⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 21.08.2026
Die Banca Monte dei Paschi di Siena (MPS) plant, mit milliardenschweren Übernahmeangeboten für Banco BPM und Banca Generali ihre eigene Übernahme durch Intesa Sanpaolo abzuwenden.
- MPS will 34 Milliarden Euro in eigenen Aktien investieren.
- Die MPS-Aktie bleibt stabil bei 13,69 Euro.
- Intesa Sanpaolo hatte zuvor ein Übernahmeangebot für MPS abgegeben.
Die Banca Monte dei Paschi di Siena (MPS) hat kürzlich angekündigt, dass sie plant, die Banco BPM und die Banca Generali für insgesamt 34 Milliarden Euro in eigenen Aktien zu übernehmen. Diese Entscheidung ist Teil eines strategischen Plans, um die drohende Übernahme durch die Großbank Intesa Sanpaolo abzuwenden. MPS-Chef Luigi Lovaglio hat betont, dass die beiden Übernahmeangebote unabhängig voneinander sind, was bedeutet, dass MPS auch mit dem Erwerb nur einer der beiden Banken zufrieden wäre.
Was geschah bei MPS?

Am Freitag legte MPS ein Gebot für die Banco BPM vor, das die Bank mit 25,3 Milliarden Euro bewertet. Gleichzeitig kündigte MPS ein Angebot für die Banca Generali in Höhe von 8,7 Milliarden Euro an. Diese Schritte sind Teil eines umfassenderen Plans, um die eigene Marktposition zu stärken und die Kontrolle über die Bank zu behalten, nachdem Intesa Sanpaolo im Juni ein Übernahmeangebot für MPS in Höhe von über 30 Milliarden Euro abgegeben hatte.
Die MPS-Aktie reagierte auf die Nachrichten stabil und lag zuletzt bei 13,69 Euro. Im Gegensatz dazu verzeichnete die Banco BPM-Aktie einen leichten Rückgang um 0,2 Prozent, während die Banca Generali-Aktie um fast zwei Prozent fiel. Intesa Sanpaolo hingegen konnte um etwa ein halbes Prozent zulegen. Diese Entwicklungen zeigen, dass der Markt die Übernahmepläne von MPS mit gemischten Gefühlen betrachtet.
Strategische Überlegungen hinter den Übernahmeplänen
Die Übernahmeangebote von MPS sind nicht nur ein Versuch, die eigene Übernahme durch Intesa Sanpaolo abzuwenden, sondern auch ein strategischer Schritt, um eine dritte große Bankengruppe in Italien zu schaffen. MPS möchte mit diesen Übernahmen eine Marktkapitalisierung von rund 70 Milliarden Euro erreichen, die es der neuen Bankengruppe ermöglichen würde, mit den großen Akteuren wie Intesa und UniCredit zu konkurrieren.
Ein zentraler Bestandteil des Plans ist die Ausschüttung einer Sonderdividende von 4 Milliarden Euro an die MPS-Aktionäre. Diese Dividende soll teilweise aus Bargeld und teilweise aus Aktien des Versicherers Generali bestehen, die MPS derzeit hält. Die Zustimmung der Aktionäre zu diesem Vorhaben wird auf einer außerordentlichen Hauptversammlung am 29. Oktober erwartet.
Herausforderungen für MPS
- MPS bietet 25,3 Milliarden Euro für Banco BPM
- MPS bietet 8,7 Milliarden Euro für Banca Generali
- Sonderdividende von 4 Milliarden Euro für MPS-Aktionäre
Trotz der ambitionierten Pläne sieht sich MPS mit erheblichen Herausforderungen konfrontiert. Experten bezweifeln, dass es MPS gelingen wird, die Übernahmeangebote erfolgreich umzusetzen. Die Bank hat bereits in der Vergangenheit Schwierigkeiten gehabt, Fusionen und Übernahmen zu realisieren, insbesondere aufgrund der Uneinigkeit im Verwaltungsrat und der komplexen Aktionärsstruktur.
Ein weiteres Hindernis ist die Notwendigkeit, die Zustimmung des Großaktionärs Crédit Agricole zu erhalten, der fast 30 Prozent der Anteile an Banco BPM hält. Ohne die Unterstützung von Crédit Agricole könnte es für MPS schwierig werden, die Übernahme von Banco BPM zu realisieren. Zudem steht MPS-Chef Lovaglio unter Druck, da gegen ihn ein Verfahren im Zusammenhang mit früheren Tätigkeiten bei Mediobanca anhängig ist.
Marktreaktionen und Ausblick
Die Reaktionen des Marktes auf die Übernahmepläne von MPS sind gemischt. Während die MPS-Aktie stabil bleibt, zeigen die Aktien von Banco BPM und Banca Generali eine negative Tendenz. Dies könnte darauf hindeuten, dass Investoren vorsichtig sind und die Erfolgsaussichten der Übernahmeangebote skeptisch betrachten. Die Unsicherheiten rund um die Zustimmung von Crédit Agricole und die rechtlichen Herausforderungen, mit denen Lovaglio konfrontiert ist, tragen zur Unsicherheit bei.
Die Übernahme von MPS durch Intesa Sanpaolo wäre der größte Deal in der seit 2024 anhaltenden Fusionswelle unter italienischen Banken. Sollte es zu einer solchen Übernahme kommen, könnte dies erhebliche Auswirkungen auf die Struktur des italienischen Bankensektors haben und die Wettbewerbsbedingungen für kleinere Banken verschärfen.
Fazit

Die Banca Monte dei Paschi di Siena steht an einem entscheidenden Punkt in ihrer Geschichte. Mit den geplanten Übernahmen von Banco BPM und Banca Generali versucht MPS, ihre Unabhängigkeit zu wahren und eine bedeutende Rolle im italienischen Bankensektor zu spielen. Die kommenden Monate werden entscheidend sein, um zu sehen, ob MPS die erforderlichen Hürden überwinden kann und ob die Aktionäre den Übernahmeplänen zustimmen werden. Die Entwicklungen in diesem Bereich werden nicht nur für die beteiligten Banken, sondern auch für den gesamten Finanzmarkt von Bedeutung sein.
Häufige Fragen
Was plant die Banca Monte dei Paschi?
Wie reagiert der Aktienmarkt auf die Übernahmepläne?
Was ist die Sonderdividende für MPS-Aktionäre?
Warum versucht MPS, die Übernahme durch Intesa Sanpaolo abzuwenden?
Wann soll die Hauptversammlung der MPS stattfinden?
Quellen: finanzen.net
Symbolbild: Banca Monte dei Paschi und Übernahmepläne · Foto: AXP Photography / Pexels


