⏱ 5 Min. Lesezeit · Stand: 31.07.2026
Die neue Kreditwürdigkeitsprüfung, die seit dem 1. Januar 2026 in Deutschland gilt, hat weitreichende Auswirkungen auf Dispozinsen und Kontokorrentkredite. Verbraucher müssen sich auf strengere Anforderungen und erweiterte Rechte einstellen.
- Erweiterte Rechte für Verbraucher bei Dispozinsen
- Strengere Anforderungen an die Kreditwürdigkeitsprüfung
- Bessere Informationspflichten für Banken
Die neue Kreditwürdigkeitsprüfung, die seit dem 1. Januar 2026 in Deutschland in Kraft ist, bringt erhebliche Veränderungen für Verbraucher mit sich, insbesondere im Bereich der Dispozinsen und Kontokorrentkredite. Diese Reform ist Teil der Umsetzung der EU-Richtlinie 2023/2225 über Verbraucherkreditverträge und zielt darauf ab, den Verbraucherschutz zu stärken. Banken sind nun verpflichtet, die Kreditwürdigkeit ihrer Kunden strenger zu prüfen, bevor sie Kredite gewähren.
Was sind Dispozinsen?

Dispozinsen sind die Zinsen, die Banken auf Kontokorrentkredite erheben, wenn Kunden ihr Girokonto überziehen. Diese Zinsen sind in der Regel höher als die Zinsen für reguläre Kredite und können schnell zu einer finanziellen Belastung werden. Viele Verbraucher sind sich der hohen Kosten, die mit einem überzogenen Konto verbunden sind, oft nicht bewusst. Die neue Regelung soll dazu beitragen, dass Verbraucher besser informiert werden und nicht in die Schuldenfalle geraten.
Änderungen durch die neue Kreditwürdigkeitsprüfung
Die Kreditwürdigkeitsprüfung wurde durch das neue Gesetz erheblich verschärft. Banken müssen nun sicherstellen, dass die Rückzahlung eines Kredits realistisch ist, bevor sie diesen gewähren. Dies bedeutet, dass Faktoren wie Einkommen, laufende Verpflichtungen und bestehende Kredite umfassend berücksichtigt werden müssen. Diese Regelung soll verhindern, dass Verbraucher Kredite aufnehmen, die sie sich nicht leisten können, und somit eine Überschuldung vermeiden.
Ein zentraler Aspekt der neuen Regelung ist die Verpflichtung der Banken, die Kreditwürdigkeit nicht nur einmalig zu prüfen, sondern diese regelmäßig zu aktualisieren. Insbesondere wenn Anhaltspunkte für eine Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage des Kunden vorliegen, muss die Bank aktiv werden. Dies könnte beispielsweise der Fall sein, wenn ein Kunde über einen längeren Zeitraum seinen Dispo überzieht.
Erweiterte Rechte für Verbraucher
Mit der neuen Regelung erhalten Verbraucher auch beim Ratenkauf und Dispo erweiterte Rechte. Wenn ein Verbraucher seinen Dispo überzieht, darf die Bank nicht mehr sofort die gesamte Summe einfordern. Stattdessen muss sie eine Rückzahlung in 12 gleichen Monatsraten anbieten. Dies gibt den Verbrauchern die Möglichkeit, ihre Schulden in einem überschaubaren Rahmen zurückzuzahlen und schützt sie vor plötzlichen finanziellen Belastungen.
Darüber hinaus sind die Banken verpflichtet, ihre Kunden klar und verständlich über die Kosten, Laufzeiten und Rückzahlungsmodalitäten zu informieren. Diese Informationspflichten gelten insbesondere für Kleinkredite und sogenannte „Buy now, pay later“-Modelle, die bisher oft in einer rechtlichen Grauzone operierten.
Die Rolle der Banken und ihre Pflichten
- Neues Kreditgesetz seit 01.01.2026
- Erweiterte Informationspflichten für Banken
- Strengere Anforderungen an die Kreditwürdigkeitsprüfung
Die Banken spielen eine zentrale Rolle in der Umsetzung der neuen Regelungen. Sie müssen nicht nur die Kreditwürdigkeit ihrer Kunden sorgfältig prüfen, sondern auch sicherstellen, dass sie die neuen Informationspflichten einhalten. Bei einer dauerhaften Überziehung des Kontos sind die Banken verpflichtet, den Kunden auf günstigere Alternativen hinzuweisen, wie beispielsweise die Umschuldung in einen Ratenkredit.
Kommt eine Bank diesen Prüf- und Beratungspflichten nicht oder nur unzureichend nach, kann dies später bei der Frage nach der Wirksamkeit einer Kündigung oder der Zulässigkeit bestimmter Entgelte eine wichtige Rolle spielen. Verbraucher sollten daher darauf achten, dass ihre Bank die neuen Anforderungen erfüllt und gegebenenfalls rechtzeitig rechtlichen Rat einholen.
Auswirkungen auf die Finanzmärkte
Die neuen Regelungen zur Kreditwürdigkeitsprüfung und den Dispozinsen haben auch Auswirkungen auf die Finanzmärkte. Höhere Anforderungen an die Kreditvergabe könnten dazu führen, dass weniger Kredite vergeben werden, was sich negativ auf den Konsum und damit auf das Wirtschaftswachstum auswirken könnte. In Zeiten von Inflation und steigenden Zinsen ist es besonders wichtig, dass Verbraucher verantwortungsvoll mit Krediten umgehen und sich nicht übermäßig verschulden.
Die Banken müssen sich zudem auf mögliche Veränderungen in der Nachfrage nach Krediten einstellen. Wenn Verbraucher aufgrund der neuen Regelungen weniger Kredite aufnehmen, könnte dies die Erträge der Banken beeinträchtigen. Gleichzeitig könnte jedoch auch das Risiko von Kreditausfällen sinken, was langfristig zu einer stabileren Finanzlage der Banken führen könnte.
Praktische Tipps für Verbraucher
Ein weiterer wichtiger Punkt ist, dass Verbraucher sich über die Zinsen und Gebühren, die ihre Bank erhebt, im Klaren sein sollten. Ein Vergleich der Angebote verschiedener Banken kann helfen, die besten Konditionen zu finden und unnötige Kosten zu vermeiden.
Fazit

Die neue Kreditwürdigkeitsprüfung, die seit dem 1. Januar 2026 in Kraft ist, bringt erhebliche Veränderungen für Verbraucher im Bereich der Dispozinsen und Kontokorrentkredite mit sich. Durch die verschärften Anforderungen und erweiterten Rechte sollen Verbraucher besser geschützt werden. Es ist jedoch wichtig, dass Verbraucher sich aktiv mit den neuen Regelungen auseinandersetzen und ihre Finanzen im Blick behalten, um nicht in die Schuldenfalle zu geraten.
Häufige Fragen
Was sind Dispozinsen?
Wie hat sich die Kreditwürdigkeitsprüfung 2026 verändert?
Welche neuen Rechte haben Verbraucher bei Dispozinsen?
Was passiert, wenn ich meinen Dispo überziehe?
Wie kann ich mich auf die neuen Regelungen vorbereiten?
Quellen: Google News
Symbolbild: Neue Regelungen für Dispozinsen 2026 · Foto: Matheus Natan / Pexels


