StartWirtschaft & KonjunkturDein Girokonto ist kein Sparkonto – und das kostet dich

Dein Girokonto ist kein Sparkonto – und das kostet dich

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⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 22.08.2026

Immer mehr Deutsche lagern hohe Geldbeträge auf Girokonten, was durch die Inflation und niedrige Zinsen zu einem echten finanziellen Nachteil führt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Girokonten bieten kaum Zinsen
  • Inflation reduziert Kaufkraft
  • Alternative: Tagesgeldkonten mit höheren Zinsen

Immer mehr Deutsche lagern hohe Geldbeträge auf ihren Girokonten, was durch die Inflation und die niedrigen Zinsen zu einem echten finanziellen Nachteil führt. Laut einer aktuellen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey im Auftrag des Kreditvergleichsportals Smava geben 13,0 % der Befragten an, mehr als 10.000 Euro auf ihrem Girokonto zu haben. Im Vergleich zum Vorjahr ist dies ein Anstieg, denn damals lag dieser Wert bei nur 11,2 %. Diese Entwicklung zeigt, dass viele Verbraucherinnen und Verbraucher sich nicht ausreichend mit der optimalen Geldanlage auseinandersetzen.

Was sind die Risiken eines Girokontos?

Girokonto und Geldanlage im Fokus
Symbolbild: Girokonto und Geldanlage im Fokus · Foto: RDNE Stock project / Pexels

Girokonten sind primär für den Zahlungsverkehr gedacht und bieten in der Regel keine oder nur sehr geringe Zinsen. Der durchschnittliche Zinssatz auf Girokonten liegt bei lediglich 0,61 %, was weit unter der aktuellen Inflationsrate von über 2 % liegt. Dies bedeutet, dass das Geld auf dem Girokonto real an Wert verliert. Verbraucherinnen und Verbraucher, die hohe Beträge auf ihren Girokonten belassen, verschenken somit Rendite und sehen sich einem schleichenden Wertverlust gegenüber.

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Die Inflation nagt an der Kaufkraft des Geldes, was bedeutet, dass die Verbraucherinnen und Verbraucher sich von ihrem Geld immer weniger leisten können. Ein Beispiel: Wenn jemand 10.000 Euro auf dem Girokonto hat und die Inflation bei 2 % liegt, verliert dieses Geld jährlich an Kaufkraft. Das ist ein ernstzunehmendes Problem, das viele Menschen nicht ausreichend berücksichtigen.

Wie viel Geld sollte auf dem Girokonto sein?

Experten empfehlen, nur so viel Geld auf dem Girokonto zu halten, wie für den monatlichen Zahlungsverkehr benötigt wird. Dazu zählen Ausgaben wie Miete, Strom, Internet und Lebensmittel. Eine Notreserve von zwei bis drei Nettomonatsgehältern ist sinnvoll, um unerwartete Ausgaben abdecken zu können. Diese Notreserve sollte jedoch nicht auf dem Girokonto liegen, sondern besser auf einem Tagesgeldkonto, das eine moderate Verzinsung bietet.

Ein Tagesgeldkonto kann derzeit Zinsen von etwa 1,9 % bieten, was im Vergleich zu den 0,61 % auf Girokonten deutlich attraktiver ist. So kann das Geld nicht nur sicher verwahrt, sondern auch gewinnbringend angelegt werden. Wer darüber hinaus Geld hat, sollte überlegen, es in andere Anlageformen zu investieren, um von höheren Renditen zu profitieren.

Alternativen zum Girokonto

Fakten auf einen Blick

  • 13,0 % der Deutschen haben über 10.000 Euro auf dem Girokonto
  • Inflation liegt über 2 % und frisst Ersparnisse
  • Durchschnittliche Verzinsung auf Girokonten: 0,61 %

Die Alternativen zu einem Girokonto sind vielfältig. Tagesgeldkonten bieten eine flexible Möglichkeit, Geld anzulegen und gleichzeitig von höheren Zinsen zu profitieren. Diese Konten sind in der Regel kostenlos und ermöglichen es, jederzeit auf das Geld zuzugreifen. Festgeldanlagen sind eine weitere Option, bei der das Geld für einen bestimmten Zeitraum angelegt wird, um von höheren Zinsen zu profitieren. Hierbei ist jedoch zu beachten, dass das Geld während der Laufzeit nicht verfügbar ist.

