⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 10.09.2026
Die vbw fordert umfassende Reformen zur Stärkung der bayerischen Wirtschaft und betont die Notwendigkeit eines engen Dialogs zwischen Politik und Wirtschaft.
- Wolfram Hatz betont die Bedeutung der Zusammenarbeit zwischen Bayern und Berlin.
- Die bayerische Wirtschaft leidet unter den Folgen der Deindustrialisierung.
- Reformen sind notwendig, um die Wettbewerbsfähigkeit zu sichern.
Die vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. hat sich erneut als Hauptsponsor des Berliner Oktoberfests der Bayerischen Staatsregierung positioniert. In seiner Ansprache vor rund 1.600 geladenen Gästen betonte Präsident Wolfram Hatz die Bedeutung des Dialogs zwischen Bayern und Berlin, insbesondere in herausfordernden Zeiten. „Gerade in einer solch herausfordernden Zeit ist der Dialog zwischen Bayern und Berlin wichtiger denn je“, erklärte Hatz und hob hervor, dass die enge Zusammenarbeit zwischen der bayerischen Staatsregierung und der Wirtschaft als Vorbild für die Bundespolitik dienen sollte.
Die Rolle Bayerns in der deutschen Wirtschaft

Bayern spielt eine zentrale Rolle in der deutschen Wirtschaft. Mit einem Bruttoinlandsprodukt von 824,2 Milliarden Euro trug der Freistaat im vergangenen Jahr über 18 Prozent zur gesamtdeutschen Wirtschaftsleistung bei, obwohl weniger als 16 Prozent der Bevölkerung dort leben. Dies zeigt die hohe Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit der bayerischen Unternehmen, die sich in einer Bruttowertschöpfung von rund 56.300 Euro pro Einwohner niederschlägt.
Diese beeindruckenden Zahlen stehen jedoch im Kontrast zu den Herausforderungen, mit denen die bayerische Wirtschaft konfrontiert ist. Hatz wies darauf hin, dass die Industrie in Bayern besonders stark von den Folgen der Deindustrialisierung betroffen ist. „Die Betriebe sind mit einem gefährlichen Mix aus sich verschlechternden Standortbedingungen und außenwirtschaftlichen Verwerfungen konfrontiert“, erklärte er und nannte den Iran-Krieg sowie die US-Handelspolitik als Beispiele für die externen Faktoren, die die bayerische Wirtschaft belasten.
Notwendigkeit von Reformen
Um die Wettbewerbsfähigkeit der bayerischen Industrie zu sichern, fordert die vbw umfassende und zügige Strukturreformen. Hatz betonte, dass die Zeit drängt: „Wir müssen die Reindustrialisierung unseres Landes in Gang setzen.“ Die vbw sieht die Notwendigkeit, die hohen Arbeits- und Energiekosten sowie die Steuerbelastungen für Unternehmen zu senken, um die Standortbedingungen zu verbessern.
Die Reformen, die die vbw fordert, sind nicht nur für die bayerische Wirtschaft von Bedeutung, sondern könnten auch als Modell für andere Bundesländer dienen. Hatz appellierte an die Bundesregierung, die im Sommer verabschiedeten Reformpakete ernsthaft umzusetzen und nicht nur als symbolische Maßnahmen zu betrachten. „Der Herbst muss einen echten Durchbruch bringen, wir verlieren Tag für Tag an Wettbewerbsfähigkeit“, warnte er.
Der Dialog zwischen Politik und Wirtschaft
- Bruttoinlandsprodukt Bayerns: 824,2 Milliarden Euro
- Anteil Bayerns an der gesamtdeutschen Wirtschaftsleistung: über 18 Prozent
- Höchste Bruttowertschöpfung pro Einwohner in Deutschland: rund 56.300 Euro
Der Austausch zwischen der bayerischen Wirtschaft und der Politik ist entscheidend für die Entwicklung effektiver Lösungen. Hatz betonte, dass der Dialog nicht nur während Veranstaltungen wie dem Oktoberfest stattfinden sollte, sondern kontinuierlich und auf verschiedenen Ebenen geführt werden muss. „Wir müssen gemeinsam an einem Strang ziehen, um die Herausforderungen zu bewältigen, die uns bevorstehen“, sagte er.
Die vbw sieht sich in der Verantwortung, als Bindeglied zwischen der Wirtschaft und der Politik zu fungieren. Durch regelmäßige Gespräche und den Austausch von Ideen und Vorschlägen soll sichergestellt werden, dass die Interessen der Unternehmen in die politischen Entscheidungsprozesse einfließen. Dies ist besonders wichtig, um die Rahmenbedingungen für Investitionen und Innovationen zu verbessern.
Auswirkungen auf die Investitionslandschaft
Die aktuellen Herausforderungen und die Notwendigkeit von Reformen haben auch Auswirkungen auf die Investitionslandschaft in Bayern. Unternehmen, die in einem unsicheren wirtschaftlichen Umfeld agieren, sind oft zurückhaltend bei Investitionen. Hatz wies darauf hin, dass eine klare und verlässliche politische Linie notwendig ist, um das Vertrauen der Investoren zurückzugewinnen.
Die vbw fordert daher nicht nur kurzfristige Maßnahmen, sondern auch langfristige Strategien, die die bayerische Wirtschaft nachhaltig stärken. Dazu gehört auch die Förderung von Innovationen und die Unterstützung von Start-ups, die in der Lage sind, neue Impulse für die Wirtschaft zu setzen. „Wir müssen die Weichen für die Zukunft stellen und die Rahmenbedingungen schaffen, die es Unternehmen ermöglichen, erfolgreich zu sein“, so Hatz.
Fazit

Die vbw hat sich klar positioniert und fordert umfassende Reformen zur Stärkung der bayerischen Wirtschaft. Der Dialog zwischen Politik und Wirtschaft ist dabei von zentraler Bedeutung, um gemeinsam Lösungen für die aktuellen Herausforderungen zu finden. Die bayerische Wirtschaft hat das Potenzial, auch in Zukunft eine tragende Rolle in der deutschen Wirtschaft zu spielen, wenn die richtigen Maßnahmen ergriffen werden.
Häufige Fragen
Was sind die aktuellen Herausforderungen der bayerischen Wirtschaft?
Welche Rolle spielt die vbw in der bayerischen Wirtschaft?
Was fordert die vbw von der Bundesregierung?
Wie wichtig ist der Dialog zwischen Politik und Wirtschaft?
Was sind die langfristigen Ziele der vbw?
Quellen: finanzen.net
Symbolbild: Bayerische Wirtschaft im Dialog mit der Politik · Foto: Danny Sdt / Pexels


