StartGeldanlage & ETFsAusfallrisiken im Fokus: So beeinflussen sie die Rendite von iBonds ETFs

Ausfallrisiken im Fokus: So beeinflussen sie die Rendite von iBonds ETFs

⏱ 5 Min. Lesezeit · Stand: 03.07.2026

Die Entscheidung zwischen High-Yield- und Investment-Grade-iBonds ETFs wird zunehmend von den Ausfallrisiken beeinflusst, die direkt die Rendite der Anlagen betreffen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Hohe Ausfallrisiken bei High-Yield-iBonds
  • Investment-Grade-iBonds bieten mehr Sicherheit
  • Renditeunterschiede sind signifikant

Die Entscheidung zwischen High-Yield- und Investment-Grade-iBonds ETFs wird zunehmend von den Ausfallrisiken beeinflusst, die direkt die Rendite der Anlagen betreffen. In einer Zeit, in der die Märkte von Unsicherheiten geprägt sind, ist es für Anleger entscheidend, die Risiken und Chancen dieser beiden Anleihearten zu verstehen. Laut der „Annual Global Corporate Default And Rating Transition Study“ von S&P Global Ratings liegt die Ausfallrate im High-Yield-Segment bei etwa 4% pro Jahr, während Investment-Grade-Anleihen eine Ausfallrate von nur 0,03% aufweisen. Diese Diskrepanz hat erhebliche Auswirkungen auf die Renditeerwartungen der Anleger.

Was sind iBonds ETFs?

Analyse der Ausfallrisiken bei iBonds ETFs
Symbolbild: Analyse der Ausfallrisiken bei iBonds ETFs · Foto: Jessica Lewis 🦋 thepaintedsquare / Pexels

iBonds ETFs sind börsengehandelte Fonds, die ein diversifiziertes Portfolio von Anleihen mit festem Fälligkeitsdatum halten. Diese Fonds kombinieren die Vorteile von Anleihen und Fonds, indem sie Anlegern ermöglichen, in eine Vielzahl von Anleihen zu investieren, ohne jede einzelne Anleihe analysieren zu müssen. Bei Fälligkeit erhalten die Anleger ihr Kapital zurück, sofern die enthaltenen Anleihen nicht ausfallen. Dies macht das Kreditrating der Anleihen zu einem zentralen Faktor für die Rendite.

Die iBonds Produktwelt von BlackRock iShares umfasst zwei Hauptkategorien: High-Yield-ETFs, die auf Schuldtitel von Unternehmen mit niedrigerem Rating setzen, und Investment-Grade-ETFs, die Anleihen mit hoher Bonität enthalten. Diese Unterschiede führen zu variierenden Risikoniveaus und Renditen. Anleger müssen abwägen, ob sie höhere Erträge oder mehr Sicherheit anstreben.

Die Rolle der Ausfallrisiken

Das Ausfallrisiko ist bei High-Yield-Anleihen strukturell erheblich höher als bei Investment-Grade-Papieren. Die historische jährliche Ausfallrate im High-Yield-Segment liegt bei etwa 3,5 bis 4%, während sie im Investment-Grade-Bereich bei lediglich 0,08% liegt. Diese Diskrepanz ist kein Zufall, sondern ein langfristiges Merkmal der beiden Anleihearten. Anleger, die in High-Yield-iBonds investieren, müssen sich bewusst sein, dass die höhere Rendite eine Vergütung für das erhöhte Risiko darstellt.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist, dass fast 60% aller Ausfälle in einem aktuellen Jahr sogenannte Distressed Exchanges waren. Dies bedeutet, dass Schuldner ihre Anleihen zu schlechteren Konditionen umtauschen, ohne ein formelles Insolvenzverfahren einzuleiten. Für Fondsanleger bedeutet dies, dass der Rückfluss am Laufzeitende oft unterhalb des ursprünglichen Nennwerts liegt, was die tatsächlich realisierte Endrendite drückt.

Renditeunterschiede zwischen High-Yield und Investment-Grade

Fakten auf einen Blick

  • Ausfallrate bei High-Yield-Anleihen: 4% pro Jahr
  • Ausfallrate bei Investment-Grade-Anleihen: 0,03% pro Jahr
  • iShares iBonds 2029 Term High Yield ETF: 30-Day-SEC-Rendite über 7%
  • iShares iBoxx Investment Grade Corporate Bond ETF: Rendite über 5%

High-Yield-iBonds bieten im Vergleich zu Investment-Grade-Varianten eine deutlich höhere laufende Rendite. Der iShares iBonds 2029 Term High Yield and Income ETF wies zuletzt eine 30-Day-SEC-Rendite von mehr als 7% auf, während der iShares iBoxx Investment Grade Corporate Bond ETF (LQD) eine Rendite von gut 5% aufwies. Diese Differenz ist konzeptionell als Risikoprämie zu verstehen: ein Aufschlag, den der Markt für die erhöhte Wahrscheinlichkeit von Ausfällen und Kapitalverlusten zahlt.

