StartFinanzwissenCarry Trade meldet sich zurück: Goldman Sachs sieht beste Bedingungen seit 2000

Carry Trade meldet sich zurück: Goldman Sachs sieht beste Bedingungen seit 2000

⏱ 3 Min. Lesezeit · Stand: 26.07.2026

Goldman Sachs hat in einem aktuellen Bericht die Rückkehr des Carry Trades verkündet, der in diesem Jahr die besten Bedingungen seit der Jahrtausendwende bietet.

Das Wichtigste in Kürze

  • Carry Trade erlebt Renaissance nach Ausverkauf 2024
  • Historisch niedrige Wechselkursvolatilität begünstigt Strategien
  • Japanischer Yen als bevorzugte Finanzierungswährung

Goldman Sachs hat in einem aktuellen Bericht die Rückkehr des Carry Trades verkündet, der in diesem Jahr die besten Bedingungen seit der Jahrtausendwende bietet. Nach einem Ausverkauf im Sommer 2024 zeigt der Devisenmarkt Anzeichen einer bemerkenswerten Renaissance. Laut dem Goldman Sachs-Stratege Stuart Jenkins ist der Carry Trade derzeit so relevant wie fast nie zuvor.

Was ist ein Carry Trade?

Carry Trade und Finanzmärkte im Fokus
Symbolbild: Carry Trade und Finanzmärkte im Fokus · Foto: AlphaTradeZone / Pexels

Ein Carry Trade ist eine Handelsstrategie, bei der Anleger Kapital in einer Währung mit niedrigem Zinsniveau leihen, um es in einer höher verzinsten Währung anzulegen. Diese Strategie profitiert von den Zinsdifferenzen zwischen den Währungen. In den letzten Jahren haben sich die Zinsen in den großen Industrienationen aufgrund verschiedener wirtschaftlicher Faktoren stark verändert, was zu attraktiven Möglichkeiten für Carry Trades führt.

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Die Zinsen der großen Industrienationen haben sich infolge der Post-Corona-Inflation und zuletzt des Nahost-Energieschocks auf einem hohen und zugleich stark unterschiedlichen Niveau eingependelt. Dies hat zu ungewöhnlich weiten Zinsdifferenzen geführt, die für Carry-Strategien von Vorteil sind.

Aktuelle Entwicklungen im Carry Trade

Goldman Sachs berichtet, dass Carry-Strategien im Jahr 2026 bislang rund 8 Prozent Rendite erzielt haben. Diese Renditen sind besonders bemerkenswert, da sie in einem Umfeld historisch niedriger Wechselkursvolatilität erzielt wurden. Jenkins hebt hervor, dass Zinsdifferenzen rund 70 Prozent der Renditeschwankungen bei den wichtigsten Dollar-Währungspaaren im ersten Halbjahr erklärt haben.

Die Kombination aus hohen Zinsdifferenzen und niedriger Volatilität hat das Carry-Trading-Umfeld erheblich verbessert. Anleger können von den stabilen Wechselkursen profitieren, während sie gleichzeitig von den Zinsunterschieden profitieren.

Bevorzugte Finanzierungswährungen

Fakten auf einen Blick

  • Carry-Strategien erzielten 2026 bislang rund 8 Prozent Rendite
  • Bevorzugte Finanzierungswährungen: Japanischer Yen, Schweizer Franken, Euro, Kanadischer Dollar
  • Zinsdifferenzen erklären rund 70 Prozent der Renditeschwankungen bei Dollar-Währungspaaren

In seinem Bericht nennt Jenkins den japanischen Yen als die langfristig aussichtsreichste Finanzierungswährung. Der Yen notiert derzeit nahe einem 40-Jahres-Tief zum Dollar, was ihn zu einer attraktiven Option für Carry Trades macht. Diese Einschätzung wird durch eine separate Analyse von Goldman Sachs unterstützt, die die 12-Monats-Prognose für USD/JPY von 155 auf 165 angehoben hat.

Zusätzlich zu dem Yen werden auch der Schweizer Franken, der Euro und der kanadische Dollar als bevorzugte Finanzierungswährungen genannt. Diese Währungen bieten Anlegern die Möglichkeit, von den Zinsunterschieden zu profitieren und gleichzeitig das Risiko von Währungswechseln zu minimieren.

Risiken und Herausforderungen

Trotz der attraktiven Bedingungen für Carry Trades gibt es auch Risiken, die Anleger beachten sollten. Historisch gesehen waren Carry Trades besonders anfällig für Rückschläge an den Aktienmärkten. In diesem Jahr hat sich dieser Zusammenhang jedoch praktisch aufgelöst, was darauf hindeutet, dass die Märkte stabiler sind als in der Vergangenheit.

Dennoch sollten Anleger vorsichtig sein und ihre Strategien regelmäßig überprüfen, um sicherzustellen, dass sie auf Veränderungen im Markt reagieren können. Die geopolitischen Spannungen und wirtschaftlichen Unsicherheiten können jederzeit zu plötzlichen Veränderungen in den Zinsniveaus und Wechselkursen führen.

Fazit

Carry Trade und Finanzmärkte im Fokus
Symbolbild: Carry Trade und Finanzmärkte im Fokus · Foto: AlphaTradeZone / Pexels

Die Rückkehr des Carry Trades, wie von Goldman Sachs beschrieben, bietet Anlegern eine vielversprechende Gelegenheit, von den aktuellen Marktbedingungen zu profitieren. Mit Zinsdifferenzen, die historisch hoch sind, und einer niedrigen Wechselkursvolatilität, scheint 2026 ein ideales Jahr für Carry-Strategien zu sein. Anleger sollten jedoch die Risiken im Auge behalten und ihre Strategien entsprechend anpassen, um von den besten Bedingungen seit der Jahrtausendwende zu profitieren.

Häufige Fragen

Was ist ein Carry Trade?
Ein Carry Trade ist eine Handelsstrategie, bei der Anleger Kapital in einer Währung mit niedrigem Zinsniveau leihen, um es in einer höher verzinsten Währung anzulegen.
Warum ist der Carry Trade 2026 so attraktiv?
Die Zinsen in den großen Industrienationen sind aufgrund der Post-Corona-Inflation und geopolitischer Ereignisse stark gestiegen, was zu hohen Zinsdifferenzen führt.
Welche Währungen sind für Carry Trades am besten geeignet?
Laut Goldman Sachs sind der japanische Yen, der Schweizer Franken, der Euro und der kanadische Dollar die bevorzugten Finanzierungswährungen.
Wie hoch war die Rendite der Carry-Strategien in diesem Jahr?
Carry-Strategien haben im Jahr 2026 bislang rund 8 Prozent Rendite erzielt.
Was bedeutet die niedrige Wechselkursvolatilität für den Carry Trade?
Eine niedrige Wechselkursvolatilität reduziert das Risiko von Verlusten bei Währungswechseln und macht Carry Trades attraktiver.

Quellen: finanzen.net

Symbolbild: Carry Trade und Finanzmärkte im Fokus · Foto: Valmir Zanellato / Pexels

Markus Brandt
Markus Brandt
Markus Brandt verfolgt die Entwicklungen rund um Digitalisierung, Fintech und Kryptowährungen. Er ordnet neue Trends ein und erklärt, was hinter aktuellen Schlagworten wirklich steckt – mit einem gesunden Maß an Skepsis. Sein Anspruch ist es, Chancen und Risiken gleichermaßen darzustellen, statt einseitig zu begeistern oder zu warnen.
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