⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 09.09.2026
In dem aktuellen Buch «Das Modell Schweiz lässt sich langfristig nicht erhalten» wird die Fragestellung aufgeworfen, ob die Schweiz ihr erfolgreiches Wirtschaftsmodell aufrechterhalten kann. Die steigenden Immobilienpreise und die damit verbundenen Herausforderungen stehen im Fokus.
- Steigende Immobilienpreise gefährden das Schweizer Erfolgsmodell.
- Die Bevölkerung wächst langsamer als die Immobilienpreise.
- Investoren suchen sichere Anlagemöglichkeiten in der Schweiz.
In dem aktuellen Buch «Das Modell Schweiz lässt sich langfristig nicht erhalten» wird die Fragestellung aufgeworfen, ob die Schweiz ihr erfolgreiches Wirtschaftsmodell aufrechterhalten kann. Die steigenden Immobilienpreise und die damit verbundenen Herausforderungen stehen im Fokus. Die Schweiz hat sich über die Jahre als ein stabiler Standort für Investitionen etabliert, doch die aktuellen Entwicklungen werfen Fragen auf.
Was sind die Herausforderungen des Schweizer Modells?

Die Schweiz erlebt eine Inflation der Immobilienpreise, die seit der Einführung des Wohnimmobilienpreisindexes im Jahr 2017 um 40 Prozent gestiegen sind. Diese Entwicklung hat nicht nur Auswirkungen auf die Kaufpreise, sondern auch auf die Mietpreise, die in der gleichen Zeit nur um knapp 14 Prozent zulegten. Dies führt dazu, dass viele Menschen Schwierigkeiten haben, sich in den großen Städten, wo die Dichte an Fachkräften und innovativen Unternehmen am höchsten ist, eine Wohnung zu leisten.
Die steigenden Preise gefährden somit das Erfolgsmodell Schweiz, das auf einer klugen Einbindung in die Weltwirtschaft basiert. Wenn sich niemand mehr leisten kann, in diesen Städten zu wohnen, könnte dies langfristig zu einem Verlust an Fachkräften und damit zu einem Rückgang der Innovationskraft führen.
Die Rolle der Einwanderung und des Wohnraums
Ein weiterer Aspekt, der in dem Buch behandelt wird, ist die Einwanderung. Die Bevölkerung der Schweiz ist zwischen Anfang 2017 und Anfang 2026 um 8,4 Prozent gewachsen, was jedoch nur ein Fünftel des Anstiegs der Immobilienpreise ausmacht. Dies zeigt, dass die steigenden Preise nicht allein durch eine wachsende Bevölkerung bedingt sind, sondern auch durch andere Faktoren, wie die Nachfrage von Investoren.
Die Anzahl der Wohnungen in der Schweiz ist von 2017 bis 2024 um 8,3 Prozent gestiegen, was im Gleichschritt mit der Bevölkerung steht. Nach diesen Kriterien hätten die Preise und Mieten also stagnieren müssen. Dies deutet darauf hin, dass das Angebot an Wohnraum nicht das Hauptproblem ist, sondern vielmehr die Nachfrage von Investoren, die Immobilien als sichere Anlageklasse betrachten.
Investoren und die Suche nach Rendite
Der wichtigste Grund für die steigenden Preise ist die Nachfrage nach Immobilien als Anlageklasse. Investoren suchen Sicherheit und Rendite, und da die Anlagemöglichkeiten in der Schweiz begrenzt sind, drängt immer mehr Kapital auf den Markt. Ein erheblicher Teil dieses Kapitals stammt aus der Schweiz selbst, insbesondere von Pensionskassen, die ihr Vermögen jährlich um Dutzende Milliarden Franken erhöhen.
Im Jahr 2023 betrug die Erhöhung des Vermögens der Pensionskassen 54 Milliarden Franken, und 2024 waren es bereits 84 Milliarden Franken mehr als im Vorjahr. Dieses Geld muss angelegt werden, und ein großer Teil fließt in Immobilien, was die Preise weiter in die Höhe treibt.
Strategien zur Stabilisierung der Immobilienpreise
Um die Immobilienpreise zu stabilisieren, könnte eine Übertragung der Erfahrungen aus der Landwirtschaft auf die Wohnzonen in Betracht gezogen werden. In der Landwirtschaftszone müssen Käufer von Boden diesen landwirtschaftlich nutzen, was zu einer Stabilisierung der Bodenpreise führt. Ein ähnlicher Ansatz könnte auch für Wohnzonen gelten, indem der Boden dem Immobilienmarkt entzogen wird.
Eine mögliche Lösung wäre ein Vorkaufsrecht für Institutionen mit unbegrenzt tiefen Taschen, wie die Nationalbank. Wenn diese Institutionen Boden in Wohnzonen erwerben, könnte dies dazu beitragen, die Preise zu stabilisieren, ohne dass die Marktpreise weiter steigen.
Die Auswirkungen auf die Gesellschaft
Die steigenden Immobilienpreise haben nicht nur wirtschaftliche, sondern auch gesellschaftliche Auswirkungen. Wenn sich immer weniger Menschen eine Wohnung in den großen Städten leisten können, könnte dies zu einer sozialen Spaltung führen. Die Schweiz lebt von einer hohen Dichte an gut ausgebildeten und leistungswilligen Fachkräften, und wenn diese aus den Städten verdrängt werden, könnte das langfristig das Geschäftsmodell Schweiz gefährden.
Die Frage, die sich stellt, ist, wie die Schweiz ihr Erfolgsmodell langfristig sichern kann. Es ist entscheidend, dass die Menschen in der Schweiz es sich leisten können, hier zu wohnen, um den sozialen Zusammenhalt und die wirtschaftliche Stabilität zu gewährleisten.
Fazit

Das Buch «Das Modell Schweiz lässt sich langfristig nicht erhalten» beleuchtet die Herausforderungen, vor denen die Schweiz steht. Die steigenden Immobilienpreise, die Nachfrage von Investoren und die gesellschaftlichen Auswirkungen sind zentrale Themen, die angegangen werden müssen, um das Erfolgsmodell Schweiz zu sichern. Es bleibt abzuwarten, welche Maßnahmen ergriffen werden, um die Situation zu stabilisieren und die Lebensqualität in den Städten zu erhalten.
Häufige Fragen
Was sind die Hauptgründe für die steigenden Immobilienpreise in der Schweiz?
Wie hat sich die Bevölkerung in der Schweiz seit 2017 entwickelt?
Welche Rolle spielen Pensionskassen bei der Immobilienpreisentwicklung?
Was könnte getan werden, um die Immobilienpreise zu stabilisieren?
Wie beeinflussen die Zinsen die Immobilienpreise in der Schweiz?
Quellen: Google News
Symbolbild: Herausforderungen des Schweizer Modells · Foto: Thomas P / Pexels