Die Mehrrendite eines High-Yield-iBonds ist kein kostenloses Geschenk, sondern die Vergütung für ein real messbares und historisch belegtes Risiko. Anleger sollten sich daher bewusst sein, dass die höhere Rendite von High-Yield-iBonds auch mit einem signifikanten Ausfallrisiko verbunden ist.

Die Bedeutung des Kreditratings

Kreditratings sind entscheidend für die Einschätzung des Ausfallrisikos. Ratingagenturen wie S&P sortieren das Ausfallrisiko sehr zuverlässig. Fast alle tatsächlichen Ausfälle eines Jahres entfallen auf Emittenten, die unmittelbar vor dem Ausfall im sehr schwachen Bonitätsbereich lagen. Investment-Grade-Emittenten, die zu Jahresbeginn noch als solide eingestuft waren, fallen so gut wie nie aus. Im iShares iBonds 2029 Term High Yield and Income ETF entfallen fast 16% des Portfolios auf CCC-bewertete Anleihen, während weitere knapp 40% auf B-Ratings entfallen. Zusammen genommen sind also über 50% des Portfolios in einem Bonitätsbereich investiert, in dem Ausfälle historisch keine Seltenheit sind.

Für Anleger, die iBonds nutzen wollen, ergibt sich aus dem Vergleich eine klare Orientierungsgrundlage. Investment-Grade-iBonds bieten eine weitgehend verlässliche Kapitalrückgabe am Laufzeitende, verbunden mit einem moderaten laufenden Ertrag. Das strukturelle Ausfallrisiko ist historisch vernachlässigbar gering.

Strategien zur Risikominderung

Anleger, die in iBonds ETFs investieren, sollten sich der Risiken bewusst sein und Strategien zur Risikominderung in Betracht ziehen. Eine Möglichkeit besteht darin, die Diversifikation innerhalb des Portfolios zu erhöhen. Durch die Streuung der Investitionen auf verschiedene Anleihen und Sektoren kann das Risiko von Ausfällen verringert werden. Zudem sollten Anleger regelmäßig die Bonität der enthaltenen Anleihen überprüfen und gegebenenfalls Anpassungen vornehmen.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Berücksichtigung der Laufzeiten der Anleihen. Laufzeit-ETFs wie iBonds haben ein definiertes Enddatum, was bedeutet, dass das Ausfallrisiko innerhalb der Fondslaufzeit vollständig zum Tragen kommen kann. Anleger sollten daher auch die Laufzeiten der Anleihen im Portfolio im Auge behalten und gegebenenfalls anpassen, um das Risiko zu steuern.

Fazit

Analyse der Ausfallrisiken bei iBonds ETFs
Symbolbild: Analyse der Ausfallrisiken bei iBonds ETFs · Foto: RDNE Stock project / Pexels

Die Entscheidung zwischen High-Yield- und Investment-Grade-iBonds ETFs ist eine Frage von Rendite versus Sicherheit. Während High-Yield-iBonds verlockende Renditen bieten, sind sie auch mit einem signifikanten Ausfallrisiko verbunden. Investment-Grade-iBonds hingegen gelten als stabiler und sicherer, bieten jedoch niedrigere Renditen. Anleger sollten die Bonität der enthaltenen Anleihen als zentralen Parameter ihrer Entscheidung betrachten und sich der Risiken bewusst sein, um fundierte Anlageentscheidungen zu treffen.

Häufige Fragen

Was sind iBonds ETFs?
iBonds ETFs sind börsengehandelte Fonds, die ein diversifiziertes Portfolio von Anleihen mit festem Fälligkeitsdatum halten. Sie kombinieren die Vorteile von Anleihen und Fonds.
Wie hoch ist das Ausfallrisiko bei High-Yield-iBonds?
Die Ausfallrate bei High-Yield-Anleihen liegt bei etwa 4% pro Jahr, was ein signifikantes Risiko für Anleger darstellt.
Was sind die Vorteile von Investment-Grade-iBonds?
Investment-Grade-iBonds bieten eine weitgehend verlässliche Kapitalrückgabe und haben eine sehr niedrige Ausfallrate von etwa 0,03% pro Jahr.
Wie beeinflussen Ausfallrisiken die Rendite?
Höhere Ausfallrisiken führen zu höheren Renditen bei High-Yield-iBonds, jedoch können tatsächliche Ausfälle die realisierte Rendite erheblich mindern.
Welche Rolle spielen Kreditratings bei iBonds?
Kreditratings sind entscheidend für die Einschätzung des Ausfallrisikos und beeinflussen somit die Rendite der iBonds ETFs.

Quellen: finanzen.net

Symbolbild: Analyse der Ausfallrisiken bei iBonds ETFs · Foto: Alex Luna / Pexels

Tobias Reinhardt
Tobias Reinhardt
Tobias Reinhardt schreibt über Geldanlage, ETFs und Steuern. Er legt Wert auf einen langfristigen, kostenbewussten Blick auf das Investieren und erklärt Strategien so, dass sie auch für Einsteiger nachvollziehbar bleiben. In seinen Beiträgen geht es ihm weniger um schnelle Gewinne als um fundierte, langfristige Entscheidungen.
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