⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 08.06.2026
In Berlin entsteht mit dem Modulbauprojekt an der Landsberger Allee das größte seiner Art in Europa. Hier erfahren Sie, wie das innovative Bauverfahren funktioniert und welche Vorteile es bietet.
- Schnelle Bauweise durch modulare Fertigung
- Günstige Mietpreise ab 7 Euro pro Quadratmeter
- Nachhaltige Materialien und Recyclingkonzept
In Berlin wird derzeit mit dem Modulbauprojekt an der Landsberger Allee das größte seiner Art in Europa realisiert. Dieses innovative Bauvorhaben umfasst insgesamt 3.289 vorgefertigte Module, die in einem eigens errichteten Werk in Fürstenwalde produziert werden. Die Fertigung erfolgt in einem modernen Stahlrahmenbau, der es ermöglicht, die Module nahezu bezugsfertig an die Baustelle zu liefern. Die ersten Mieter können bereits in diesem Jahr in ihre neuen Wohnungen einziehen.
Was ist das Modulbauprojekt an der Landsberger Allee?

Das Modulbauprojekt an der Landsberger Allee ist ein wegweisendes Beispiel für die modulare Bauweise, die in der heutigen Zeit immer mehr an Bedeutung gewinnt. Mit 1.548 Wohnungen, die aus den 3.289 Modulen entstehen, bietet das Projekt eine Lösung für den dringend benötigten Wohnraum in Berlin. Die Wohnungen sind in verschiedenen Größen von Einzimmer- bis Fünfzimmerwohnungen geplant und sollen vor allem für Menschen mit mittleren und niedrigen Einkommen zugänglich sein.
Die Baugesellschaft Gewobag hat das Projekt initiiert und setzt dabei auf die Expertise des niederländisch-japanischen Unternehmens Daiwa House Modular Europe. Dieses Unternehmen hat sich auf die modulare Bauweise spezialisiert und bringt umfangreiche Erfahrung in der Umsetzung solcher Projekte mit.
Wie funktioniert die modulare Bauweise?
Die modulare Bauweise zeichnet sich durch die Vorfertigung der einzelnen Module aus, die dann vor Ort montiert werden. In diesem Fall werden die Module in einem Werk in Fürstenwalde hergestellt, wo sie mit Fenstern, Innenwänden, Sanitäranlagen und Elektroinstallationen ausgestattet werden. Dies ermöglicht einen hohen Vorfertigungsgrad von bis zu 90 Prozent, was die Bauzeit erheblich verkürzt. Im Vergleich zu konventionellen Bauverfahren kann die Bauzeit um bis zu 50 Prozent reduziert werden.
Die Module werden dann mit einem Kran auf die Baustelle transportiert und dort miteinander verbunden. Die Montage erfolgt durch einfaches Verschrauben der Module, was den Prozess effizient und zeitsparend gestaltet. Diese Vorgehensweise ist nicht nur schnell, sondern auch kostengünstig, was sich positiv auf die Mietpreise auswirkt.
Welche Vorteile bietet das Projekt für die Mieter?
- Projektname: Modulbauprojekt Landsberger Allee
- Anzahl der Module: 3.289
- Anzahl der Wohnungen: 1.548
- Bauzeit: 4 Jahre
- Herstellungskosten pro Quadratmeter: 2.700 Euro
Ein zentraler Vorteil des Modulbauprojekts an der Landsberger Allee sind die günstigen Mietpreise. Die Kaltmieten beginnen bei 7 Euro pro Quadratmeter, was für viele Berliner eine attraktive Option darstellt. Diese Preise sind durch die kostengünstige Bauweise und die Unterstützung durch Fördermittel möglich. Die Bundesbauministerin Verena Hubertz betonte, dass die modulare Bauweise ein wichtiger Schritt zur Schaffung von bezahlbarem Wohnraum ist.
Zusätzlich zu den günstigen Mietpreisen wird das Projekt auch durch soziale Wohnraumförderung unterstützt. Von den insgesamt 1.548 Wohnungen sind 1.316 mietpreis- und belegungsgebunden, was bedeutet, dass sie speziell für Menschen mit Wohnberechtigungsschein (WBS) vorgesehen sind. Dies trägt dazu bei, dass auch Haushalte mit niedrigem Einkommen Zugang zu Wohnraum erhalten.
Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung im Modulbau
Ein weiterer wichtiger Aspekt des Modulbauprojekts ist die Nachhaltigkeit. Das verwendete Baumaterial ist größtenteils recyclingfähig, und es wird ein Materialpass erstellt, der dokumentiert, welche Baustoffe verwendet wurden und wie sie in neue Herstellungskreisläufe übergehen können. Dies entspricht den aktuellen Anforderungen an umweltfreundliches Bauen und trägt zur Ressourcenschonung bei.
Die Gebäude werden zudem mit begrünten Dachflächen ausgestattet, die nicht nur zur Verbesserung des Stadtklimas beitragen, sondern auch als Erholungsflächen für die Bewohner dienen. Ein angrenzender Park sowie eine Kita und Gewerbeeinheiten ergänzen das Wohnquartier und machen es zu einem attraktiven Lebensraum für Familien und Einzelpersonen.
Die Herausforderungen des Bauprojekts
Trotz der vielen Vorteile bringt das Modulbauprojekt auch Herausforderungen mit sich. Eine der größten Herausforderungen war die Integration der 759 frei auskragenden Balkone, die an die vorgefertigten Module angeschlossen werden mussten. Hierbei kam das tragende Wärmedämmelement Schöck Isokorb T S zum Einsatz, das eine thermisch getrennte Verbindung zwischen den Balkonen und den Modulstahlrahmen ermöglicht.
Die besondere Konstruktion erforderte eine Sonderlösung, da die Anschlussstelle der Balkonkonstruktion aufgrund des Fassadenaufbaus um sechs bis acht Zentimeter nach vorn verlagert werden musste. Dies stellte die Ingenieure vor die Herausforderung, die Tragfähigkeit der Balkone sicherzustellen, was durch die Verwendung von verlängerten Gewindestangen und einem speziellen Adapterbauteil gelöst wurde.
Fazit: Ein Modell für die Zukunft

Das Modulbauprojekt an der Landsberger Allee in Berlin ist ein beeindruckendes Beispiel für die Möglichkeiten der modularen Bauweise. Mit seiner Kombination aus schneller Bauzeit, günstigen Mietpreisen und nachhaltigen Materialien setzt es neue Maßstäbe im Wohnungsbau. Die erfolgreiche Umsetzung dieses Projekts könnte als Modell für zukünftige Bauvorhaben in anderen Städten dienen und einen wichtigen Beitrag zur Lösung der Wohnungsnot leisten.
Häufige Fragen
Was ist das Modulbauprojekt an der Landsberger Allee?
Wie lange dauerte der Bau des Projekts?
Welche Vorteile bietet die modulare Bauweise?
Wie hoch sind die Mietpreise in diesem Projekt?
Welche nachhaltigen Aspekte sind im Projekt enthalten?
Quellen: Google News
Symbolbild: Modulbauprojekt an der Landsberger Allee in Berlin · Foto: Jef K / Pexels


