird durch die Tatsache verstärkt, dass auch professionelle Kapitalanleger zurückhaltender werden. Im zweiten Quartal 2026 sank ihr Anteil an Baufinanzierungen auf 15,7 Prozent, was ein Minus von 26,4 Prozent im Vergleich zum Vorquartal bedeutet. Während Eigennutzer den Markt noch stabilisieren, verschärfen sich die Konditionen für Investoren.
Politische Rahmenbedingungen und deren Einfluss
Die politischen Rahmenbedingungen spielen eine entscheidende Rolle in der aktuellen Situation. Verbandspräsident Kai Warnecke warnt, dass die Bundesregierung durch immer neue Vorschriften und Regulierungen die Vermietungsbedingungen weiter erschwert. Dies könnte nicht nur den Rückzug von Vermietern beschleunigen, sondern auch den Wohnungsmangel in Deutschland weiter verschärfen. Warnecke betont, dass die CO2-Steuer und die Mietpreisbremse Investitionen ausbremsen und somit die Schaffung neuen Wohnraums behindern.
Die Diskussion um die Mietpreisbremse und andere regulatorische Maßnahmen hat bereits zu einem Rückgang der Neubauaktivitäten geführt. Im Jahr 2025 wurden lediglich 206.600 Wohnungen fertiggestellt, was einen Rückgang von 18 Prozent im Vergleich zum Vorjahr darstellt und den niedrigsten Wert seit 2012 markiert.
Fazit: Ein besorgniserregender Trend

Die aktuelle Umfrage zeigt, dass die Unsicherheit und die Herausforderungen, mit denen Vermieter konfrontiert sind, zu einem besorgniserregenden Trend führen. Wenn 60,5 Prozent der Vermieter darüber nachdenken, ihre Geschäfte aufzugeben, könnte dies nicht nur den Wohnungsmarkt destabilisieren, sondern auch die Mietpreise weiter in die Höhe treiben. Die Politik ist gefordert, Lösungen zu finden, die sowohl die Interessen der Vermieter als auch die Bedürfnisse der Mieter berücksichtigen, um eine nachhaltige Entwicklung des Wohnungsmarktes zu gewährleisten.
Häufige Fragen
Warum denken so viele Vermieter über eine Geschäftsaufgabe nach?
Wie viele Wohnungen fehlen aktuell in Deutschland?
Was sind die Folgen der Rückzugstendenzen der Vermieter?
Wie reagiert die Politik auf die Situation auf dem Wohnungsmarkt?
Was können Vermieter tun, um ihre Situation zu verbessern?
Quellen: Google News
Symbolbild: Vermieter und der aktuelle Wohnungsmarkt · Foto: Phát Trương / Pexels


