⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 21.06.2026
Bäcker und Konditoren in Deutschland fordern dringend eine verlässliche Energiepolitik und einen konsequenten Bürokratieabbau, um die Versorgungssicherheit mit Brot und Backwaren zu gewährleisten.
- Bäckerhandwerk fordert Planungssicherheit bei Energiekosten.
- Bürokratieabbau soll Innovationen fördern.
- Fachkräftegewinnung bleibt eine Herausforderung.
Bäcker und Konditoren in Deutschland stehen vor großen Herausforderungen, die ihre Existenz und die Versorgungssicherheit mit Brot und Backwaren gefährden. Auf dem kürzlich abgehaltenen Backwarengipfel in Berlin haben die Verbände der Backwaren-Wertschöpfungskette eindringlich gefordert, dass die Politik endlich praxistaugliche und verlässliche Rahmenbedingungen schafft. Insbesondere die Energiepolitik und der Bürokratieabbau stehen im Fokus der Diskussionen.
Was sind die aktuellen Herausforderungen für Bäcker und Konditoren?

Die Bäckerbranche sieht sich mit steigenden Energiekosten konfrontiert, die einen entscheidenden Einfluss auf die Wertschöpfung in Deutschland haben. Laut dem Präsidenten des Bäckerhandwerks, Roland Ermer, backen 70 bis 80 Prozent der Betriebe noch mit Gas. Diese Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen macht die Branche besonders verletzlich gegenüber Preisschwankungen und politischen Entscheidungen. Um die dezentrale Versorgung und die Existenz vieler Bäckereibetriebe zu sichern, ist eine Planungssicherheit für den Umstieg auf alternative Energien unerlässlich.
Ein weiterer zentraler Punkt ist die Bürokratie, die als Hemmschuh für Innovationen und Betriebsübergaben wahrgenommen wird. Die Verbände fordern einen konsequenten Bürokratieabbau, um die Belastungen für die Betriebe zu reduzieren. Dies betrifft insbesondere Dokumentationspflichten und das Arbeitszeitrecht, die oft als hinderlich für die Flexibilität und Anpassungsfähigkeit der Betriebe angesehen werden.
Die Rolle der Energiepreise in der Bäckerbranche
Die Energiekosten sind für das Bäckerhandwerk von zentraler Bedeutung. Tobias Schuhmacher, Hauptgeschäftsführer des Verbandes deutscher Großbäckereien, betont, dass die Energiekosten darüber entscheiden, ob Wertschöpfung in Deutschland bleibt. Eine verlässliche Stromversorgung und stabile Preise sind für die energieintensive Branche unerlässlich. Ohne diese Rahmenbedingungen könnte die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Bäcker im internationalen Vergleich gefährdet werden.
Die steigenden CO2-Preise stellen zudem eine zusätzliche Herausforderung dar. Wilko Quante, Vorsitzender des Backzutatenverbandes, weist darauf hin, dass ohne Erdgas als Energieträger für die Hefeproduktion die gesamte Produktion in der Hefeindustrie zum Stillstand kommen könnte. Dies würde nicht nur die Bäcker, sondern auch die gesamte Backwaren-Wertschöpfungskette erheblich belasten.
Bürokratieabbau als Schlüssel zur Innovation
- 70-80% der Bäckereien backen noch mit Gas.
- Forderung nach Planungssicherheit für den Umstieg auf alternative Energien.
- Bürokratieabbau soll Innovationen im Handwerk fördern.
Die Verbände der Backwarenherstellung fordern einen mutigen Schritt zur Vereinfachung der bürokratischen Anforderungen. Insbesondere die Dokumentationspflichten und das Arbeitszeitrecht müssen überarbeitet werden, um den modernen Anforderungen der Betriebe gerecht zu werden. Roland Ermer schlägt vor, die tägliche Höchstarbeitszeit auf eine wöchentliche Höchstarbeitszeit umzustellen und die erlaubten Backzeiten an Sonn- und Feiertagen auszuweiten. Diese Maßnahmen sollen den Betrieben mehr Flexibilität bieten und die Innovationskraft stärken.
Ein „Frühjahr der Reformen“ wird gefordert, um die Bürokratie nicht nur zu reduzieren, sondern auch um eine Gründerkultur zu fördern. Bettina Schliephake-Burchardt, Präsidentin des Konditorenbundes, warnt davor, dass hohe Lohnnebenkosten und bürokratische Hürden junge Gründer abschrecken und die Nachfolge in den Betrieben gefährden. Ein Umdenken in der Politik ist notwendig, um die Rahmenbedingungen für die nächste Generation von Bäckern und Konditoren zu verbessern.
Fachkräftegewinnung als langfristige Herausforderung
Die Gewinnung von Fachkräften bleibt eine der größten Herausforderungen für das Bäckerhandwerk. Die Verbände fordern eine bessere berufliche Orientierung an Schulen sowie bezahlbaren Wohnraum für Auszubildende. Ein klares Bekenntnis zur Gleichstellung von beruflicher und akademischer Bildung ist ebenfalls notwendig, um junge Menschen für eine Karriere im Handwerk zu begeistern.
Die Hürden für Betriebsübergaben müssen gesenkt werden, um die Attraktivität für junge Gründer zu erhöhen. Die Verbände appellieren an die Politik, Regelungen mit Augenmaß zu schaffen, die einer Gründerkultur nicht entgegenstehen. Nur so kann die Zukunft des Bäckerhandwerks gesichert werden.
Fazit: Dringender Handlungsbedarf für die Branche

Die Bäcker und Konditoren in Deutschland stehen vor einem entscheidenden Wendepunkt. Um die Versorgungssicherheit mit Brot und Backwaren zu gewährleisten, sind verlässliche politische Rahmenbedingungen bei Energie und Rohstoffen sowie ein konsequenter Bürokratieabbau unerlässlich. Die Branche fordert von der Politik, die notwendigen Stellschrauben jetzt zu drehen, um die Zukunft des Bäckerhandwerks zu sichern und die Wettbewerbsfähigkeit im internationalen Vergleich zu stärken. Nur durch eine gemeinsame Anstrengung kann die Existenz vieler Betriebe gesichert werden.
Häufige Fragen
Warum fordern Bäcker eine verlässliche Energiepolitik?
Wie beeinflusst Bürokratie das Bäckerhandwerk?
Was sind die Hauptforderungen der Bäcker und Konditoren?
Wie wichtig ist die Energieversorgung für die Bäckerbranche?
Welche Rolle spielt die Fachkräftegewinnung im Bäckerhandwerk?
Quellen: Google News
Symbolbild: Bäcker und Konditoren fordern Veränderungen · Foto: Liz Earl / Pexels