Eine weitere Möglichkeit, die sich für Kreditnehmer anbietet, ist die Sondertilgung von Krediten. Aktuell zahlen Verbraucherinnen und Verbraucher laut Bundesbank im Durchschnitt 8,62 % Zinsen auf Verbraucherkredite. Eine Sondertilgung in Höhe von 5.000 Euro kann über fünf Jahre hinweg rund 2.120 Euro an Zinsen sparen. Dies zeigt, dass es oft sinnvoller ist, überschüssiges Geld zur Tilgung von Krediten zu verwenden, anstatt es auf einem Girokonto zu belassen.

Die Rolle der Banken und der Markt

Die Bankenlandschaft in Deutschland ist vielfältig, jedoch bieten nur rund 19 % der über 6.500 Girokontomodelle eine Guthabenverzinsung an. Viele dieser Angebote sind an Bedingungen geknüpft, was die Auswahl für Verbraucherinnen und Verbraucher erschwert. Zudem variieren die Kosten für Girokonten erheblich, von kostenlosen Konten bis hin zu Modellen, die mehrere hundert Euro pro Jahr kosten können. Verbraucher sollten daher die Konditionen ihrer Bank genau prüfen und gegebenenfalls einen Anbieterwechsel in Betracht ziehen.

Die Stiftung Warentest hat in ihrem Girokonten-Vergleich festgestellt, dass die Preise für Girokonten stark variieren. Im Durchschnitt zahlen Verbraucher für eine typische Konto-Nutzung knapp 130 Euro pro Jahr. Wer ein neues Konto sucht, sollte nicht nur den Grundpreis als Maßstab ansetzen, sondern auch die Kosten für Buchungen und Zusatzleistungen berücksichtigen.

Fazit: Geld sinnvoll anlegen

Girokonto und Geldanlage im Fokus
Symbolbild: Girokonto und Geldanlage im Fokus · Foto: Katie Harp / Pexels

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass ein Girokonto nicht als Sparkonto genutzt werden sollte. Die niedrigen Zinsen und die Inflation führen dazu, dass Geld auf Girokonten an Wert verliert. Verbraucherinnen und Verbraucher sollten sich aktiv mit ihren Finanzen auseinandersetzen und alternative Anlagemöglichkeiten in Betracht ziehen. Tagesgeldkonten und Festgeldanlagen bieten attraktive Zinsen und sind eine sinnvolle Ergänzung zur finanziellen Planung. Zudem kann die Sondertilgung von Krediten eine effektive Möglichkeit sein, um Zinskosten zu sparen. Wer sein Geld sinnvoll anlegt, kann langfristig von einer besseren finanziellen Situation profitieren.

Häufige Fragen

Warum sollte ich mein Geld nicht auf dem Girokonto lassen?
Girokonten bieten in der Regel keine oder nur sehr geringe Zinsen, die nicht einmal die Inflation ausgleichen. Dadurch verliert Ihr Geld an Kaufkraft.
Was sind bessere Alternativen zum Girokonto?
Tagesgeldkonten bieten oft höhere Zinsen und sind ebenfalls flexibel. Auch Festgeldanlagen können eine Option sein, wenn Sie Ihr Geld für einen bestimmten Zeitraum anlegen möchten.
Wie viel Geld sollte ich auf meinem Girokonto haben?
Es wird empfohlen, nur so viel Geld auf dem Girokonto zu halten, wie für den monatlichen Zahlungsverkehr benötigt wird. Eine Notreserve von zwei bis drei Nettomonatsgehältern ist sinnvoll.
Wie hoch sind die Zinsen auf Girokonten?
Nur etwa 19 % der Girokonten bieten eine Guthabenverzinsung, die im Durchschnitt bei 0,61 % liegt, was deutlich unter der Inflationsrate liegt.
Was passiert mit meinem Geld, wenn die Inflation steigt?
Steigt die Inflation, verliert Ihr Geld auf dem Girokonto an Kaufkraft, da die Zinsen nicht ausreichen, um die Teuerung auszugleichen.

Quellen: Google News

Symbolbild: Girokonto und Geldanlage im Fokus · Foto: Stephen Leonardi / Pexels

Carolin Berger
Carolin Berger
Carolin Berger schreibt über alles rund um die persönliche Finanzplanung: Sparen, Budgetieren und der Umgang mit dem eigenen Geld im Alltag. Ihr ist wichtig, dass Finanzthemen niemanden überfordern, sondern praktisch und nachvollziehbar bleiben. In ihren Beiträgen verbindet sie konkrete Tipps mit einem realistischen Blick auf das, was im Alltag tatsächlich umsetzbar ist.
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