⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 17.07.2026
Die Schließung der Straße von Hormus infolge des Iran-Konflikts hat zu einem historischen Angebotsschock geführt, der die globalen Märkte unter Druck setzt und die Zinsen länger hoch halten könnte.
- BIZ warnt vor anhaltend hohen Zinsen
- Ölpreise erreichen Rekordhöhen
- Globale Inflation steigt weiter
Die Schließung der Straße von Hormus infolge des Iran-Konflikts hat zu einem historischen Angebotsschock geführt, der die globalen Märkte unter Druck setzt und die Zinsen länger hoch halten könnte. Laut der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) betrifft dieser Schock etwa 13% der globalen Ölversorgung, was die Ölpreise auf ein Rekordhoch von 120 USD je Barrel steigen ließ. Diese Entwicklungen werfen Fragen zur zukünftigen Zinsentwicklung auf und könnten die Geldpolitik der großen Notenbanken erheblich beeinflussen.
Was geschah in der Straße von Hormus?

Die Straße von Hormus ist eine der wichtigsten Wasserstraßen der Welt, durch die ein erheblicher Teil des globalen Ölhandels abgewickelt wird. Der Konflikt im Iran, der Ende Februar 2026 eskalierte, führte zur faktischen Schließung dieser strategischen Passage. Die BIZ beschreibt diese Unterbrechung als die größte in der Geschichte des Ölhandels an diesem Nadelöhr. Vor dem Konflikt wurden mehr als 80% der über Hormus transportierten Öl- und Gasmengen für asiatische Abnehmer bestimmt, was die Bedeutung dieser Wasserstraße unterstreicht.
Die Schließung hat nicht nur die Ölpreise in die Höhe getrieben, sondern auch die globale Inflation beeinflusst. Seit Beginn des Konflikts ist die Inflation um 0,5 Prozentpunkte gestiegen, was auf die gestiegenen Rohstoffpreise und die Störungen in den Lieferketten zurückzuführen ist. Diese Entwicklungen haben die Märkte in eine angespannte Lage versetzt, die durch hohe Bewertungen und gesunkene Risikoprämien noch verschärft wird.
Die Auswirkungen auf die globalen Märkte
Die BIZ warnt, dass die aktuellen geopolitischen Schocks die Wahrscheinlichkeit für Enttäuschungen an den Märkten erhöhen und eine längere Hochzinsphase nach sich ziehen könnten. Die Kombination aus steigenden Ölpreisen und einer anhaltend hohen Inflation könnte dazu führen, dass die Zentralbanken gezwungen sind, die Zinsen länger hoch zu halten. Dies würde nicht nur die Kreditkosten für Unternehmen und Verbraucher erhöhen, sondern auch die Aktienmärkte unter Druck setzen.
Die Ölpreise haben sich seit der Schließung der Straße von Hormus um 67% erhöht, was die Märkte in eine kritische Lage bringt. Die Internationale Energieagentur (IEA) hat bereits mit der Freigabe von 400 Millionen Barrel aus den strategischen Reserven reagiert, was jedoch nur einen Bruchteil des ausgefallenen Angebots kompensieren konnte. Diese Maßnahmen zeigen, wie ernst die Situation ist und welche weitreichenden Folgen sie für die globale Wirtschaft haben könnte.
Inflation und ihre Folgen für die Geldpolitik
- Schließung der Straße von Hormus betrifft 13% der globalen Ölversorgung
- Ölpreise stiegen um 67% auf 120 USD je Barrel
- Globale Inflation stieg seit Konfliktbeginn um 0,5 Prozentpunkte
Die steigende Inflation hat direkte Auswirkungen auf die Geldpolitik der Zentralbanken. Höhere Inflationsraten führen oft zu einer strafferen Geldpolitik, was bedeutet, dass die Zinsen angehoben werden, um die Inflation zu bekämpfen. In der aktuellen Situation könnte dies bedeuten, dass die Zinsen über einen längeren Zeitraum hoch bleiben, was als ‚higher for longer‘ bezeichnet wird. Diese Entwicklung könnte die wirtschaftliche Erholung behindern und die Märkte weiter destabilisieren.
Die BIZ hebt hervor, dass ambitionierte Aktienbewertungen und gesunkene Risikoprämien die Märkte anfällig für ein solches Szenario machen. Investoren müssen sich auf eine mögliche Phase einstellen, in der die Zinsen länger hoch bleiben, was die Attraktivität von Aktien und anderen Anlageklassen beeinflussen könnte.
Die Rolle der Zentralbanken
Die Zentralbanken stehen vor der Herausforderung, die richtige Balance zwischen der Bekämpfung der Inflation und der Unterstützung des Wirtschaftswachstums zu finden. In Zeiten hoher Inflation und geopolitischer Unsicherheiten müssen sie möglicherweise aggressiver handeln, um die Preisstabilität zu gewährleisten. Dies könnte zu einer weiteren Erhöhung der Zinsen führen, was die Kreditaufnahme verteuert und die Investitionen dämpfen könnte.
Die BIZ warnt, dass die aktuellen geopolitischen Spannungen und die damit verbundenen wirtschaftlichen Unsicherheiten die Geldpolitik der Zentralbanken erheblich beeinflussen könnten. Eine anhaltend hohe Inflation könnte die Notwendigkeit erhöhen, die Zinsen länger hoch zu halten, was die Märkte unter Druck setzen würde.
Fazit

Die Schließung der Straße von Hormus hat nicht nur unmittelbare Auswirkungen auf die Ölpreise, sondern könnte auch langfristige Folgen für die Zinsentwicklung und die globale Wirtschaft haben. Die BIZ warnt vor einer möglichen Phase, in der die Zinsen länger hoch bleiben, was die Märkte destabilisieren und die wirtschaftliche Erholung behindern könnte. Investoren sollten sich auf diese Entwicklungen einstellen und ihre Strategien entsprechend anpassen.
Häufige Fragen
Was ist die Straße von Hormus?
Wie beeinflusst die Schließung der Straße von Hormus die Ölpreise?
Was bedeutet ‚higher for longer‘ in Bezug auf Zinsen?
Wie wirkt sich die Inflation auf die Wirtschaft aus?
Welche Rolle spielt die BIZ in der globalen Wirtschaft?
Quellen: finanzen.net
Symbolbild: Ölpreise und geopolitische Spannungen · Foto: İrfan Simsar / Pexels


